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19. Dezember 2008

Wohin geht die Mittelschule?

Meine Kritik am Vorarlberger Modell der Neuen Mittelschule hat erwartungsgemäß zu vielen Reaktionen geführt. Vor allem die Diskussion in "Vorarlberg heute" ist einigen Befürwortern des Ländle-Modells sauer aufgestoßen.
Von offizieller Seite wurde zwar geschimpft, aber kein einziger meiner Kritikpunkte widerlegt. Leider wird heute auch in einem Leserbrief in den "Vorarlberger Nachrichten" und der "Neuen" nicht inhaltlich auf die Kritik eingegangen. Ganz allgemein wird festgehalten, es sei eine "richtige Aufbruchsstimmung in der Lehrerschaft spürbar". Mir wird vorgeworfen, die Entwicklungsschritte "madig" zu machen.
Gerade wenn eine Aufbruchstimmung vorhanden ist und viele LehrerInnen sehr engagiert bei der Sache sind, sollten die Verantwortlichen doppelt vorsichtig sein, denn eine erneute Enttäuschung nach den bleiernen Gehrer-Jahren würde unserem Schulwesen nicht guttun. Und meine Befürchtung ist: Die Energie dieser KollegInnen verpufft leider, weil die Vorarlberger Mittelschule auch die zartesten Ansätze im bundesweiten Modell einer Entwicklung hin zu einer gemeinsamen Schule ignoriert und de facto neben Hauptschule und Gymansium ein dritter Schultyp geschaffen wird. Schon kurz- und mittelfristig werden die Probleme größer und nicht kleiner werden. Zusammengefasst nochmals meine Kritik an diesem Vorarlberger Modell:
• Keine Abschaffung der Leistungsgruppen
• Kein einziges Beispiel, bei dem alle SchülerInnen einer Region erfasst werden und somit kein wirkliches Gesamtschulmodell
• Keine Zusammenarbeit von AHS- und HS-LehrerInnen
• Kein einziges Ganztagsschulprojekt und kaum zusätzliche ganztägige Betreuungsangebote
Es wäre einer sachlichen Diskussion dienlich, wenn die Befürworter des Vorarlberger Modells auf diese Argumente eingehen würden! Wer etwas entwickelt, sollte wissen, wohin die Reise geht. Daher die einfache Frage: Wohin soll sich die Vorarlberger Mittelschule entwickeln? Was ist ihr Ziel?

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https://haraldwalser.twoday-test.net/stories/5397453/modTrackback

Kommentare
Dr. Ralph Klon (Gast) - 19. Dez, 16:45

!!!

Sehr geehrter Herr Dr. Walser, lieber Harry!
Vorab (und das meine ich jetzt nicht zynisch): Bereits bereut vom Direktoriumssessel in Feldkirch zum bedeutungslosen Hinterbänkler nach Wien (und das sozusagen als Höchststrafe noch unter einer Chefin Glawischnig) gewechselt zu haben...??
Zu meinem eigentlichen Thema: Ich beziehe mich auf gestrige Einträge an dieser Stelle und rate Ihnen - weil ich es gut mit Ihnen meine - dringend davor ab, innerhalb der Grünen eine Debatte über das angemessene Gedenken an die „unschuldigen“ Vertriebenen, die letztlich im weiteren Sinne ja auch nichts anderes als Opfer des Nationalsozialismus waren, zu entfachen. Alleine die Unterscheidung in „schuldige“ und „unschuldige“ Vertriebene wird Sie in Ihrer Partei (und bei allerlei sonstigen Böswilligen, Unwissenden, Einäugigen, Unreflektierten und Verblendeten) in Teufels Küche bringen. Was heißt schon „schuldig“? - allein schon Parteimitglied gewesen zu sein?, den Anschluss z.B. des Sudetenlandes an das „Reich“ begrüßt zu haben?, weggeschaut zu haben, als die jüdischen Nachbarn abgeholt wurden?, als Soldat an einem Angriffskrieg beteiligt gewesen zu sein?, in der Rüstungsindustrie Beschäftigung („Arbeit und Brot“) gefunden zu haben?, als Soldat nicht an Kriegsverbrechen beteiligt gewesen zu sein, sonst aber sein „Kriegshandwerk“ nach üblichen Maßstäben betrieben zu haben? Sind alles sehr heikle Fragen (die sich aber bei einer solchen Debatte stellen werden und sicher überwiegend nicht fair beantwortet werden), auf die ich mich an Ihrer Stelle (der Sie - wie könnte es bei einem „Gsi“ auch anders sein - grundsätzlich umsichtig sind und Augenmaß haben und von Zeitgeschichte wirklich was vertehen) nicht öffentlich einlassen würde, da Ihnen ansonsten womöglich das Eva Herman-Schicksal droht, die ja auch „alles nicht so gemeint hat“ und die auch „böswillig falsch verstanden wurde“ (tatsächlich oder vermeintlich will ich nicht beurteilen).
Zumindest ereilt Sie in Ihrer Partei aber das Efgani Dönmez-Schicksal, der ja auch mit vernünftigen Positionen (straffällig gewordene und letztinstanzlich abgelehnet Asylwerber abschieben / Brüste allein sind noch keine Qualifikation*) bei den Grünen ins politische Abseits geraten ist und nunmehr in dieser Partei als Aussätziger behandelt wird.

Trotz allem Wahn, der Sie (derzeit) reitet, ein schönes Wochenende
Dr. Ralph Klon

p.s.: Hatte auch mit meiner Vorhersage unlängst in diesem Forum recht, dass unter der Parteivorsitzendenfehlbesetzung Glawischnig alles das an Flügelkämpfen, Eitelkeiten/Egotrips, Irrationalitäten (mit Betonung auf den ersten drei Buchstaben!) und Streitereien bei den Grünen aufbrechen wird, was der „Opa“ mit seiner (natürlichen) Autorität und Integrationskraft - wenn auch oft mühsam - unter der Decke halten konnte.

*doch scheint das Vorhandensein selbiger bei grünen Besetzungen doch gelegentlich auszureichen, Anm.

harald.walser - 19. Dez, 18:09

Thema verfehlt, sagt der alte Schulmeister,

hier geht´s um die Mittelschule. Aber in Kürze doch eine Antwort:
Ich fühle mich nach wie vor sehr wohl als Hinterbänkler mit einem interessanten Aufgabenbereich.
„Schuldige“: Nein, die genannten Gruppen fallen nicht in diese Kategorie! Und eines zum Schluss: Angst vor Widerspruch war in den vergangenen Jahrzehnten nicht mein großes Problem.
Klaus Bechter (Gast) - 19. Dez, 19:38

Sehr geehrter Herr Dr. Klon!

Wenn Sie mit "Wahn" bzgl. Herrn Dr. Walser meinen,
- er nimmt sich und seine Grünen viel zu wichtig
und glaubt außerdem felsenfest,
- er sei mit seinem Übertritt ins Parlament nunmehr endgültig zum (unfehlbaren) politischen Maß aller Dinge (zumindest was seinen Bereich als grüner Bildungssprecher betrifft) mutiert
- er sei in Wahrheit so eine Art "Schatten-Unterrichtsminister" ohne den ab sofort in der österr. Bildungspolitik nichts mehr geht
- er hätte unter der Glawischnig-Fuchtel aus der letzten Parlamentsreihe heraus auch nur den Hauch einer Einflußmöglichkeit auf politische Entscheidungen

haben Sie zweifellos völlig recht.

Vielleicht fallen Euch da draußen noch andere Walser-Wahnvorstellungen ein!!!
harald.walser - 19. Dez, 21:26

Da muss ja jemand ziemlich böse auf mich sein,

Herr Bechter, nur schade, dass außer Beleidigungen keine Substanz in Ihren Anmerkungen ist. Die Wälder, die ich kenne, führen Auseinandersetzungen auf inhaltlicher Ebene. Aber so ist das in der Demokratie: Jeder darf seinen Stil selbst wählen!
heinz starchl (Gast) - 19. Dez, 18:29

Aber, aber … Was soll die Jammerei wegen VN und NEUE?

Ein bisschen mehr Selbstbewusstsein. Schließlich ist ja auch dieses Blog Öffentlichkeits- und Informationsmedium. Man sollte sich nicht auf diese Medien reduzieren sondern selber einen Infopool aufbauen. Web 2.0 machts ja möglich, wenn man noch etwas mehr Fantasie dazu entwickelt. Umgekehrt sehen die Journalisten in Harald walser halt einene "neuen Besen" und erwarten, dass er ebenso in politiische Lethargie verfällt, wie es die Vorarlberger Opposition aus Roten und Grünen seit Jahr und Tag tun.

Immerhin: Da-> https://maerkzettel.blogspot.com/2008/12/politisches-marketing.html und da -> https://rankstadt.blogspot.com/2008/12/neue-mittelschule-ein-potemkinsches.html stehn je ein DICKES LOB! Warum steht das in keinem grünen BLOG? Lassen all die Grünen Walser allein und schauen von den Rängen aus zu wie er sich abstrampelt - oder bis er scheitert?

harald.walser - 19. Dez, 18:52

Danke für die Unterstützung!

Ich kann es nur unterschreiben: In der linken und alternativen Szene hat sich eine gewisse Behäbigkeit breit gemacht.

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