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Bildung

16. Februar 2011

„Modulare Oberstufe“ – wieder nur reine Ankündigungspolitik?

Rechnen Ministerinnen mit der Vergesslichkeit der Opposition? An der Einführung eines Kurssystems vor allem in Deutsch, Mathematik und Fremdsprachen in der Oberstufe führt laut Unterrichtsministerin Claudia Schmied „kein Weg vorbei“. Das sehe ich auch so. Vor allem aber habe ich das schon immer so gesehen und habe die Ministerin zuletzt im Budgetausschuss am 16.12. darauf angesprochen. Damals hat sie noch gemeint, sie sehe keinen (!) Zusammenhang zwischen der modularen Oberstufe und dem Sitzenbleiben und hat damit die kontraproduktiven Einsparung durch „Nichtumsetzung des Vorhabens Modulare Oberstufe“ im Loipersdorfer Papier gerechtfertigt.
Nun scheint plötzlich alles wieder anders zu sein und man erkennt auch im Ministerium, dass das Sitzenbleiben – ich zitiere - „sehr viel mit Schulkultur zu tun und ist nicht unbedingt mit Leistung in Verbindung zu bringen“ sei. Das belegt die Wissenschaft seit Jahrzehnten. Und auch das ist Fakt: „Die These, dass Sitzenbleiben ein Instrument zur Leistungssteigerung ist, ist nicht haltbar.“
Nun will Schmied für alle 800 Oberstufen-Standorte bereits für das Jahr 2012 „einen Stufenplan“ vorlegen. Wieder einer der vielen Widersprüche in der typisch österreichischen Ankündigungspolitik – wir werden aber auch bei diesem Thema nicht locker lassen.
11. Februar 2011

Volksbegehren für Bildungsreform!

SchultafelGestern Nachmittag haben wir uns auf den Antragstext für das Volksbegehren geeinigt. Alle, die eine ernsthafte Schulreform wollen, konnten sich durchsetzen. Es ist ein Text mit Biss und einer klaren Ansage. Auch die Forderung nach einer „Gemeinsamen Schule“ wurde in den Einschreibtext aufgenommen. Er hat folgendes Aussehen:
„Wir fordern mittels Bundes(verfassungs)gesetzlicher Regelung ein faires, effizientes und weltoffenes Bildungssystem, das so früh wie möglich alle Begabungen des Kindes fördert und Schwächen ausgleicht, autonome Schulen ohne Parteieneinfluss, eine leistungsdifferenzierte, hochwertige gemeinsame Schule bis zum Ende der Schulpflicht und ein Angebot von ganztägigen Bildungseinrichtungen, eine Aufwertung des LehrerInnen-Berufs und die stetige Erhöhung der staatlichen Finanzierung für UNIS auf 2 Prozent des BIP bis 2020.“
Nun gilt es zu rennen: Das Volksbegehren muss ein Erfolg werden. Setzen wir ein Zeichen für die gemeinsame Schule!
Und am Schluss sollte auch für Österreichs Bildungspolitik Gültigkeit haben: „Kein Kind zurücklassen!“
8. Februar 2011

PISA-Diskussion am Mittwoch in Feldkirch

Das könnte spannend werden: „Was tun nach dem PISA-Schock?“ So lautet der Titel einer Diskussion, zu der die „Vorarlberger Nachrichten“ einladen:
• Pädagogische Hochschule Feldkirch, Hörsaal A
• Mittwoch, 9. Februar 2011, 19 bis 20.30 Uhr
Ich diskutiere das Thema mit Schullandesrat Siegi Stemer, der Volksschullehrerin Gabriele Milz, BAKIP-Direktor Gerhard Frontull und Lehrlingsausbildner Otto Bechter. Der VN-Stammtisch wird auch live im Internet unter www.vol.at übertragen.
Worin liegen die Ursachen für das PISA-Debakel? Immerhin gibt es ein Drittel RisikoschülerInnen, wenige Spitzenleistungen, große Niveauunterschiede, die gleichzeitig ein krasses Abbild der sozialen Verhältnisse sind und insgesamt Ergebnisse deutlich unter dem OECD-Schnitt. Leider gilt das auch für Vorarlberg, das eine eigene Auswertung in Auftrag gegeben hat.
„Wenn jetzt alles richtig gemacht wird, werden wir uns bis 2018 wesentlich verbessern“ , meint Günter Haider, der PISA-Verantwortliche für Österreich. Aber was ist denn nun richtig und wichtig? Darüber scheiden sich die Geister. Ich werde an diesem Abend versuchen, unser Zukunfstkonzept deutlich zu machen: die „Grüne Schule“.
Für uns alle hat in der Bildungspolitik jedenfalls zu gelten: „Kein Kind zurücklassen!“
4. Februar 2011

Schule: Schluss mit der Defizitorientierung!

Schule_ist_kuhl„Ich sehe schon, dass du das kannst. Kommen wir zur nächsten Frage“, so oder so ähnlich geht es zu in unseren Schulen. Unser ganzes System ist darauf ausgerichtet zu entdecken, was ein Kind in der Schule eventuell nicht weiß oder kann. Statt dass wir das in den Vordergrund stellen, was Kinder können und sie dadurch motivieren: „Schön, dass du das kannst Du. Erzähl mir mehr davon!“
Nun gibt es eine Studie der Psychologin Brigitte Sindelar von der Sigmund-Freud-Uni in Wien, die genau das bestätigt, was wir in unserem Bildungsprogramm (hier als Download: Bildungsprogramm (pdf, 481 KB)) fordern: Wir müssen weg von der Defizitorientierung, denn das ständige Anstreichen von Fehlern in der Schule führt zu schlechten Leistungen. SchülerInnen hingegen, deren richtige Lösungen anstelle der Fehler markiert werden, lernen mehr. Das Projekt nennt sich „Fehlerkiller“. Hier nähere Informationen als Download Sindelar_Studie (pdf, 40 KB).
LehrerInnen an Wiener Volksschulen markierten vier Jahre bei 250 Kindern alles, was diese beim Schreiben, Rechnen und Lesen richtig gemacht hatten. Der Vergleich mit 380 traditionell bewerteten SchülernInnen zeigt, dass „Fehlerkiller“-Kinder viel bessere Leistungen erbringen und wesentlich motivierter sind. Das sagt ja auch die Hirnforschung und wird von der Projektleiterin Sindelar bestätigt: „Wenn man das Richtige markiert, wird auch das Richtige im Gedächtnis abgespeichert!“ Umgekehrt führe das Anstreichen von Fehlern dazu, dass sich Schülerinnen das falsche Wortbild einprägten. Also: Fehler anstreichen ist kontraproduktiv!
Für uns gilt: „Kein Kind zurücklassen!“
3. Februar 2011

Bildungsvolksbegehren ohne Reizworte?

Nun ist die Katze also aus dem Sack. Hannes Androsch will ein „breit angelegtes“ Bildungsvolksbegehren „ohne Reizworte“. Das scheint ihm zu gelingen, denn wer zahlt, der schafft bekanntlich auch an.
Seine Initiative ist sehr zu begrüßen, die konkrete Entwicklung aber sehe ich zunehmend skeptisch. Heute nun wurde jener Text präsentiert, der nach langen Verhandlungen auch unsere Grüne Zustimmung erhalten hat (Text_Bildungsvolksbegehren (pdf, 286 KB)), obwohl wir vieles anders formuliert hätten und einiges durchaus problematisch ist. Der Kern aber passt: „Wir fordern ein sozial faires, inklusives Bildungssystem, in dem die Trennung der Kinder nach ihren Interessen und Begabungen erstmals am Ende der Schulpflicht erfolgt.“ Somit ist die gemeinsame Schule der 10- bis 14-Jährigen zwar nicht ausdrücklich angesprochen, aber de facto gefordert.
Das ist - auch - unser Erfolg. Mir ist aber klar: Noch ist dieser Erfolg nicht in trockenen Tüchern, denn erst wenn der Einreichtext vorliegt, ist klar, ob es nicht doch ein Wischiwaschi-Volksbegehren wird. Einer weiteren Verwässerung werden wir ganz sicher nicht zustimmen! Erst der Einreichtext ist das, was die Leute dann auch wirklich unterschreiben.
Und dass dieser entscheidende Text noch immer nicht präsentiert werden kann, beweist, dass offenkundig von ÖVP-Seite noch massiv interveniert wird. Hier zeichnet sich wohl eine unheilige Allianz zwischen der Betonfraktion im ÖAAB und der Industriellenvereinigung ab. Wenn man dieser Regierung in Sachen Schulreform Beine machen will, muss die jetzige klare Formulierung für eine gemeinsame Schule der 10- bis 14-Jährigen im Einreichtext vorkommen.
Für uns gilt: „Kein Kind zurücklassen!“
2. Februar 2011

Bildungsvolksbegehren: Es geht ans Eingemachte!

Das von Hannes Androsch initiierte Bildungsvolksbegehren geht heute in die entscheidende Phase. Wir Grüne sind sehr froh darüber, dass hier von einem prominenten Industriellen eine Initiative ausgeht, haben aber ebenso klar und deutlich ausgesprochen, dass wir für ein regierungskompatibles Volksbegehren nicht zur Verfügung stehen. Ich habe das gestern gegenüber der Presse auch deutlich zum Ausdruck gebracht: „Politik von innen: Krach ums Bildungsvolksbegehren“. Aus unserer Sicht muss natürlich die Forderung nach einer Gemeinsamen Schule Bestandteil eines solchen Volksbegehrens sein. Teile der ÖVP wollen das unbedingt verhindern, weil sich die Regierung wohl keine weitere Großbaustelle leisten kann. Unverständlich, denn in Sachen Gemeinsame Schule bröckelt sogar in der FPÖ der Bildungsbeton. Die Vorarlberger Freiheitlichen haben heute im Landtag eine entsprechende Forderung unterstützt (PISA: Opposition übt Kritik an ÖVP). Nur noch die ÖVP beharrt stur auf einem Schulsystem, dessen Grundkonzept ins 19. Jahrhundert reicht.
Bei den Initiatoren und UnterstützerInnen hingegen scheint sich mit folgender Formulierung eine Lösung abzuzeichnen: „Wir fordern ein sozial faires Bildungssystem, in dem die Trennung der Kinder nach ihren Interessen und Begabungen erstmals am Ende der Schulpflicht erfolgt.“ Das ist die Forderung nach einer Gemeinsamen Schule bis zum 14. Lebensjahr. Heute Abend werden wir beim „Vernetzungstreffen“ über diese Formulierung diskutieren und den Text für das Volksbegehren mit den übrigen UnterstützerInnen abstimmen. Wenn die Formulierung in dieser Klarheit bleibt, ist das für uns als Kompromiss tragbar und wäre ein schöner Erfolg unserer Hartnäckigkeit. Morgen Donnerstag wird Hannes Androsch dann den Text in einer Pressekonferenz öffentlich vorstellen.
Für uns alle hat in Sachen Schule zu gelten: „Kein Kind zurücklassen!“
30. Januar 2011

So funktioniert die „Grüne Schule“!

Wie funktioniert denn Euer Modell der „Grüne Schule“? Die Frage habe ich gestern bei einer Diskussion gestellt bekommen. Abgesehen, dass die Besucher dieses Blogs am angegebenen Link (Grüne Schule) Genaueres erfahren, muss ich zugeben, dass ich mich gestern selbst gefragt habe: „Wo soll ich denn anfagen?“
Am besten bei der Realität. Denn unser Modell der „Grüne Schule“ ist keines, das in der Theorie für den „St.-Nimmerleins-Tag“ entwickelt worden ist, es wird in Facetten tagtäglich erprobt. Ein Beispiel aus meiner Vorarlberger Nachbarschaft ist das zuletzt ausgezeichnete Buchser Schulmodell („Buchser Schulmodell erhält Preis“). Dort werden die SchülerInnen in sogenannten „Lernlandschaften“ unterrichtet. Das bedeutet, dass die KlassenlehrerInnen - wie im Grünen Bildungsprogramm (hier zum Download ) vorgesehen - aus der Rolle der RichterIn in die Rolles eines Coaches wechseln, für alle SchülerInnen individuelle Lernpläne zusammenstellen und sie in regelmäßigen Einzelgesprächen begleiten. Die SchülerInnen erhalten sogenannte „Input-Lektionen“, arbeiten dann aber selbstständig und/oder in kleinen Gruppen in Lernateliers.
Das führt uns im Gegensatz zu den „Reformen“ in Österreich dorthin, wo das Ziel einer jeden Bildungspolitik sein muss: „Kein Kind zurücklassen!“
26. Januar 2011

Österreich weltweit Spitze - bei Zugangshürden im Bildungsbereich!

testÖsterreich ist weltweit Spitze - wenn es um Zugangshürden im Bildungsbereich geht. Im Rahmen einer Pressekonferenz habe ich heute zum „Konzept“ einer „mittleren Reife“ Stellung bezogen.
Was bedeutet die „mittleren Reife“ für eine Familie, die ein Kind in der Unterstufe hat? Was passiert, wenn die mittlere Reife nicht bestanden wird? Lehre statt Uni? Wird das eine standardisierte Prüfung, bei der auch die Elitekinder durchfallen können (weil der Einfluss der Eltern ausgeschaltet wird), oder wird es wieder so wie in nicht wenigen Fällen am Beginn und Ende der Volksschule: wessen Eltern erfolgreich intervenieren, der oder die besteht?
Statt Hürden abzubauen, bauen wir in Österreich immer weitere Hürden auf und legen insbesondere Kindern aus bildungsfernen Schichten Steine in den Weg. Kein einziges unserer vielen bildungspolitischen Probleme wird durch die Mittlere Reife gelöst. Im Gegenteil: Es werden neue Probleme geschaffen.
• Kein Land trennt die Kinder so früh wie wir, also mit neuneinhalb Jahren. Deutschland folgt mit zehn Jahren, die anderen Länder trennen teilweise erst mit 16 Jahren.
• Und jetzt soll mit der „mittleren Reife“ eine weitere Hürde aufgebaut werden. Auch hier wären wir dann weltweit Spitze. In keinem anderen Land gibt es eine „mittleren Reife“ bereits mit 14 Jahren. Am ehesten noch in der Slowakei, wo die Aufnahme ins Gymnasium nur nach einer erfolgreichen Aufnahmeprüfung mit 14 Jahren erfolgt. Wollen wir uns wirklich an einem Land orientieren, dass bei dem letzten PISA-Test in der Lesefähigkeit nur knapp vor Österreich liegt (mit 477 Punkten, Ö: 470 Punkte)? Oder wäre es nicht doch besser, sich an europäischen Spitzenländern wie Finnland zu orientieren?
Von einem Konzept kann bei diesem Vorschlag von Schmied und Karl nicht gesprochen werden.
• Noch ist völlig unklar, wie diese Prüfung ausschauen soll. Schmied spricht von einem Zeugnis mit „verbalen Ergänzungen“. Dann haben wir ja wieder subjektive Einschätzungen von Lehrkräften. Dass LehrerInnenurteile bei gleicher SchülerInnenleistung oft sehr unterschiedlich ausfallen, ist hinlänglich bekannt. Wie werden künftig wohl die Zeugnisse jener SchülerInnen ausschauen, bei denen sich die Eltern bei der Lehrerin stark machen und jene, bei denen die Arbeiter/Hausfrauen-Eltern nie einen Schritt in die Schule setzen?
• Noch ist völlig unklar, warum es die „mittleren Reife“ braucht. Nach der ÖVP-Logik haben wir die Besten der Besten ja bereits mit neuneinhalb Jahren aussortiert und in eine Eliteschule gesteckt. Nimmt die ÖVP und mit ihr offensichtlich auch BM Schmied jetzt an, dass die Besten der Besten nach vier Jahren Eliteschule jenen Stand nicht erreichen, den die meisten in der Hauptschule bzw. Neuen Mittelschule erreichen sollten?
• Schmied meint, es sei „naheliegend“, dass Bildungsstandards, die es für die achte Schulstufe ab dem Schuljahr 2012 gibt, „eine Rolle spielen werden“. Ich war von Anfang an mit meiner Schule bei der Entwicklung dieser Standards beteiligt. Es handelt sich dabei um „Regelstandards“ und nicht um „Minimal-Standards“ – und somit um ein völlig anderes Kompetenz-Konzept.
Ein modernes pädagogisch-didaktisches Konzept muss im Gegensatz dazu gerade die Doppelrolle von Lehrenden – Coach und Richter – auflösen und nicht noch verstärken. Schmied macht sich aber zur Erfüllungsgehilfin der bildungspolitischen Retropolitik von Pröll sen., Pröll jun., Neugebauer & Co. Aus Koalitionsraison wird Steuergeld in einem viergliedrigene Schulsystem mit der gesamten dahinterliegenden Verwaltung verschwendet, obwohl aus Sicht der Ministerin darin kein Vorteil zu finden ist!
Ich habe die Ministerin aufgefordert, diesen teuren pädagogischen Unsinn umgehend zu stoppen, mit der Geldverschwendung durch die inzwischen viergliedrige Sekundarstufe zu beseitigen und endlich nachvollziehbare Schritte in Richtung Schulreform zu setzen. Was wir jetzt haben, ist teuer und zudem kontraproduktiv.
Wir können es uns nicht leisten, Begabungen verkümmern zu lassen.
Das oberste Prinzip unserer Bildungspolitik hat zu lauten: „Kein Kind zurücklassen!“
24. Januar 2011

„Mittlere Reife: SPÖ-Funktionäre ratlos“

Fasching ist. Lustig ist es dennoch nicht. Die chaotische Bildungspolitik der Bundesregierung gefährdet den Bildungsstandort Österreich und hat inzwischen trotz des Streits auch keinen Unterhaltungswert mehr. Früher hieß das Match in Sachen Bildung Rot gegen Schwarz. Jetzt heißt es Jeder gegen Jeden. Neuer Höhepunkt ist der unausgegorene Vorschlag einer Mittleren Reife. Der Standard titelt zurecht: „Mittlere Reife: SPÖ-Funktionäre ratlos“.
Im Kern lautet die Botschaft: „Die SPÖ hat dem VP-Konzept der "Mittleren Reife" zugestimmt - Was das bedeutet, ist SPÖ-Politikern noch nicht ganz klar“
Ich kann der rotschwarzen Einigung auf die Mittlere Reife ebenfalls nichts abgewinnen: Den Regierungsparteien fallen nur Knock-Out- und Selektionsmaßnahmen ein, wenn es um eine Schulreform geht. Nach dem peinlichen Polit-Schauspiel der letzten Monate rund um Gymnasium für alle versus neue Mittelschule für alle glauben SPÖ und ÖVP nun die Lösung gefunden zu haben: Das ist bestimmt nicht der Weisheit letzter Schluss und diese Neuerung wird die Probleme und Defizite des österreichischen Schulsystems sicher nicht beheben.
Statt dem peinlichen rotschwarzen Politgerangel lautet unsere Botschaft: „Kein Kind zurücklassen!“
19. Januar 2011

Ethikunterricht für alle Kinder gemeinsam!

Seit 1997 gibt es den Schulversuch Ethikunterricht. Heute hat sich ein prominentes Personenkomitee mit Bischof Michael Bünker an der Spitze in einer Pressekonferenz dafür ausgesprochen, Ethik als alternatives Pflichtfach einzuführen.
Das Problem und der Ansatz sind nachvollziehbar: Es braucht eine fundierte Werteerziehung für alle SchülerInnen. Also auch jene, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen.
Über die Lösung aber muss diskutiert werden: Der Religionsunterricht wird an unseren Schulen immer mehr zu einem Minderheitenprogramm und stellt die Schulleitungen oft vor große organisatorische Probleme. Es gibt beispielsweise keine Betreuungsmöglichkeiten für Kinder, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen. Angesichts der Pluralität unserer Gesellschaft werden die Auseinandersetzung um allgemein verbindliche Grundwerte aber immer wichtiger. Deshalb ist eine fundierte Beschäftigung mit den Grundlagen unserer Kultur - speziell auch mit den verschiedenen Religionen - unerlässlich. Es ist daher notwendig, dass sich alle Kinder gemeinsam und unter sachkundiger Anleitung möglichst vorurteilsfrei damit auseinandersetzen. Wir brauchen also statt des jetzigen konfessionellen Religionsunterrichts einen allgemeinen Ethik- und Religionen-Unterricht.
Das bedeutet keineswegs das Aus für den konfessionellen Religionsunterricht, der auf freiwilliger Basis am Nachmittag sehr wohl ebenfalls angeboten werden kann. Ich habe meine Überlegungen dazu übrigens auf diesem Blog schon mehrfach ausgeführt (etwa Kein Denkverbot beim Religionsunterricht! oder Religionsunterricht - und die Rolle des Staates!).

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