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18. Oktober 2009

Disziplin in der Schule - ein heißes Thema!

In den letzten Tagen habe ich eine Vielzahl von Mails bekommen. Anlass war meine Stellungnahme zu den Förderungen der Fraktion Christlicher Gewerkschafter nach mehr Sanktionsmöglichkeiten: „Kein Zurück zur Rohrstaberl-Pädagogik“.
Einige Überlegungen zum Thema: Natürlich muss eine Lehrperson auch Sanktionsmöglichkeiten haben. Das bestreitet niemand. Wenn aber die Probleme an den Schule zunehmen (und das ist aus vielen Reaktionen zu spüren), dann muss auch nach den Ursachen gefragt und nach Lösungen gesucht werden, die nicht (nur) in Sanktionen bestehen können. In anderen Ländern hat man bspw. mit verstärkter Schulsozialarbeit, Schulpsychologie etc. einigen Druck aus dem System Schule herausgenommen.
Natürlich gehören auch Sanktionen zu jedem Erziehungsprozess. Ich verstehe den Frust viele LererInnen, die sich sich mit den Problemen alleingelassen fühlen. Meist befürworten sie zwar die von uns vorgebrachten Vorschläge, halten sie aber für „Zukunftsmusik“ und wollen ihre konkreten und akuten Probleme gelöst wissen. Aber wie? Auch die Herren von der Christlichen Gewerkschaft vermeiden den Hinweis, was sie konkret verlangen (die „gsunde Watschn“? Nachsitzen? …). In Österreich ist die Anwendung von Gewalt zur Durchsetzung von Erziehungszielen verboten. Gesetzliche Grundlage bildet das Jugendwohlfahrtsgesetz.
Was also kann kurzfristig getan werden? Zum einen gibt es die gesetzlich vorgesehenen Erziehungsmittel (das „Nachholen versäumter Pflichten“, die - zugegeben oft unwirksame - Verhaltensnote, die Vorladung der Erziehungsberechtigten, die Versetzen in die Parallelklasse …). Zum anderen gibt es für Problemfälle Vorschläge wie das „timeout“ - „ProblemschülerInnen“ verlassen für eine kurze oder längere Zeit ihre Klasse und haben die Möglichkeit zur Besinnung und Neuorientierung. In diese Richtung werden wir alle nachdenken müssen.

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Kommentare
Entnervter Pädagoge (Gast) - 18. Okt, 13:33

Zur Kenntnisnahme!

Ein "timeout" hätten auch schulpolitisch dilettierenden ProblempolitikerInnen (ALLER Couleur!) gelegentlich nötig um zur Besinnung zu kommen!

Plumps! (Gast) - 18. Okt, 13:56

Es freut mich...

...dass Sie diesmal nicht in das allgemeine Heulen einstimmen, wonach der Ruf nach Sanktionsmöglichkeiten ein Rückschritt ins Mittelalter wäre.

In der Zeitschrift Biber ist übrigens ein Interview mit der Berliner Richterin Heisig abgedruckt, eine der Lieblingsfeindin der realitätsfernen Leute. Der Mut solcher Personen, auch gegen die politisch Korrekten aufzutreten, bewirken mit Sicherheit mehr als das Zureden diverser Psychologen.

jelly (Gast) - 18. Okt, 19:24

mangelnde Erziehung

Das Problem des schwierigeren Bildungsauftrages liegt aus meiner Sicht vorallem in der mangelnden Erziehung der Kinder. Es Bedarf weder zu Hause noch in der Schule Gewalt um jungen Menschen Regeln und Verhalten bei zu bringen. Würden Eltern im Bereich der Erziehung stärker Unterstützt (wir haben heutzutage nicht mehr die selbe Situation wie noch vor einer Generation - Reizüberflutung, zu wenige Familienleben), da könnte zum Beispiel auch ein hochqualitatives Fernsehprogramm helfen, dann würden sie die Kinder auch so erziehen, dass sie sich in die Gesellschaft so eingliedern, wie es die Gesellschaft sich erwartet. Somit gibt es auch k(l)einen Erziehungsauftrag in der Schule.
Aus meiner Sicht wäre auch das Thema Schüler mit Migrationshintergrund leichter zu bewältigen, wenn sich die Nicht-Migraten-Schüler ordentlich benehmen (heißt unterstützen).

Plumps! (Gast) - 18. Okt, 21:10

Naja.

Die Erziehung war früher zuhause auch nicht besser oder schlechter als heute. Ich bezweifel auch, dass TV und Computerspiele da wirklich Auswirkungen haben. Wenn man davon absieht, dass die Jungen seit Cicero immer schon schlimmer waren als wir früher (oder wars seit Sokrates?) hat sich nur eines wirklich geändert: Klare Grenzen und Sanktionen bei ihrer Überschreitung sind durch "Beratungen" von Psychologen und Sozialarbeitern ersetzt worden. Wenn überhaupt.
Wer selbst Kinder hat und der sich auch nur ein bissl mit deren Erziehung befasst weiß, dass genau diese Grenzen notwendig sind. Und seis nur, damit sie in der Pubertät überschritten werden können, ohne dass ernsthaft jemand Schaden kommt.
Heute sitzen realitätsverweigernde Wächter der Ideologie ihrer 70er Jugend an den Schalthebeln, verhindern jede Sanktion und meinen ernsthaft, man könnte pubertierende Kinder ohne jeden Halt von zu Hause bändigen, indem sie mit Psychologen über ihre Probleme plaudern. Keiner hier will nach US-Vorbild ein Regel-Terror-Regime aufziehen. Aber wenn die Schule irgendeine Aufgabe bei der Erziehung hat, dann einfach zu zeigen, dass es im Leben immer und überall Grenzen gibt, und dass ihre Überschreitung zu Sanktionen führen.
jelly (Gast) - 22. Okt, 21:16

genau um die Grenzen geht es ja

Wenn es um die Grenzen geht sind wir ja einer Meinung. Genau da forder ich die Eltern als Erzieher ein und nicht die Lehrer.
Ich habe selbst Söhne im Alter von 15 und 13 Jahren. Ich bin Lehrlingsausbilder und habe mit dem Thema Pubertät auch zwangsläufig zu tun. Sowohl meinen Söhnen als auch meinen Lehrlingen is eines ganz klar, als oberste Priorität gilt ordentliches Benehmen und wenn man das klar durchzieht, dann sind die jungen Menschen ganz froh darüber. Sie brauchen diese Grenzen und sie merken auch sehr bald, dass es ihnen, die sich an gesellschaftliche Spielregeln halten, wesentlich leichter fällt das Leben zu meistern als jenen, denen keine Grenzen gesetzt werden.
Ich hab nur meine beiden Söhen und die fünf Lehrlinge zu bändigen und dabei noch Unterstützung zu Hause von meinem Partner und in der Firma vonden Kollegen.
Lehrer möcht ich keiner sein!
Siph (Gast) - 19. Okt, 13:40

Man muss aber anmerken...

..., dass viele Kinder einfach keine wirkliche Erziehung mehr erhalten und dies aus den verschiedensten Gründen. Wenn Eltern auf Grund von Geldproblemen mehr arbeiten müssen, dann ist die logische Konsequenz, dass die Kinder weniger Aufsicht erhalten und darunter leiden. Viele Eltern sind einfach überfordert mit der Erziehung, hier ein Beispiel von der Straße letztens:

Ich bin am Heimweg und eine Frau (deren Nationalität nun hier nichts zur Sache beiträgt) ist scheinbar überfordert. Sie fordert das Kind (ca. 6-7 Jahre alter Junge) ihr zu folgen. Dieser pfeift ihr etwas und fängt an herum zu schreien und gegen eine Verkehrstafel zu treten, danach gegen einen Mistkübel und danach dann gegen ein fremdes Auto. Die Mutter hat es nicht einmal für nötig gehalten dem Kind zu sagen, dass sich das nicht gehört. Erst als ich das Kind angeherrscht habe, dass es das zu lassen hat und sich nicht an fremden Eigentum zu vergehen hat, sah mich das Kind verdutzt an.

Es gibt viele Gründe, dass Eltern ihre Pflicht der Erziehung vernachlässigen, aber diese Verantwortung auf die Lehrerschaft abzuwälzen ist schon sehr viel verlangt. Wenn man im Internet Videos sieht von handlungsunfähigen Lehrern die dann auch nur noch mit Resignation oder Gewalt antworten können, weil alle ihre Kommunikationsmöglichkeiten erschöpft sind, da mache ich mir schon Gedanken.

So hart es sich anhören mag, das Leben ist kein Zuckerschlecken und auch Kinder haben zu lernen, dass Taten Konsequenzen nach sich ziehen. Wenn also konsequent im Unterricht gestört wird, sollte der Lehrer befugt sein Schüler aus der Klasse zu werfen. Das ist doch die härteste Strafe die man einem jungen Geist auferlegen kann, die Verweigerung an Weiterbildung. Man kann nicht 20 lernwillige leiden lassen, weil ein einziger Störenfried meint er wäre der König der Welt.

jelly (Gast) - 22. Okt, 21:21

doch das Leben ist ein Zuckerschlecken

Wir sehen nur oft nicht in welchem Luxus wir leben. Wenn es dann heißt, dass beide Arbeiten gehen müssen um sich das Leben leisten zu können, muss man sich auch die Frage gefallen lassen, welchen Lebensstandard man denn ansetzt.
Es ist schon abstrus, dass ausgerechnet in den ärmsten Ländern der Welt die glücklichsten Menschen leben.

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