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7. Juni 2010

ÖVP: Der Beton bröckelt!

Das „Gymnasium für alle“ von Wissenschaftsministerin Beatrix Karl ist keine Alternative zur Gemeinsamen Schule, hat aber eine Diskussion ausgelöst.
Wir brauchen eine Schule, die die Förderung jedes einzelnen Kindes in den Mittelpunkt stellt. Voraussetzung dafür ist eine einheitliche Lehrerausbildung. Und wir brauchen Leitungspersonen mit Führungsqualität, die nach fachlichen Kriterien bestellt werden.
Der oberösterreichische Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer scheint das erkannt zu haben (Neue Diskussion über die Gesamtschule). Er fordert die Einführung der gemeinsamen Schule der 10- bis 14-Jährigen. Ich beglückwünsche ihn zu seinen klaren Worten. Er hat erkannt, dass bildungsnahe und bildungsferne Schichten immer weiter auseinanderdrifteten (https://ooe.orf.at/stories/448025/).
Die ÖVP wäre gut beraten, ihre Blockadehaltung gegen eine grundlegende Schulreform endlich aufzugeben. Offensichtlich läuft jetzt schon die Schulverwaltung ins Reformlager über. Da wird es eng für die schwarze Betonfraktion um Pröll und Neugebauer. Es ist höchst an der Zeit, dass die ÖVP die ideologische Brille abnimmt und in eine sachliche Diskussion eintritt.
Die soziale Auslese muss endlich beendet werden. Das selektive Schulsystem richtet großen Schaden an: an den Kindern, die unter seine Räder kommen, am sozialen Zusammenhalt in der Gesellschaft und am Wirtschaftsstandort.

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Kommentare
xorxe (Gast) - 8. Jun, 01:23

die förderung jedes einzelnen kindes in den mittelpunkt

dieser satz ist sehr wichtig
gerade wenn man von einer gemeinsamen schule aller 10- bis 14-jährigen spricht.

und es stellt sich für mich die frage, ob dies tatsächlich am besten in einer gesamtschule stattfinden kann/soll.

es gibt durchaus kinder, die nicht einfach sind - seien es nun kinder, die derzeit eine sonderschule besuchen, oder kinder, die leistungsmäßig weit über dem durchschnitt stehen

"kinder können so grausam sein" - dieser spruch hat schon etwas wahres, gerade wenn man bedenkt, dass gerade im alter von 10-14 sich oft gruppen unter schülern bilden und auch durchaus schon ausgrenzung stattfindet

man sollte nicht vergessen, dass kinder auch menschen sind
und unterschiedliche menschen unterschiedliche umgebungen (zurecht) präferieren

ich persönlich bin sehr froh, dass ich die möglichkeit hatte ein gymnasium zu besuchen

denn aufgrund meines wesens wäre ich in einer hauptschule von vielen mitschülern noch um einiges schlechter behandelt worden

ich will mir nicht vorstellen, wie es gewesen wäre mit einigen gleichaltrigen meines dorfes 4 jahre täglich die gleiche klasse, den gleichen schulweg, die gleichen aktivitäten zu besuchen etc.

ich möchte die gesamtschule nicht von vornherein ablehnen, doch sollte man nie vergessen, dass das wohl und die förderung jedes einzelnen kindes im mittelpunkt stehen muss

harald.walser - 8. Jun, 09:02

In einer Hauptschule schlechter behandelt?

Ihre Befürchtung, Sie wären in einer Hauptschule schlechter behandelt worden, mag - je nach Hauptschulstandort - stimmen. Ich habe ja kürzlich auf eine Studie des deutschen Kriminologen Christian Pfeiffer hingewiese, wonach die Hauptschule ein „Verstärkungsfaktor für Jugendgewalt“ sei, weil sich dort die „zusammengeballten sozialen Verlierer“ gegenseitig „negativ hochschaukeln“. Gerade deshalb brauchen wir eine sozial ausgewogene Gemeinsame Schule mit entsprechend ausgebildetem Personal. Und eine Frage zum Schluss: Wie war das mit vergleichbaren SchülerInnen wie Ihnen, die es nicht ins Gymnasium geschafft haben?
xorxe (Gast) - 8. Jun, 10:49

vergleichbare schüler

hätten es natürlich sehr schwer in einer hauptschule gehabt
ich behaupte ja eben nicht, dass das "typische ausgrenzungsopfer" in die gleiche schule/klasse wie der "typische hauptschüler" gehen soll (stark überspitzt formuliert)

aber genau da liegt ja das problem! wenn lehrer/ausgebildetes personal denkt mit maßnahmen wie "mediation" und gutes zureden alle probleme zwischen den verschiedensten jugendlichen einfach lösen zu können, finde ich das naiv

die hauptaussage meines denkanstoßes soll sein:

es ist zu hinterfragen ob es tatsächlich in jedem fall zielführend ist, klassen aus kindern komplett verschiedenen leistungsstufen/wesenszügen/verhaltens zusammenzustellen
das betrifft auch die diskussion rund um die abschaffung der sonderschule und integration in der volksschule
(das ganze darf keinesfalls als soziale schicht/herkunft/muttersprache interpretiert werden!!!)

stärkere differenzierung, zugunsten jedes einzelnen schülers, in einem auf ihn abgestimmtem umfeld

das kann imho durchaus auch in einer gesamtschule umgesetzt werden, allerdings bedarf es einem hohen (höheren) einsatz von ressourcen und es stellt ganz neue herausforderungen an die lehrperson, für die bislang kaum eine ausgebildet wurde

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