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Bildung

18. Januar 2011

„Walser darf nicht in die Schule!“

Ich habe gestern über die merkwürigen Methoden des Wiener Stadtschulrates gebloggt („Wer fürchtet sich vorm Grünen Mann?“). Die Sache ich heute noch skurriler geworden. Der „Standard“ berichtet unter dem Titel „Walser darf nicht in die Schule!“ über die seltsame Argumentation des Stadtschulrates: „Im Stadtschulrat heißt es dazu, Walser habe sich schlicht nicht an das vorgesehene Prozedere gehalten, nämlich vorher im Stadtschulrat nicht um Besuchserlaubnis gefragt.“
Wie bitte? Ich werde von der Direktorin der Schule eingeladen und muss dann beim Stadtschulrat vorsprechen, ob die Einladung Gültigkeit hat? Das ist eine seltsame Polit-Bürokratenlogik. Aber wer weiß, Leonid Breschnew hätte im verflossenen Sowjetreich das sicher auch so gesehen wie der aktuelle Wiener Stadtschulrat! Deshalb braucht es in Wien ja mehr Grün.
Aber lassen wir das Politgeplänkel und wenden wir uns dem wirklich Wichtigen zu. Für uns gilt: „Kein Kind zurücklassen!“
17. Januar 2011

Wer fürchtet sich vorm Grünen Mann?

Kürzlich hat mir eine Lehrerin der Theodor-Kramer-Schule in Wien ein Mail geschickt und mir über das spannende pädagogische Konzept der Schule berichtet. Das Mail endete - wie etliche andere freundliche Mails: „Sie sind herzlichst eingeladen!“
Ich habe natürlich angenommen, für morgen war mit der Direktorin ein Termin ausgemacht und ich hätte - außerhalb der Unterrichtszeit - mit interessierten KollegInnen der Schule darüber gesprochen, wie wir positive pädagogische Konzepte in unser Regelschulwesen übernehmen können.
Wenn da nicht der Stadtschulrat (SSR) wäre: Soeben wurde ich von der Direktorin nämlich wieder ausgeladen. Sie bedauere sehr, aber der SSR habe Auftritte von PolitikerInnen an Schulen verboten. Eine Lüge: Bundeskanzler Faymann lässt sich nämlich hie und da an Schulen blicken. Ohne Probleme. Dafür mit zig JournalistInnen im Tross. Und auch ich war schon zu Besuch an Schulen in Wien - mit Wissen des SSR und teilweise in Begleitung eines vom SSR beauftragten Inspektors. Damit ja nichts passiert!
Wer fürchtet sich also plötzlich vorm Grünen Mann? Das Vorgehen der Verantwortlichen im Stadtschulrat erinnert an den verwelkten Charme verflossener sowjetischer Politkommissare. Während sich Faymann zu Propagandazwecken an Schulen begibt und sich mit Kindern abbilden lässt, wollte ich mich - ohne Journalistentross - über das pädagogische Konzept informieren und mit den Betroffenen über Schulentwicklung diskutieren. An die Möglichkeit einer ernsthaften Diskussion mit den Betroffenen aber scheinen die Verantwortlichen im Stadtschulrat nicht zu glauben. Ohne ernsthaften Kontakt mit Eltern, Lehrkräften sowie vor allem mit Schülerinnen und Schülern wird Schulpolitik wohl weiterhin so praxisfremd bleiben wie bisher.
Ich habe daher umgehend eine parlamentarische Anfrage an Ministerin Schmied gerichtet: Anfrage_Schulbesuche (doc, 28 KB)
Und übrigens. Für uns gilt: „Kein Kind zurücklassen!“
14. Januar 2011

Rechnungshofbericht: teilweise über 30 Kinder in einer Klasse!

„Das Schulsystem ist zu teuer“, so der einhellige Tenor. Wo aber könnte gespart werden? Nicht dort, wo SPÖVP und ihr blaues Anhängsel das wollen - nämlich bei den LehrerInnen -, sondern dort, wo Geld de facto zum Fenster hinausgeschmissen wird. Der Rechnungshof zeigt das in verdienstvoller Weise immer wieder auf. Zuletzt das Beispiel Bundesschul-Controlling.
Jetzt wird versprochen, verschiedene Abteilungen zusammenzulegen - etwa sollen im Ministerium Budgetierung und Budgetcontrolling zu einer statt jetzt vier Abteilungen zusammengefasst werden, es soll eine Vereinheitlichung bei der Schülerverwaltung geben (aus den jetzigen 50 Softwareprogrammen sollen sieben werden).
Das ist aber sicher noch zu wenig. Ich habe daher in einer Aussendung gefordert, dass es umgehend zur Einführung eines wirkungsvollen Controllings kommen muss (wohin gehen die vielen Werteinheiten, die nie bei den Kindern in der Klasse ankommen?). Wenn wir dieses Problem lösen, haben wir jenes Geld, das wir brauchen. Dann könnten auch endlich die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden. Wenn wir die viel zu häufige Überschreitung der Klassenschülerhöchstzahl 25 anschauen, fällt nämlich auf, dass mehr als die Hälfte aller ersten Klassen in der AHS-Unterstufe mehr als 25 SchülerInnen hat und es - ohne jede gesetzliche Grundlage - sogar Klassen mit mehr als 30 SchülerInnen gibt. Zudem habe ich die Ministerin daran erinnert, dass der Gesetzgeber die Überschreitung der Höchstzahl 25 nur unter bestimmten Bedingungen erlaubt, etwa um den Erhalt von Schulstandorten zu sichern oder um Abweisungen von SchülerInnen zu vermeiden. Wenn aber insbesondere bei Volks-, Haupt- und Polytechnischen Schulen die Überschreitung des Richtwerts 25 damit begründet wird, dass die Schulen privat geführt werden, verletzt der Bund seine Aufsichtspflicht, denn das ist eindeutig kein im Gesetz geforderter besonderer Grund. Dieser Missstand muss umgehend abgestellt und ein wirkungsvolles Controlling eingeführt werden.
Wie will diese Regierung eine Bildungsreform auf die Beine stellen, wenn sie nicht einmal in der Lage ist, ihre eigenen gesetzlichen Vorgaben im Schulbereich zu erfüllen? Die notwendige Gemeinsame Schule für alle Kinder bis zum 14. Lebensjahr kann nur gelingen, wenn man sie finanziell entsprechend ausstattet. Dazu braucht es ein Bekenntnis der gesamten Regierung und entsprechende Budgetmittel. Wenn nicht einmal die jetzigen gesetzlichen Bestimmungen einhält, haben die Betroffenen wenig Hoffnung, dass so eine Reform gelingen kann!
13. Januar 2011

„Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen!“

Jetzt werden wir mal kurz biblisch: „Denn wer da hat, dem wird gegeben werden, dass er Fülle habe; wer aber nicht hat, von dem wird auch genommen, was er hat“ - so heißt es bei Matthäus 25,29. Dieser „Matthäus-Effekt“ aus dem „Gleichnis von den anvertrauten Zentnern“ trifft kaum wo besser zu als bei unserem Bildungssystem. Man kann es auch etwas drastischer übersetzen: „Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen!“
Neben Deutschland haben wir das sozial selektivste Bildungssystem der Welt. So hat bei uns ein Kind in der Hauptschule, das aus bildungsfernen Schichten stammt, eine Chance von 7%, die Matura zu machen. Ein Kind aus der Mittelschicht mit gut ausgebildeten Eltern, das die AHS besucht, macht mit 93-prozentiger Wahrscheinlichkeit die Matura. Die Leistungen dieser Kinder decken sich aber zumindest teilweise, denn die besten 20% der HauptschülerInnen in der untersten (also der dritten) Leistungsgruppe erbringen bei PISA die gleichen oder bessere Leistungen als die untersten 20% in den AHS! Die einen in der AHS haben aber alle höheren Bildungswegchancen, die anderen praktisch keine. Dieses System will die ÖVP erhalten!
In Deutschland hat sich nun eine Plattform gebildet, die Jugendlichen aus bildungsfernen Schichten hilft: „ArbeiterKind.de“ ist nicht nur ei­ne in­for­ma­tive Webs­i­te rund ums Stu­dium, sondern bietet auch ganz konkret die Hilfe von rund 1000 Men­to­rInnen in ganz Deutsch­land - ab­solut kosten­los und ohne Ver­pf­lich­tun­gen.
Das wäre doch was auch für Österreich! Bedarf besteht jedenfalls.
Für uns gilt übrigens im Gegensatz zu den schwarz-roten BildungsbetoniererInnen: „Kein Kind darf zurückbleiben!“
10. Januar 2011

Schulreform als schwarz-roter Etikettenschwindel!

PK_Walser_Glawi_10-1-2011Schon zu Beginn des Neuen Jahres steht fest: Beatrix Karl ist die bildungspolitische Enttäuschung und Josef Pröll ist der bildungspolitische Betonmischer des Jahres 2011.
Österreich braucht dringend ein modernes Schulsystem. Aber: Die ÖVP will das nicht und die SPÖ traut sich nicht.
Die Kernbotschaft des letzten Freitag präsentierten schwarzen Bildungsprogramms ist klar: „Die Mittelschule kommt, das Gymnasium bleibt!“ Dabei fällt die ÖVP zurück in die alten Kulturkampf-Parolen. Josef Pröll: Die Gemeinsame Schule sei ein „Einheitsbrei“ und führe „zur Nivellierung nach unten“. Man fragt sich, wieso die Spitzenländer im Bildungsbereich allesamt mit ihrem „Einheitsbrei“ besser liegen als unsere Elite in den Gymnasien. Ist die österreichische Elite dümmer als der Durchschnitt in Finnland oder Kanada?
Laut Pröll sollen sich die Schultypen ähnlicher werden, weil künftig sowohl in der NMS als auch in der AHS der Unterricht in Modulen stattfinden soll. Haben die Vor- und Nachdenker in der ÖVP schlicht vergessen, dass Hauptschule und Gymnasium schon jetzt einen wortidenten Lehrplan haben und somit schon jetzt eigentlich gleich und nicht nur ähnlich sein sollten?
Ministerin Beatrix Karl hat versprochen, dass die Bildungsentscheidung künftig erst mit 14 Jahren falle. Warum werden Kinder dann mit zehn Jahren getrennt in angeblich Begabte und weniger Begabte?
Der schwarze Prüfungswahn treibt seltsame Blüten: Künftig soll es für alle 14-Jährigen eine neue Hürde für den weiteren Bildungsweg geben – die Mittlere Reife. Sie entscheidet darüber, ob diese Jugendlichen in eine AHS und Berufsbildende Höhere Schule (BHS) gehen dürfen. Ist es nachvollziehbar, dass wir Kinder mit zehn Jahren in Begabte und weniger Begabte trennen und dann mit 14 Jahren auch die sogenannten Begabten, die erfolgreich die gymnasiale Unterstufe besucht haben, einer Prüfung unterziehen?
Jetzt muss aber auch die SPÖ in die Pflicht genommen werden. Wenn Bundesministerin Claudia Schmied dieses ÖVP-Bildungsprogramm lobt („Es ist ein Schritt in die absolut richtige Richtung.“), muss ihr entgegengehalten werden, dass das Gegenteil der Fall ist. Sie hat von Anfang an Hoffnungen erzeugt, die mit dem Modell NMS nicht verwirklicht werden können. Die Warnungen der Grünen wahr jetzt leider wahr: Die Neue Mittelschule ist ein Etikettenschwindel und hat mit der Gemeinsamen Schule nichts zu tun. Im Gegenteil: Mit ihr wurde aus einem dreigliedrigen ein viergliedriges Schulsystem (AHS, Hauptschule, Sonderschule, Neue MittelschuleI). Das bedeutet vier Verwaltungsapparate, vier Schulstandorte, vier Bildungskonzepte, viermal Schul-Inspektionen usw. Eine Aufhebung der Zehnprozentbeschränkung der neuen Mittelschule ist daher keine Reform, sondern eine Fortsetzung des bisherigen Kurses auf dem Rücken der Kinder. Wir brauchen Integration statt Selektion!
Österreich hat eines der sozial selektivsten Bildungssysteme der Welt: Den Reichen wird gegeben, den Armen wird genommen. Laut Statistik Austria besuchen nur 20% der 10- bis 14-Jährigen aus armutsgefährdeten Haushalten eine AHS, aber fast genau doppelt so viele (37%) aus nicht armutsgefährdeten Familien.
Noten sind ungerecht und widerspiegeln nicht das Leistungsvermögen der Kinder: Zwischen den formal besten MathematikerInnen (AHS oder 1. LG mit Note „Sehr gut“) und jenen, die in der 2. LG mit „Genügend“ (was nicht zum Besuch einer höheren Schule berechtigt), gibt es große Überlappungsbereiche: die obersten 20% mit einem „Genügend“ in der 2. Leistungsgruppe sind im Test besser als die untersten 20% der „Sehr gut“-SchülerInnen in den AHS!
Wo es die Wahlmöglichkeit zwischen Hauptschule und AHS-Unterstufe gibt, entscheidet die Bildungs-Herkunft der Eltern welche Schule ihre Kinder besuchen: 59 % der Kinder von Eltern mit Uni-Abschluss besuchen eine AHS, haben die Eltern keinen Schulabschluss gehen 92% in die Hauptschule.
Durchlässigkeit: ein Kind in der Hauptschule hat eine Chance von 7% die Matura zu machen, besucht ein Kind die AHS und haben die Kinder Uni-Abschluss, liegt die Chance eines Maturaabschlusses bei 93%.
Die Leistungen der obersten 20% der HauptschülerInnen in der untersten (also der dritten) Leistungsgruppe decken sich mit den untersten 20% in den AHS! Und nun kommt das „Aber“:
• die eine Gruppe (AHS) hat alle höheren Bildungswegchancen
• die andere Gruppe hat keine Chancen
Dieses System will die ÖVP erhalten!
Für uns gilt im Gegensatz zu den schwarz-roten BildungsbetoniererInnen: „Kein Kind darf zurückbleiben!“
7. Januar 2011

ÖVP-Bildungsprogramm trägt Fritz Neugebauers Handschrift!

Für dieses Bildungsprogramm hätte sich die ÖVP nun wahrlich nicht so viel Zeit nehmen müssen, denn im Kern lautet die Botschaft: „Weiter so wie bisher!“ So viel Ignoranz gegenüber den Ergebnissen der pädagogischen Forschung haben sich wohl nicht viele vorstellen können. Die ÖVP hat jeden Gestaltungswillen aufgegeben. Die wesentlichen Punkte ihres „neuen“ Retro-Bildungsprogramms sind hier nachlesbar - und auch der ORF titel da ja nicht zu unrecht: „AHS soll wie bisher erhalten bleiben
Nach dem ÖVP-Bildungs-Klau beim Budget kommt jetzt die nächste Reformbremse. Was Josef Pröll und Ministerin Karl heute präsentiert haben, ist alter Wein in neuen Schläuchen. Das ÖVP-Konzept trägt die unglückliche Handschrift von Fritz Neugebauer. Eine Aufhebung der Zehnprozentbeschränkung der neuen Mittelschule ist keine Reform, sondern eine Fortsetzung des unbefriedigenden Status Quo in der Bildungspolitik auf dem Rücken der Kinder. Mit der Neuen Mittelschule neben der Hauptschule haben wir jetzt ein viergliedriges (AHS, Hauptschule, Sonderschule, Neue MittelschuleI System bei den 10- bis 14-Jährigen: vier Verwaltungsapparate, vier Schulstandorte, vier Konzepte, vier Inspektionen usw. Diese Geldverschwendung ist nicht mehr tragbar. Die ÖVP muss endlich ihre ideologischen Scheuklappen ablegen und sich für das öffnen, was alle seriösen ExpertInnen vertreten: eine moderne gemeinsame Schule der Zehn- bis 14-Jährigen mit der Möglichkeit zur Differenzierung und dem individuellen Eingehen auf die Bedürfnisse der Kinder. Vom Vorschlag der Ministerin für ein „Gymnasium für alle“ ist nichts übrig geblieben, die Ministerin ist eingeknickt. Eine Schulreform muss die Kinder in den Mittelpunkt stellen. Wenn die ÖVP dies weiter ignoriert, werden wir ein weiteres wichtiges Jahr für eine große Bildungsreform verlieren.
6. Januar 2011

„COOL“: das braucht die Schule!

Es gibt sie, die positiven Beispiele aus dem österreichischen Schulsystem. In Oberösterreich zum Beispiel gibt es seit 1996 eine erfolgreiche Initiative zur Stärkung von Eigenverantwortung, Selbstständigkeit und Sozialkompetenz von SchülerInnen: Cooperatives Offenes Lernen (COOL) ist eine Initiative von LehrerInnen, die vom sogenannten Daltonplan der amerikanischen Reformpädagogin Helen Parkhurst inspiriert wurde. Ausgangspunkt waren engagierte Lehrkräfte in Steyr, wo auch heute das „COOL Impulszentrum“ steht. Ich habe es kürzlich mit einem Mitarbeiter besucht.
Das Ziel von „COOL“: Die spürbare Veränderung des Schulalltags von SchülerInnen und LehrerInnen und die Einbindung der Eltern.
„COOL“ individualisiert das Lernen, fördert und fordert die Kooperation, entwickelt Kompetenzen und nachhaltiges Wissen. Das Projekt ist überaus erfolgreich und stößt schon jetzt an seine Grenzen, denn immer mehr Lehrkräfte aus dem Pflichtschulbereich und der AHS wollen ebenfalls mitmachen. Aufgrund der begrenzten Möglichkeiten ist das (noch) nicht beziehungsweise nur in engem Rahmen möglich, denn allein im Bereich der BHS waren zu Beginn des Jahres eingebunden:
• ca. 100 österreichischen Schulen
• davon sind 44 zertifiziert
• etwa 1.000 LehrerInnen und mehr als 20.000 SchülerInnen
„COOL“ - das österreichische Schulwesen braucht mehr socher Initiativen!
Für uns gilt: „Kein Kind darf zurückbleiben!“
27. Dezember 2010

LehrerInnen als „eierlegende Wollmilchsau“?

Immer mehr Aufgaben werden von Staat und Gesellschaft an die Schule delegiert, eine logische Entwicklung in einer hochentwickelten Gesellschaft. Nicht wenige erkennen darin aber den „Untergang des Abendlandes“. Sie wollen die Entwicklung stoppen, indem sie nicht reagieren. So in etwa schaut die Position der ÖVP aus - und sie lässt die Lehrkräfte mit den zusätzlichen Aufgaben allein.
Unter den gegebenen Bedingungen aber sind diese Aufgaben nicht zu bewältigen. Es braucht bauliche Investitionen in die Schule, es braucht eine Neudefinition der Rolle von Lehrkräften, es braucht eine neue Ausbildung, ein neues Dienst- und Besoldungsrecht. Das ist natürlich eine politische „Herkulesaufgabe“ - deshalb müssen wir endlich damit anfangen.
Unter dem Titel „Lehrkräfte als `Wunderwuzzis´?“ habe ich heute in der „Presse“ einen Gastkommentar zu einem der Aspekte - der Ausbildung - verfasst.
Und bei allen anderen Problemen, unser Bildungssystem hat sich daran zu orientieren: „Kein Kind darf zurückbleiben!“
18. Dezember 2010

Buchtipps für Weihnachten

Eines der deprimierendsten Ergebnisse der Pisa-Studie: Nur 50 Prozent der 15-Jährigen bei uns haben Freude am Lesen! Wen wundert das, wenn ein Landeshauptmann wie der selbsternannte Bildungsexperte Erwin Pröll stolz darauf ist, nur ein einziges Buch gelesen zu haben. Es handelt sich dabei übrigens um Karl Mays „Der Schatz im Silbersee“. Und nicht ganz untypisch ist, dass das in der eigenen Partei auch noch gut ankommt. Sein ehemaliger Landesparteisekretär Ernst Strasser: „Das mögen die Leut', damit wirkt der Landeshauptmann wenigstens net so obergscheit.“ Nein, „obergescheit“ wirkt er wirklich nicht!
Vielleicht wären aber doch ein paar Buchtipps für Weihnachten ganz gut.
Als Sachbuch würde ich „Der engagierte Lehrer und seine Feinde: Zur Lage an Österreichs Schulen“ von Nikolaus Glattauer empfehlen, denn die wahren Helden in unserem Schulsystem sind die LehrerInnen, die sich nicht unterkriegen lassen. Die engagiert ihren Weg gehen. Sie auch noch zu prügeln, wie das Pröll jun. und sen. in den letzten Wochen gemacht haben, ist eine Zumutung!
Kann man Kindern vom Holocaust erzählen? Man kann! Monika Helfer/Michael Köhlmeier: „Rosie und der Urgroßvater“. Helfer und Köhlmeier leben in Hohenems, der einzigen Gemeinde in Vorarlberg, in der bis zur NS-Zeit eine jüdische Gemeinde existierte. Sie wurde von den Nazis ausgelöscht. Das Buch erzählt von einem „kleinen Ort in Österreich“, in dem über viele Generationen die jüdischen Vorfahren der Protagonisten wohnten.
Und natürlich darf zu Weihnachten ein Krimi nicht fehlen. Don Winslows „Tage der Toten“ ist allerdings nichts für die feinen und subtilen Differenzierungen, aber es geht halt auch um einen amerikanischen Drogenfahnder und den mexikanischen Drogenkrieg beziehungsweise die Strukturen der mexikanischen Drogenmafia. Friedliche Feiertage ;))
Und schließlich noch das Motto für unser Bildungssystem: „Kein Kind darf zurückbleiben!“
16. Dezember 2010

„Auf der Suche nach der Schule der Zukunft!“

Wer am österreichischen Bildungssystem (ver)zweifelt, tut gut daran, die vielen positiven Beispiele anzuschauen, die es im ganzen Land gibt. Es gibt nämlich nicht nur das Pisa-Desaster in unserem Land. Es gibt an allen Schulen LehrerInnen mit unglaublichem Engagement. Und es gibt darüber hinaus viele private und öffentliche Schulen, in denen Chancengerechtigkeit, Lernfreude und persönliche Bestleistungen für alle Kinder zur Kernphilosophie gehören und nicht zu Schlagworten verkommen. Man muss nur hinschauen - und hingehen. Ich habe das in den letzten Wochen mehrfach gemacht und mir vor Ort jeweils viele Anregungen für ein modernes und gerechtes - vor allem für ein schülerInnengrechtes - Schulsystem geholt. Über eine dieser Reisen berichtet „Der Standard“: „Auf der Suche nach der Schule der Zukunft!
Für uns gilt: „Kein Kind darf zurückbleiben!“

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