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7. Mai 2009

Kommt jetzt wieder der „Judenstern“?

FPOE-Plakat Mit ihren aggressiven und hetzerischen Plakaten versucht die FPÖ auch in diesem Wahlkampf, einen Keil in die Bevölkerung zu treiben, und betreibt widerliche Religionshetze. Soll jetzt wieder zwischen „Herrenmenschen“ und anderen unterschieden werden? Würden die wirren Forderungen der Blauen tatsächlich umgesetzt, müssten Positionen in Staat und Gesellschaft ausschließlich für Christen reserviert bleiben. Wollen die Freiheitlichen also den Bundespräsidenten, einen bekennenden Agnostiker, aus dem Amt jagen?
Das FPÖ-Plakat erinnert fatal an Zeiten, in denen sich Menschen aufgrund ihrer religiösen Überzeugung oder der Religion ihrer Vorfahren äußerlich kennzeichnen mussten – etwa mit einem Judenstern. Mit diesem Plakat bedienen Mölzer & Co nicht nur anti-islamische, sondern auch latent antisemitische Vorurteile. Unsere Kultur basiert auf jüdischen Wurzeln und hat seither nicht nur christliche Elemente aufgenommen, sondern sehr stark auch Anregungen aus dem islamischen Kulturbereich erhalten, etwa die arabischen Ziffern. Gerade das liberale und deutsch-nationale Lager hat zudem auch die laizistische Tradition hochgehalten und zurecht auf die Trennung von Staat und Kirche gepocht. Dass ausgerechnet die früher streng antichristlich und vor allem anti-klerikal ausgerichteten Anhänger germanischer Kulte nun das Christentum retten wollen, gleicht einem Treppenwitz der Geschichte. Die FPÖ betreibt ein gefährliches Spiel. Politiker wie Andreas Mölzer und Heinz Christian Strache machten Religion zum Instrument ihres politischen Kalküls und spielten Menschen gegeneinander aus. Verantwortungsvolle Politik aber muss Respekt und Toleranz gegenüber allen Religionsgemeinschaften zur Grundlage haben. Um es deutlich zu sagen: Die FPÖ ist eine Gefahr für den sozialen Frieden in unserem Land!

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https://haraldwalser.twoday-test.net/stories/5687554/modTrackback

Kommentare
kritikus.at (Gast) - 7. Mai, 15:26

Jetzt auf einmal regt man sich über sowas auf. Der Rauchersticker (https://www.kritikus.at/2007/01/27/raucher-sticker-in-belgien/)der durchgeknallten belgischen Direktorin hat niemanden gestört...

Stauni (Gast) - 7. Mai, 18:56

Rauchersticker vs. Judenstern

Da gibt es wohl einen "feinen" Unterschied zwischen diesen beiden Kennzeichnungen. Finden Sie nicht auch ???
MfG
Stauni
Dr. Gsi (Gast) - 8. Mai, 00:52

Religion hat in der Wahlwerbung nichts verloren!

Finde den Slogan auch verunglückt und schädlich für unserer Gesellschaft, wie sie sich nun einmal vielgestaltig darstellt, zumal die Religion m.E. als Faktor der tatsächlichen oder vermeintlichen Trennung im Zusammenleben von Menschen zurückgedrängt werden sollte.
Meine Meinung (als Patriot): Wer sich zu diesem Land bekennt, für dieses Land einen Beitrag leisten will, wer bereit ist unsere Sprache zu lernen und unsere Spielregeln (Verfassung) verinnerlicht hat, der gehört ohne wenn und aber "zu uns", ganz egal, welchen Gott er nun anbetet!

p.s.: Welchen "germanischen Kulten" hängen Mölzer, Strache & Co an? Ist mir da etwas entgangen?

Dr. Gsi (Gast) - 8. Mai, 01:05

Nachschlag

Herr Dr. Walser! Dass Sie groteskerweise den "Judenstern" im Zusammenhang mit dem dummen Slogan "Abendland in Christenhand" in die Diskussion einführen kann ich nur mehr auf eine mit normalen Kategorien des Hausverstandes nicht mehr nachvollziehbare NS-Neurose zurückführen!
Bitte um Kenntnisnahme

Stauni (Gast) - 8. Mai, 19:41

Vielleicht sollten Sie auch die Reise nach Köln antreten und an der Bürgerbewegung "pro köln" teilnehmen. Vergessen Sie aber nicht Ihren blau/braunen Smoking einzupacken.
Allerdings wer religiöse Themen zum Mittelpunkt der Wahlwerbung macht, derjenige hat eine nicht nachvollziehbare Neurose.
Der Einwand mit dem "Judenstern" war völlig gerechtfertigt und ist von jedermann mit einem gesunden "Hausverstand" nachvollziehbar.
MfG
Stauni
Stauni (Gast) - 8. Mai, 19:53

Nachschlag für Dr.Gsi (was immer das auch heissen mag !)
Und wenn Sie ganz genau wissen wollen, was ich von dieser abartigen Wahlwerbung halte, können Sie auf www erstaunlich at den Beitrag
"Kampf dem Islamismus" nachlesen.
MfG
Stauni
mané (Gast) - 8. Mai, 08:59

ein paar einschränkungen

auch wenn ich die hetzerischen plakate unter jeder kritik finde und froh bin, dass zumindest jemand dagegen anschreibt, trifft ihre kritik manchmal den gegenstand nicht um den es geht. daher ein paar einschränkungen von mir:

1. der deutschnationalismus war nicht per se anti-christlich er war explizit antikatholisch. dem protestantismus stand man positiver gegenüber. (zum teil wegen der auslassungen luthers über die juden oder der wegen dem umstand, dass er sich in deutschland gegen den katholizismus durchsetzen konnte)
daneben gab es natürlich auch anhänger von germanischen oder esoterischen kulten, bzw anhänger der bewegung der deutschen christen die jesus zum germanen machten usw.

2. solche autoritäre charaktere wie mölzer oder strache hatten immer schon ein instrumentelles verhältnis zur religion. das hat unter anderem auch adorno in seinen studien zum autoritären charakter aufgezeigt.

3. bin ich auch mir ihrer definition des antisemitismus nicht zufrieden. es scheint zwar kurz bei ihnen auf, dass der antisemitismus nichts mit dem glauben des vom antisemiten verfolgten zu tun hat, doch könnte man bei ihren ausführungen doch auf die idee kommen, antisemitismus sei eine spielart der religionskritik. doch dies wäre eine verharmlosung, wurden den juden (ob gläublig, sekulär oder schon zum christentum konvertiert) doch die negativen erscheinungen des kapitalismus zum vorwurf gemacht und diese noch zusätzlich als weltherrscher hingestellt.

4. im bezug auf den islam verhält es sich dann ein bischen anders, so wird zwar in europa gegen ihn gehetzt, (wobei auch hier für die fpö, moslem wohl jeder ist, der aus islamischen staaten kommt) dort wo er der fpö nach aber hingehört, unterstützt. hier handelt es sich eher um einen ethnopluralismus bzw heimatschutz.

harald.walser - 8. Mai, 12:38

Ich schreibe nicht ...

"anti-christlich", sondern "antiklerikal". Zu Punkt 3 und 4: Ich gebe Ihnen recht, wenn Sie den Antismeitismus hinterfragen. Es gibt aber hier nicht die eine Spielart, sondern viele: rassisch motivierte, religiös etc. Und die Islamfeindlichkeit ist wohl die politisch größte Herausforderung, weil der Kampf dagegen leicht in den Hintergrund treten lassen könnte, dass es wirkliche Probleme mit MigrantInnen gibt.
mané (Gast) - 9. Mai, 11:07

natürlich haben sie recht damit, das es verschiedene spielarten von antisemitismus gibt und es gibt ja begriffliche versuche sie voneinander abzugrenzen. also den religiös motivierten als antijudaismus zu bezeichnen und den rassisch legitimierten als antisemitismus. wobei es hier ja auch mischformen gibt und ab den 1870er jahren der rassische dominant wurde. zwar wird heute nicht mehr oft mit "rasse" argumentiert, die wahnform antisemitismus blieb aber erhalten.

in "zur zeit" des herrn mölzer wird ja auch klar, wer denn wohl mit der "finanzmafia" angegriffen werden soll (auch eines der aktuellen wahlplakate). sein umfeld in dieser zeitung schreibt das ja auch des öftern offen hin und hier sind wir dann wieder bei antisemitischen denkformen. https://derstandard.at/?id=1240298027723

zu ihrem letzten punkt kann ich ihnen leider nicht recht geben auch wenn es mir schon fast leid tut, weil sie sich hier, als einer der wenigen, um eine differenzierte postition bemühen.

ich würde es dann auch umgekehrt sehen, die antiislamische hetze verdeckt, dass es eine durchaus berechtigte kritik an einem konservativen alltagsislam in europa, aber auch im nahen osten, gibt und hat auch einige konfussion in den kampf gegen rassismus oder fremdenfeindlichkeit gebracht. für mich gilt hier nämlich immer noch, dass das vom rassismus bedrohte individuum die solidarität verdient und nicht die selbst repressiven religiösen zwangskollektive. diese sollten gegenstand der kritik sein.

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