Neue Mittelschule: Potemkin lässt grüßen!
harald.walser | 6. Mai, 18:31 | 0 Kommentare
Der russische Fürst Grigori Alexandrowitsch Potjomkin ist in die Geschichtsbücher eingegangen, weil er der Legende nach Katharina die Große bei ihren Inspektionsreisen durch Neurussland mit Dorfattrappen getäuscht hat, um ihr die fortgeschrittene Besiedlung der neuen Gebiete vorzuspiegeln („Potjomkinsche Dörfern“).
In Sachen Bildungspolitik und vor allem in Sachen Neue Mittelschule ist die Unterrichtsministerin nahe daran, ein ähnliches Schicksal zu erleiden. Diese Schulen können trotz des großen Engagements vieler Lehrkräfte die in sie gesetzten Erwartungen nämlich vielfach nicht erfüllen, weil schlicht die versprochenen Ressourcen oft nicht zur Verfüguung stehen.
Zur problematischen Situation an den Neuen Mittelschulen und der gleichzeitigen Desinformation durch das Ministerium habe ich heute eine parlamentarische Anfrage eingebracht:
Es wird sehr viel Geld aufgewendet, um in teuren Inseraten eine heile Bildungswelt zu beschreiben und etwa die angeblichen Qualitätskriterien der Neuen Mittelschulen zu bewerben. Die Realität schaut anders aus.
In Vorarlberg kommen nicht einmal alle sechs vom Ministerium bezahlten Stunden pro Klasse bei den SchülerInnen an, sondern versickern teilweise in der Landesbürokratie.
Statt die Schulwelt schönzureden und viel Geld in die Propaganda zu investieren, verlange ich von der Ministerin, die Arbeitsbedingungen von SchülerInnen und Lehrkräften an den Schulen zu verbessern und die angeblichen Qualitätskriterien auch zu garantieren. Immerhin heißt es in den Inseraten: „Pädagogische Konzepte/Schwerpunkte eines Standorts müssen (hervorgehoben von mir, Harald Walser) Vorgaben des Modellplans des Bundeslands entsprechen.“
Potemkin hat man übrigens Unrecht getan. In Wahrheit entsprang diese Legende dem Neid der anderen russischen Adeligen, die das verständliche Herausputzen der Dörfer für den Besuch der Zarin und der europäischen Adeligen übertrieben interpretierten. Ob das bei Claudia Schmied einst auch gesagt werden kann?
Für uns gilt: „Kein Kind zurücklassen!“
In Sachen Bildungspolitik und vor allem in Sachen Neue Mittelschule ist die Unterrichtsministerin nahe daran, ein ähnliches Schicksal zu erleiden. Diese Schulen können trotz des großen Engagements vieler Lehrkräfte die in sie gesetzten Erwartungen nämlich vielfach nicht erfüllen, weil schlicht die versprochenen Ressourcen oft nicht zur Verfüguung stehen.
Zur problematischen Situation an den Neuen Mittelschulen und der gleichzeitigen Desinformation durch das Ministerium habe ich heute eine parlamentarische Anfrage eingebracht:
Es wird sehr viel Geld aufgewendet, um in teuren Inseraten eine heile Bildungswelt zu beschreiben und etwa die angeblichen Qualitätskriterien der Neuen Mittelschulen zu bewerben. Die Realität schaut anders aus.
In Vorarlberg kommen nicht einmal alle sechs vom Ministerium bezahlten Stunden pro Klasse bei den SchülerInnen an, sondern versickern teilweise in der Landesbürokratie.
Statt die Schulwelt schönzureden und viel Geld in die Propaganda zu investieren, verlange ich von der Ministerin, die Arbeitsbedingungen von SchülerInnen und Lehrkräften an den Schulen zu verbessern und die angeblichen Qualitätskriterien auch zu garantieren. Immerhin heißt es in den Inseraten: „Pädagogische Konzepte/Schwerpunkte eines Standorts müssen (hervorgehoben von mir, Harald Walser) Vorgaben des Modellplans des Bundeslands entsprechen.“
Potemkin hat man übrigens Unrecht getan. In Wahrheit entsprang diese Legende dem Neid der anderen russischen Adeligen, die das verständliche Herausputzen der Dörfer für den Besuch der Zarin und der europäischen Adeligen übertrieben interpretierten. Ob das bei Claudia Schmied einst auch gesagt werden kann?
Für uns gilt: „Kein Kind zurücklassen!“
„Treibhäuser der Zukunft“ nennt der Hamburger Journalist, Erziehungswissenschafter und Filmautor Reinhard Kahl seine Filme über Modelle erfolgreicher Schulen. Diese „Treibhäuser“ infizieren die Kinder mit dem Lernvirus, statt sie mit „Stoff“ abzufüllen. Es sind faszinierende Filme, die für eine neue Schule zu begeistern vermögen und in denen vieles von unserem Modell der „Grünen Schule“ schon verwirklicht ist. Im Zentrum steht die Lust am Denken und Lernen. Nähere Infos: „
Es gehört zu den angenehmen Aufgaben eines Abgeordneten, SchülerInnen aus dem In- und Ausland das Parlament zu zeigen. Hie und da entwickelt sich daraus schon im Vorfeld eine spannende inhaltliche Diskussion. So haben mir heute SchülerInnen des „Lycée Victor Hugo“ in Besançon den unten stehenden Brief geschickt, den ich gerne hier zur Diskussion stelle (ich selbst möchte ihn heute noch unkommentiert so stehen lassen):
Fritz Neugebauer freut sich. Michael Spindelegger setzt den bildungspolitischen Retro-Kurs der ÖVP fort: „Ich bin gegen die Gesamtschule. Wir brauchen ein differenziertes System. Da bin ich wohl nicht verhandlungsbereit.“
Es mag ein kleines Beispiel sein. Aber es kann – um beim Wort zu bleiben - wahrhaft „beispielgebend“ sein. Unser Grüner Stadtrat Martin Konzet (im Bild ganz rechts) hat in Dornbirn den ÖVP- Bürgermeister Wolfgang Rümmele (2. von links) immer wieder scharf angegriffen, weil dieser der Einführung einer Ganztagsklasse an der Volksschule Edlach nicht zustimmen wollte. Das Bohren des harten Brettes zeitigt jetzt Erfolg. Die „Vorarlberger Nachrichten“ berichten: „Nun schaut es wieder anders aus. Ab Herbst wird an der Volksschule Edlach eine ganztägige Schulform angeboten, wenn das Interesse groß genug ist. Dies teilte die Stadt gestern mit. Die Ganztagsklasse wird vorerst als Projekt in einer Klasse angeboten. Der Besuch ist für vier Jahre verpflichtend. Vorrang haben berufstätige Eltern. Auch der Schulweg sollte für das Kind zumutbar sein. Die Entscheidung darüber ist Sache der Eltern.“
Reden, Anträge und Ausschussarbeit