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10. Dezember 2008

Busek von der Rolle: 68er sind schuld!

Nun wissen wir es also. Erhard Busek hat die ultimative Erkenntnis für das schlechte Abschneiden österreichischer SchülerInnen bei den diversen internationalen Testungen. In der Zeitung Österreich verkündet er: „Schuld sind die 68er-Lehrer mit Anti-Leistung.“
Starker Tobak. Der ehemalige „bunte Vogel“ transportiert ein altes Vorurteil in konservativen Kreisen. Leider bleibt er uns die Erklärung schuldig, warum die 68er ausgerechnet im beschaulichen Österreich so erfolgreich waren und nicht etwa in den skandinavischen Ländern – wo sie wesentlich zahlreicher und energischer aufgetreten sind.
In Fachkreisen wird denn auch auf andere Zusammenhänge für das seit Jahren zu beobachtende Zurückfallen österreichischer SchülerInnen hingewiesen. Laut einer SORA-Umfrage müssen 85% der Eltern mit Kindern im schulpflichtigen Alter bis 14 die Hausaufgaben ihrer Kinder betreuen, mehr als die Hälfte davon täglich. Jährlich geben bei uns Eltern fast 140 Millionen Euro für Nachhilfe aus. Wäre es möglich, dass man hier ansetzen müsste? Wäre es möglich, dass die Ganztagsschule eine Lösung des Problems ist? Das österreichische Institut für Bildungsforschung stellt fest: Je weniger die Eltern verdienen, desto eher wechseln ihre Kinder nach der vierten Klasse Volksschule nicht in die AHS-Unterstufe, - auch wenn sie laut Volksschulzeugnis die AHS-Reife gehabt hätten. Das setzt sich fort über die Oberstufe bis zum Studium. In unserem Bildungssystem gehen also zu viele Begabungen verloren. Wäre es möglich, dass die von der ÖVP noch immer mit dem Kampfbegriff „Eintopfschule“ diffamierte Gesamtschule eine Lösung des Problems ist?
Es ist mutig von einem ÖVP-Politiker, in dessen Partei immer noch der Kampfbegriff der „Zwangstagsschule“ herumgeistert, ausgerechnet die wenigen 68er für den heimischen Bildungsnotstand verantwortlich zu machen und nicht die jahrzehntelange Reformverweigerung seiner Partei!

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https://haraldwalser.twoday-test.net/stories/5372048/modTrackback

Kommentare
Heinz Starchl (Gast) - 10. Dez, 08:33

Danke!

Ich verfolge täglich die Einträge hier. Freilich sind sie nicht jeden Tag nur Höhepunkte. Aber ein Lob. Endlich jemand, der eines der dringendsten Probleme, nämlich die Verkarstung der Bildungslandschaft offen anspricht und ohne das klassische konservative Wenn und Aber oder das sozialdemokratische Sowohl-als-auch diskutiert.

Wenn es Walser nur gelänge, auch seine Freunde im Lande endlich aufzurütteln. Da sieht es ja nochmals schlimmer aus und die wirtschaftlichen Folgen dieser Standespolitik in Schul- und Bildungsfragen sind bereits evident:


1. Vorarlberg hat die schlechtesten Bauerneinkommen
2. Vorarlberg hat die niedrigsten Pensionen
3. Vorarlberg hat die schlechtesten Löhne
4. Vorarlberg hat am wenigsten Humankapital
5. Vorarlberg hat am meisten Sonderschüler
6. Vorarlberg hat am meisten Durchfaller bei der Lehrabschlussprüfung
7. Vorarlberg hat am wenigsten Maturanten und Akademiker
8. Vorarlberg hat die schlechtesten Betriebsgründungszahlen
9. Vorarlberg hat am meisten unqualifizierte Arbeitnehmer
10. Vorarlbergs Bürgermeister verdienen am meisten!
11. Vorarlbergs Frauen verdienen am wenigsten!
12. Vorarlbergs Kulturförderung im Sinkflug
13. Vorarlbergs Sozialhilfeempfänger innert 3 Jahren verdoppelt!
14. Geringster Beschäftigtenzuwachs in Vorarlberg

(Siehe dazu: https://maerkzettel.blogspot.com/2008/12/vorarlbergs-wirtschaftspolitische-wste.html)

Wenn es nicht bald zwei, drei, viele Harald Walser gibt, dann werden Vorarlbergs Kinder wieder mit dem Krauthobel losziehen müssen!

saibot (Gast) - 11. Dez, 10:09

in dieser Lists sind einige Fehler. Ein Beispiel: Das Medianeinkommen in Vbg. ist unter allen Bundesländern im Mittelfeld.
heinz Starchl (Gast) - 11. Dez, 10:47

Gschaitling?

Was ist das Medianeinkommen? Das sagt für sich selber gar nichts aus und widerlegt kein einziges Argument dieser Auflistung. Das Medianeinkommen ist ja das jahrelange Propagandainstrument der ÖVP, dass Vorarlberg ein Hochlohnland sei.

Die unbestreitbare Konsequenz aus diesen jahrelangen "Erfolgen" sind die niedrigsten Pensionen Österreichs. Da die Pensionen aber von den lohnabhängigen Sozialversicherungsbeiträgen berechnet werden, ist doch schlüssig, dass seit Jahr und Tag die Löhne grottenschlecht sind.
saibot (Gast) - 11. Dez, 11:13

medianeinkommen z.b.2006

Sie wissen nicht was ein Medianeinkommen ist? Und es "sagt für sich" viel aus. Was sonst sollte man vergleichen? Besonders in Vbg. gibt es wenige große Firmen und viele KMUs. Daher gibt es auch nicht viele extrem-groß-Verdiener, die den Schnitt stark heben.
Zum Vergleich (in Euro 2006):
Burgenland 1,530
Kärnten 1,691
Niederösterreich 1,713
Oberösterreich 1,795
Salzburg 1,702
Steiermark 1,741
Tirol 1,686
Vorarlberg 1,846
Wien 1,833
Österreich 1,763

auch wenn man das Fraueneinkommen anschaut ist es in Vbg. höher als in allen anderen BL. Sicher: Nicht alles ist toll in Vbgs Politik. Dennoch: Grundlegendes Bashing zeugt von wenig Sachvertand. Wohl noch nie außerhalb von Vbg. gelebt? Z.B. im "roten" Wien? Oder Salzburg?
Der Vergleich macht sicher: Vbg. ist (obwohl VP-Land) in vielem recht gut. Besonders im Lohnniveau (wohl auch durch die Nähe zur Schweiz = Kunkurrenz am Arbeitsmarkt).
Heinz Starchl (Gast) - 11. Dez, 19:40

Sie sind einfach nicht kompetent, und das belegen Sie eindrücklich

wenn Sie schreiben, "Daher gibt es auch nicht viele extrem-groß-Verdiener, die den Schnitt stark heben". Das Medianeinkommen allein ist eine willkürliche Größe(sogar Zufallsgröße) und schon überhaupt kein Schnitt - ja das extremste Gegenteil davon! Es sagt lediglich aus, wie ein einziger Arbeitnehmer (!) versichungspflichtig angemeldet hat und zwar genau der einzige, der genau in der Mitte der in der Lohntabelle (50%) erreicht. Zudem sind die Extrem-Großverdiener im Median gar nicht erfasst, da lediglich bis zur Sozialversicherungshöchstgrenze Einkommen ermittelt werden.

Aber um das zu verstehen, müssten Sie von Ihrer Propaganda lassen. Also bleiben Sie halt bei Ihrem Nichtwissen. Wenns nicht weiter weh tut und Sie dürfen sich in Ihrem Unwissen mit Recht in der Mehrheit fühlen.
saibot (Gast) - 12. Dez, 23:00

soso der Median ist eine "Zufallsgröße"

Vieleicht haben sie mich auch missverstanden (bewusst?). Der Median ist die genaue Mitte aller SV-pflichtigen Gehälter und Löhne. Er wird verwendet, weil er eben besser vergleichbar ist als der Mittelwert. Er ist weniger Anfällig auf Ausreißer und um den Vergleich ging es ja hier! mit Zufall hat der Wert nichts zu tun. Sollten sie es nicht wissen: Bei solchen Analysen wird IMMER der Median herangezogen.
Was den von ihnen zitierten Satz angeht: Natürlich sind Superverdiener an der Spitze der SV-Liste ein Fakter der etwas nach oben treiben würde und hier fehlt.

Da sie sich aber nicht auf eine ordentliche Debatte einlassen wollen/können ist dieses Thema für mich damit geschlossen.
Hornochse (Gast) - 10. Dez, 08:38

Die 68er befinden sich heute in verantwortlichen Positionen im Schulwesen

Die Leistungen an den verschiedenen Schulen sind unterschiedlich und auch in den einzelnen Klassen kommt es hauptsächlich auf die Lehrer an, ob die Schüler nur wenig vom Unterricht mitbekommen, oder ob sie mit Interesse und Freude bei der Sache sind und Höchstleistungen vollbringen. Deshalb ist es ein Schritt in die richtige Richtung, wenn Claudia Schmied nun die Lehrer besser auswählt:

https://www.oe24.at/oesterreich/politik/Schmied_Aufnahmepruefung_fuer_Lehrer__403017.ece

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