Kommentare
zrambafurg - 2. Mai, 08:31
Finnland ist kein gutes Beispiel für Österreich
Trotz Gesamtschule und besseren Pisa-Testergebnissen ist die Jugendarbeitslosigkeit bei den Finnen mehr als doppelt so hoch als bei uns und daraus resultieren auch die erschreckend hohen Selbstmordraten bei jugendlichen Finnen.
Und wer sich wirklich ernsthaft mit unseren Sonderschulen befasst, erfährt, dass dort Großartiges geleistet wird. Gerade behinderte Schüler brauchen dringend Erfolgserlebnisse. Wie sollen sie diese haben, wenn sie zusammen mit Schülern in einer Klasse sind, die ihnen intelligenzmäßig haushoch überlegen sind?.
https://peter.eisenschenk.at/userfiles/File/2007-11-04_Pisa_und_Gesamtschule.pdf
Und wer sich wirklich ernsthaft mit unseren Sonderschulen befasst, erfährt, dass dort Großartiges geleistet wird. Gerade behinderte Schüler brauchen dringend Erfolgserlebnisse. Wie sollen sie diese haben, wenn sie zusammen mit Schülern in einer Klasse sind, die ihnen intelligenzmäßig haushoch überlegen sind?.
https://peter.eisenschenk.at/userfiles/File/2007-11-04_Pisa_und_Gesamtschule.pdf
harald.walser - 2. Mai, 11:24
Das ist ein problematischer Vergleich!
Ich zitiere Univ.Prof. Dr. Johann Bacher von der Abteilung für empirische Sozialforschung Institut für Soziologie an der Johannes Kepler Universität Linz:
„Ein Vergleich der Arbeitslosenquote von Jugendlichen zwischen Ländern ist problematisch, da die Arbeitslosenquote stark vom Bildungssystem und von der Teilhabe an diesem abhängt. Hinzu kommen können unterschiedliche Zählweisen. Die Zahlen sind daher nur bedingt vergleichbar. (...) Neben der Arbeitslosenquote sollten daher die Absolutzahlen, das Arbeitslosenrisiko (Risiko bezogen auf die Gesamtzahl der Jugendlichen) und deren zeitlicher Verlauf in einem Land betrachtet werden. Bezüglich des letzten Punktes zeigt sich in Finnland eine Abnahme der Jugendarbeitslosigkeit, in Österreich dagegen ein Anstieg. Die Ursachen sind nur zum Teil im Schulsystem zu suchen. In Finnland sind sie vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise der 1990er Jahre zu betrachten.“
„Ein Vergleich der Arbeitslosenquote von Jugendlichen zwischen Ländern ist problematisch, da die Arbeitslosenquote stark vom Bildungssystem und von der Teilhabe an diesem abhängt. Hinzu kommen können unterschiedliche Zählweisen. Die Zahlen sind daher nur bedingt vergleichbar. (...) Neben der Arbeitslosenquote sollten daher die Absolutzahlen, das Arbeitslosenrisiko (Risiko bezogen auf die Gesamtzahl der Jugendlichen) und deren zeitlicher Verlauf in einem Land betrachtet werden. Bezüglich des letzten Punktes zeigt sich in Finnland eine Abnahme der Jugendarbeitslosigkeit, in Österreich dagegen ein Anstieg. Die Ursachen sind nur zum Teil im Schulsystem zu suchen. In Finnland sind sie vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise der 1990er Jahre zu betrachten.“
zrambafurg - 2. Mai, 14:33
Da haben Sie natürlich Recht,
Herr Dr. Walser. Ganz allgemein gilt: Jeder Vergleich ist problematisch. Darum sollten auch Sie Österreich nicht mit Finnland vergleichen. Und was die Wirtschaftskrise betrifft, so könnten wir in Österreich die derzeitige Krise gut meistern, hätten wir es nicht alle zusammen (In einer funktionierenden Demokratie dürfen wir uns nicht auf die jeweilig Regierungen ausreden.) versäumt, in guten Zeiten entsprechende Mittel anzusparen. Alleine ein solches Ansinnen wurde von der jeweiligen Opposition als "Kaputtsparen" gebrandmarkt und strikt zurückgewiesen. So notwendig bildungspolitische Reformen auch sind, derzeit wird wohl das Geld für deren Umsetzung schwer aufzutreiben sein. Solange ich zurückdenken kann, gab und gibt es "Schulversuche", welche sicher schon Milliarden gekostet haben. Die meisten dieser Versuche sind im Sand verlaufen, ohne dass etwas über den Erfolg oder Misserfolg bekannt wurde.
harald.walser - 2. Mai, 17:12
Das kann ich so nicht gelten lassen!
Ich trete im Verfassungsausschuss für massive Sparmaßnahmen im Verwaltungsausbereich ein, im Gegensatz zu Regierungsvertretern, und bin da auf einer Linie mit den Experten vom WIFO, dem IHS, dem RH und KDZ. Und für - wie Sie richtig feststellen - völlig verunglückte Schulversuche können Sie beim besten Willen auch nicht jenen dafür verantwortlich machen, der das von Anfang an immer wieder gesagt hat.
Reden, Anträge und Ausschussarbeit
Trackback URL:
https://haraldwalser.twoday-test.net/stories/6317018/modTrackback