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28. November 2009

Aushungern der Schule kommt uns teuer zu stehen!

Es sind vor allem die Konservativen, die Ausgaben in den Bildungsbereich mit dem Argument abwehren: Kein Geld!
Man kann die Sache aber auch anders angehen. Eine aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung, durchgeführt vom ifo Institut in München, rechnet nämlich in ganz anderen Kategorien: Das schlechte Bildungssystem kostet Deutschland in den nächsten 80 Jahren - also der Lebensspanne der heute geborenen Kinder - 2,8 Billionen (!) Euro. Die Lösung: Chancengleichheit.
Die Summe kommt zustande, wenn man die Folgekosten unzureichender Bildung durch entgangenes Wirtschaftswachstum für die nächsten 80 Jahre summiert. Der Münchner Bildungsökonom Ludger Wößmann berechnete dabei die abgezinsten Erträge einer Bildungsreform, welche die Zahl der so genannten „RisikoschülerInnen“ – in Österreich ist ihre Zahl in etwa gleich hoch - deutlich reduziert. Auf diese Weise können erstmals langfristige volkswirtschaftliche Effekte von Bildung beziffert werden.
Ausgaben für die Bildung sind als Investitionen in die Zukunft zu sehen. Das hat übrigens schon John F. Kennedy erkannt: „Es gibt nur eine Sache auf der Welt, die teurer ist als Bildung: keine Bildung!“

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https://haraldwalser.twoday-test.net/stories/6066913/modTrackback

Kommentare
Frager (Gast) - 28. Nov, 15:24

Frei nach JFK

Man kann Bildung aber auch billiger (im wahrsten Wortsinne) machen, indem man "Vorlesungen" für Klassen mit 40 Schülern propagiert. (so gesehen im Online-Standard). Man spart sich Lehrer, Klassenräume und offene Lernformen. Man spart sich kompetenzorientierten Unterricht und Möglichkeiten für Schüler, das Vorgetragene ad hoc kritisch hinterfragen zu können.
Wo ist da die Nachhaltigkeit, Herr Dr. Walser?

harald.walser - 28. Nov, 18:03

Wenn jemand so etwas fordert, hätte es ...

mit Nachhaltigkeit in der Tat nichts zu tun. Wenn Sie auf mein Interview im standard.at anspielen, muss ich Sie ersuchen, nochmals genau zu lesen: In der Oberstufe für bestimmte Inhalte kann ich mir im Einzelfall auch mehr SchülerInnen bei Frontalunterricht vorstellen. Nicht generell, nicht auf Dauer.
Chrom (Gast) - 29. Nov, 00:22

Das bestätigt auch eine OECD-Studie vom September 2009

https://derstandard.at/1252036870250/OECD-Akademiker-bringen-dem-Staat-mehr-Geld-als-sie-ihn-kosten
"Dass Akademiker von ihrem höheren Bildungsabschluss finanziell profitieren, ist bekannt. Wie die OECD-Studie "Bildung auf einen Blick 2009" ("Education at a Glance") zeigt, ist der Abschluss eines Studiums auch für den Staat ein gutes Geschäft: Österreich nimmt durch einen Akademiker um 37.586 Dollar (kaufkraftbereinigt) mehr ein, als er für dessen Studium ausgegeben hat (55.608). Im OECD-Schnitt liegen die Staatsausgaben für einen Studenten bei 27.936 Dollar, die Einnahmen liegen bei 79.890 Dollar - was die "Regierungen stark zur Ausweitung des Tertiärbereichs motivieren könnte", schreibt die OECD..."

Es ist in mehrfacher Hinsicht verantwortungslos und dumm im Bildungs-und Sozialbereich alles halbtotzusparen oder es so hinzustellen, als würde uns Bildung und Soziales nur etwas kosten. Das sind Investitionen von welchen die Allgemeinheit profitiert!

Hätten unsere Investmentbanker mehr Bildung und Herzensbildung genossen, hätten sie uns auch nicht in diese katastrophale Krise geführt, für die sie nun keinerlei Verantwortung übernehmen müssen. Die wussten überhaupt nicht was sie tun, außer auf unsere Kosten schnelles Geld zu machen. In der Finanzwelt geht es ungehindert so weiter, weil keine politische Intelligenz weitere Finanzmarkt-Katastrophen verhindert und das Kronenzeitung-verbildete Wählervolk nichts durchschaut, sonst würden sie die ÖVP nie wieder als "Wirtschaftskompetenz" bezeichnen und auch noch wählen.
Es wäre bitter nötig den Begriff "Wachstum" neu zu definieren und ihn nicht nur auf das Wirtschaftswachstum vom Banken und Konzernen zu reduzieren, in welchen die Belegschaft gnädigerweise ein Sklavendasein führen und sich gegenseitig in mikrigen Konkurrenzkämpfen ausstechen darf. Wachsen müssten wieder die Menschen und die Menschlichkeit, die Bildung, die Freiheit, die Kultur und vor allem die Solidarität unter allen, die durch diese elitäre Politik zu leiden bekommen.
Der Neoliberalismus will die schnelle Kohle für einige Wenige, ihre populistischen Lobbys arbeiten nur für eine Legislaturperiode. Alles was für die Bevölkerung selbst von Nutzen oder längerfristig rentabel wäre, wird sabotiert und eingespart.

Die schäbigen, sozialdarwinistischen Neid-Debatten, die derzeit von der ÖVP mit dem Transferkonto losgetreten wurden, nehmen gar kein Ende mehr. Man beginnt auch bereits den Staat auf Kosten der Ärmsten und Hilflosesten zu sanieren, die sich dank Behördenwillkür am wenigsten wehren können.
Transparenz gern, aber dann für alle und für alles und nicht nur für Opfer dieser Eliten-Politik!

Kürzlich musste ich auf der Straße einen Passanten beobachten, der eine junge, protestierende Studentin mit den Worten niederbrüllte: "Wie komme ich dazu dein Studium zu finanzieren!?" So weit sind wir schon gekommen! Solchen Dumpfbacken kann man nur wünschen sie brauchen nie eine medizinische Behandlung.
Der Sinn solcher Neiddebatten ist einzig die Gesellschaft noch weiter zu schwächen, indem man sie völlig entsolidarisiert, verhetzt und vereinzelt. Gemeinsam wären Schwächere eben stärker als jeder allein, zersplittert und vertrstritten. Solidarität ist den Mächtigen nicht willkommen.
Respekt vor den schlauen Studenten, die sich nicht mehr so einfach abspeisen lassen und solche destruktiven Manipulationen durchschauen.
Das Einzige was uns aus der Krise führen kann, ist ohnehin die Wiedereinführung der vermögensbezogenen Steuern, die in den letzten Jahrzehnten von unseren Eliten zum Nachteil der Allgemeinheit abgebaut wurden. Ohne Einnahmen von den reichsten Profiteuren, die noch aus der Not der Ärmsten Profit schlagen, wird man dieses gigantische Staatsdefizit nicht in den Griff bekommen. Davon ist nicht abzulenken!

Akademiker (Gast) - 29. Nov, 17:43

Werter Dr. Walser!

Ihr Linkslinken macht es euch schon viel zu einfach und bequem, wenn ihr die Schuld für Bildungs-Versäumnisse GEWISSER Jugendlicher (Null-Bock-Generation, Integrationsverweigerer) dauernd auf das angeblich so undurchlässige und diskriminierende Bildungssystem abschiebt. Ich kann aus eigener Erfahrung berichten, dass man - mit entsprechenden Anstrengungen (und ohne diese geht es im Leben nun einmal nicht) - auch als Kind wenig begüterter Eltern in unserem Schulsystem bis hin zum Erwerb eines akademischen Abschlusses alle Chancen hat.

Fazit: Reformen als reiner Selbstzweck und Beschäftigungstherapie sind nicht nur im Bildungsbereich kontraproduktiv - schreiben Sie sich das hinter die Ohren!

Plumps! (Gast) - 29. Nov, 18:31

Nachdem Sie ja sehen....

...wie teuer Nicht-Bildung ist frage ich mich natürlich, wie dann die Grünen zu ihrer Migrationspolitik kommen. (Und ich meine jetzt nicht diese Heiße-Luft-Papiere, die in zT totalem Gegensatz zu den alltäglichen Aussagen stehen.)
Die Grünen fördern weiterhin Bildungsverhinderungsinstrumente wie die Parallelgesellschaften der türkischen MigrantInnen oder islamische Zentren und geißeln jeden Vorschlag zur Saktionierung der Bildungsverhinderung.

Noch ein kleiner Beitrag einer türkisch stämmigen Journalistin aus dem deutschen öffentlich-rechtlichen TV. Sicher wieder so eine Nazi-Frau.
https://www.alteknacker.at/2009/05/29/unglaublich-aber-wahr.html

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