Bildungspolitik - in anderen Ländern reagiert man!
harald.walser | 10. Sep, 10:41 | 0 Kommentare
Ich habe auf diesem Blog schon mehrfach auf Länder hingewiesen, die auf schlechte Ergebnisse ihres Bildungssystem die richtigen Schlüsse gezogen und konsequente Reformen durchgeführt haben (Bildungsreform: Vorbild Polen!). So schafften es die Polen in den letzten eineinhalb Jahrzehnten beim Pisa-Test, sich vom hintersten ins vorderste Drittel vorzuarbeiten, Österreich hingegen rutschte etwa bei der lesekompetenz von Platz 19 auf Platz 31 ab.Nun zeigt uns auch Sachsen vor, wie es gehen kann. Im aktuellen Bildungsmonitor 2012 belegt das Bundesland Sachsen mit 86,8 Punkten den ersten Platz. 2004 lag Sachsen noch im deutschen Mittelfeld. Anders Bayern, das 2004 noch den zweiten Platz hinter Baden-Württemberg belegte und nun mit 74,2 Punkten sogar unter dem deutschen Durchschnitt von 74,4 Punkten zu liegen kommt.
Wie haben die Sachsen das erreicht? Ganz einfach: Sie haben umgesetzt, was wir Grüne seit Jahren fordern.
• Es ist gelungen den Anteil an Kinder in vorschulischen Bildungseinrichtungen deutlich anzuheben und auch die ganztägige Betreuung von SchülerInnen massiv auszubauen.
• In Sachsen besuchen heute 71,3% der GrundschülerInnen eine ganztägige Schule, teilweise mit verschränktem Unterricht. In Österreich stehen laut Unterrichtsministerium für dieses Schuljahr 116.772 Plätze an Nachmittagsbetreuung für rund 700.000 PflichtschülerInnen zur Verfügung.
• Das gilt auch für den Kindergarten: Bei den Drei- bis Sechsjährigen Kindern besuchen über 75% der Kinder ganztägige Einrichtungen besuchen (in Österreich 44,4%). Auch bei den Unter-Dreijährigen hat Sachsen das EU-Ziel von 30% in Kinderkrippen erreicht.
• Akademische Ausbildung für KindergartenpädagogInnen: Immerhin 6,8% des Personals in Kindertagesstätten haben einen Hochschulabschluss.
• Sachsen hat nach Thüringen den besten Wert in der Ausgabenpriorisierung für Bildungsagenden. Nicht so in Österreich. Hier ist der Anteil der Bildungausgaben am BIP seit 1995 deutlich gesunken - von 6,1% des BIP auf 5,5% (2008).
• Sachsen ist es gelungen, die Risikogruppe bei den PISA auf den deutschlandweit niedrigsten Wert zu senken. Ein Grund dafür ist, dass Sachsen nicht mehr - wie die anderen deutschen Bundesländer - auf ein dreigliedriges,sondern auf ein zweigliedriges Schulsystem setzt und die Gesamtschule zumindest intensiv diskutiert.
In Sachsen werden alle LehrerInnen an Universitäten ausgebildet. Die Ausbildung dauert zumindest acht Semester (für Grundschullehrkräfte).
Für Sachsen scheint zu gelten, was bei uns erst umgesetzt werden muss: „Kein Kind zurücklassen!“
Missstände im Bereich des Landesschulrates für Niederösterreich sind nichts Neues. Ich präsentiere am Dienstag im Rahmen einer Pressekonferenz einen besonders gravierenden Fall aus dem Machtbereich des Erwin Pröll (an sich reicht zur Schilderung ja schon die Karikatur von Oliver Schopf) – unterlegt mit schriftlichen Beweisen. Dabei geht es um ein bestens geöltes „politisches Informationssystem“ von den Schulen bis zum Landeshauptmann.
Die gestrige Aussage des Tiroler Landeshauptmanns Günther Platter, der entgegen der offiziellen Linie seiner Partei die Gesamtschule für „vorstellbar“ hält und sie „durchaus offensiv andenken - auch in Verbindung mit Ganztagsschule“ möchte (
Mehr Bewegung in Schule und Kindergarten? Gestern habe ich auf eine eher skurrile Anregung von Hans Krankl verwiesen (
„Es ist schwierig die Kernkraft zu rechtfertigen, wirklich schwierig.“ Dieser Satz stammt nicht von einem Vorkämpfer gegen die Atomkraft. Nein, er stammt vom Chef des Elektrizitätskonzerns „General Electric“ (GE). GE ist einer der größten Stromkonzerne weltweit, der in der Vergangenheit reichlich an Atomkraftwerken verdient hat
Wie der oder die ideale Lehrer_in im Idealfall programmiert sein sollte, zeigt die Karikatur in ironischer Form. Was Ministerin Schmied will, hat sie heute in einer Pressekonferenz kundgetan: „
Darf ich zu einem kleinen bildungspolitischen Quiz einladen? Neun Zitate mit sehr unterschiedlichen Inhalten von der ÖVP, ÖVP-ExpertInnen und den Grünen. Bitte raten Sie:
Reden, Anträge und Ausschussarbeit