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Bildung

15. Dezember 2010

Zum Budgetdesaster: Grüner Speakers Corner!

Da kann ich nur sagen: Hinkommen und mitmachen!
Die Ausschussverhandlungen finden hinter verschlossenen Türen statt, wir wollen den Widerstand aber sichtbar machen. Unserer Ansicht nach wurde KritikerInnen, Betroffenen und deren InteressenvertreterInnen kein ausreichendes Forum geboten, ihre Bedenken, Sorgen und Änderungsvorschläge zu artikulieren. Kanzler und Bundeskanzler haben zwar zu mehreren Gipfeln geladen, aber immer unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Ein echter Diskurs sieht anders aus.
Daher haben wir zu den wichtigsten Ausschüssen einen „Speakers Corner“ aufgebaut. Hier können VertreterInnen der Zivilgesellschaft ohne Maulkorb ihre Meinungen zu den einzelnen Einsparungen kundtun.
Am Mittwoch wird es vor dem Parlament zwei Speakers Corners geben: Um 10 bis 11.30 Uhr zu den beschämenden Einsparungen in der Entwicklungszusammenarbeit und um 12.30 – bis 13.30 Uhr zu den Rasenmäher-Kürzungen im Familienbereich.
Am 16. Dezember von 11.30 bis 13.30 Uhr ist dann das Thema Schule an der Reihe - diesmal am Minoritenplatz. Im Bildungsbereich ist der Reformstillstand wohl am verheerendsten und geht auf Kosten der Zukunft der Jugend! Hinkommen und mitreden!
Für uns gilt: „Kein Kind darf zurückbleiben!“
14. Dezember 2010

Josef Pröll: Die Lehrkräfte sind schuld an Pisa!



Wir können es machen wie Josef Pröll und die Schuld am Pisa-Debakel den Lehrkräften zuschieben. Einerseits meint der ÖVP-Parteiobmann, die „Gesamtschule Volksschule“ sei schuld am miserablen Abschneiden der 15-Jährigen. Die „schwarze Logik“ treibt aber noch seltsamere Blüten. Pröll lässt über seinen Sprecher der Öffentlichkeit ausrichten: „Es sind Zweifel angebracht, die Gesamtschule als Allheilmittel anzupreisen, in der gute und schlechte Lehrer, gute und schlechte Schüler durcheinandergemischt werden. Das verschärft das Problem mehr, als es zu lösen.“
Das ist eine unfassbare Entgleisung. „Gute“ und „schlechte“ SchülerInnen dürfen ja nicht vermischt werden, diese krude ÖVP-Logik kennen wir schon. Jetzt sagen die Schwarzen aber auch ganz offen, was sie von den PflichtschullehrerInnen halten. Wo sind denn jetzt die „guten“ und die „schlechten“, die laut Pröll nicht „durcheinandergemischt“ werden dürfen? Mit den „guten“ LehrerInnen können ja wohl nur die AHS-LehrerInnen gemeint sein, die „schlechten“ sind demnach die HauptschullehrerInnen. Oder kann jemand etwas anderes aus dieser Ausage herauslesen?
Statt LehrerInnen-Bashing zu betreiben, bringe ich nächste Woche eine bildungspolitischen „Notstands-Antrag“ zur Hebung der Lesekompetenz ein (Entschliessungsantrag_Lesekompetenz (doc, 36 KB)).
Mein Schlusswort wie immer: „Kein Kind darf zurückbleiben!“
Und diesmal ein kleiner Anhang: „Keine Lehrkraft darf beleidigt werden!“
13. Dezember 2010

Schule: Reformen wirken schnell!

Das ist doch einmal eine gute Nachricht: Schulreformen wirken schneller als erwartet. Das ist das Ergebnis einer kürzlich veröffentlichte Studie der Unternehmensberatung McKinsey (Mehr Eigenverantwortung entscheidend für Verbesserung guter Schulsysteme). Untersucht wurden 20 Schulsysteme, in denen sich SchülerInnen laut internationalen Studien wie PISA oder TIMSS deutlich verbessert hatten - ausgehend von sehr unterscheidlichen Niveaus. McKinsey untersuchte rund 575 Reformmaßnahmen und Methoden, die in diesen Schulsystemen zum Einsatz kamen, und interviewte 200 LehrerInnen, WissenschafterInnen und PolitikerInnen. Die entscheidende Frage war: Warum haben sie sich die SchülerInnen in diesen Ländern verbessert?
Das Ergebnis der Studie bestätigt, was wir seit lange fordern: Positiv wirkte sich etwa ein genaues Verfahren beim Zugang zum Lehrberuf sowie mehr vorschulische Praxis in der Ausbildung aus. Ein weiterer entscheidender Faktor für die Verbesserung der Schulsysteme ist mehr Eigenverantwortung für Schulen und LehrerInnen, gegenseitiges Coaching der Lehrkräfte, gegenseitiges Feedback, Karrierepfade mit entsprechend abgestuftem Gehalt sowie mehr pädagogische Befugnisse der Schulen. Wo das beherzigt wurde, waren die Leistungen innerhalb von sechs Jahren „erheblich“ besser als zuvor.
Für uns gilt: „Kein Kind darf zurückbleiben!“
11. Dezember 2010

Bildungspolitiker im Pisa-Test!

Das war ein interessantes Experiment: Pro7/Sat1-Austria hat die Bildungspolitiker zum Pisa-Test gebeten - mitgemacht haben waber nur Walter Rosenkranz (FPÖ) und ich. Über die Ursachen dieser mageren Teilnahme möchte ich nicht spekulieren ;))

ÖVP-Bildungspolitik: „Unsere Vergangenheit ist die Zukunft!“

Jetzt wissen wir es: Die ÖVP wandelt auf den Spuren des legendären Helmut Qualtinger. Nein, nicht der „Herr Karl“ ist gemeint (oder zumindest nicht nur), die ÖVP hält an „Qualtingers Position“ im Schulbereich fest - freilich ohne Verständnis für dessen ironischen Unterton: „Unsere Vergangenheit ist die Zukunft!“



1960. Woher kannte dieser Mann die Position der ÖVP in Sachen Schule 2010? Tatsache ist: Qualtinger wusste vor 50 Jahren, was die ÖVP in Sachen Bildung heute predigt: unser aller Heil liegt im differenzierten Schulsystem! Das mag damals zumindest den konservativen Teil der Gesellschaft überzeugt haben, war aber genauso ewiggestrig wie es heute jenseitig ist. Vielleicht konnte Qualtinger aber gar nicht in die Zukunft sehen, vielleicht hat sich nur die ÖVP ein halbes Jahrhundert lang keinen Zentimeter bewegt? Wie würde Helmut Qualtinger die Prölls, Neugebauers und Amons wohl heute karikieren? Oder machen sie das eh schon selbst? Wie lange rufen die Schwarzen noch Hoch auf den von ihnen verursachten Stillstand und auf die Vergangenheit?
Für uns gilt: „Kein Kind darf zurückbleiben!“
8. Dezember 2010

„Schwarze Pädagogik“: zurück ins 19. Jahrhundert!

Das also will die ÖVP: ein Schulsystem für die Elite und eines für das gemeine Volk. In einer ORF-Diskussion über die Pisa-Ergebnisse habe ich den Vorarlberger Schullandesrat Siegi Stemer (ÖVP) auf die einfache Tatsache hingewiesen, dass es ein großer Fehler ist, alle schwächeren SchülerInnen in einer Klasse und vielleicht sogar noch in einer dritten Leistungsgruppe zu konzentrieren. Das führt zu einer negativen Spirale nach unten, macht die schwächeren SchülerInnen schwächer, stärkt aber die stärkeren nicht. Pisa ist ein Beleg dafür.
Die „Presse“ hat über das neue ÖVP-Bildungsprogramm („ÖVP-Bildungspapier: Sprachtests und kein Sitzenbleiben“) berichtet: noch mehr Selektion durch die „Mittlere Reife“, noch mehr sowie möglichst gar noch frühere Aussonderung von Kindern und künftig noch mehr Leistungsgruppen sogar im Gymnasium bis hin zu „High Potential Groups“! Das ist das genaue Gegenteil dessen, was die international erfolgreichen Modelle einer Gemeinsamen Schule vormachen. Sehr erfolgreich sogar: in ihnen gibt es deutlich mehr SpitzenschülerInnen und nur einen Bruchteil unserer RisikoschülerInnen.
Stemer hat in dieser Radio-Diskussion glasklar das ÖVP-Programm bestätigt und lässt nach etwa 19 Minuten (hier zum Nachlesen und zum Nachhören: RV-Forum: Forderung nach Gesamtschule) die Katze aus dem Sack: Wir wollen das Gymnasium für etwa 20 Prozent der SchülerInnen für die Elite, der Rest soll in die Hauptschule. Wie es halt im 19. Jahhundert funktioniert hat. Nur: Wir sind jetzt im 21. Jahrhundert.
Für uns gilt: „Kein Kind darf zurückbleiben!“
6. Dezember 2010

Pisa: die Zeit der Sonntagsreden ist vorbei!

Schiefer-TurmNun ist es also soweit - der schiefe Turm von Pisa ist noch etwas schiefer. Zumindest wenn man ihn in Verbindung bringt mit dem österreichischen Bildungssystem. Leidtragende sind die Kinder in der Schule, die allein gelassenen Lehrer und die Eltern. Die Medien berichten soeben:
Österreich fällt beim PISA-Test 2009 in allen Kategorien stark zurück. Beim Lesen erreichten die heimischen SchülerInnen im Schnitt nur noch 470 Punkte (2006: 490). Das bedeutet einen Rückfall vom 16. auf den 39. Rang. In den Naturwissenschaften fällt Österreich mit 494 Punkten (2006: 511) von Rang zwölf auf Rang 30 zurück. In Mathematik reichte es zu 496 Punkten (2006: 505), was einen Rückfall von Platz 13 auf 24 bedeutet. 2009 wurden 65 Länder getestet, 2006 waren es 57.
Diese katastrophalen Ergebnisse bedeuten ein glattes Nicht Genügend für die Bildungspolitik von Rot, Schwarz und Blau in den letzten 20 Jahren. Das unverantwortliche Treiben der Herren Pröll, (E.) Pröll, Faymann und Co muss ein Ende haben, die Zeit der politischen Sonntagsreden ist vorbei! Österreich muss eine grundlegende Bildungsreform angehen. Jetzt braucht es einen Aufschrei aller ÖsterreicherInnen!

„Lehrerbildung neu“ - Niveau- und Lohndumping?

Wir nehmen einmal an, dass das Ministerium unter dem Begriff „Lehrerbildung neu“ auch die Ausbildung der Lehrerinnen meint.
Gut an den Plänen ist, dass die Ausbildung für LehrerInnen künftig an Unis und Pädagogischen Hochschulen auf Hochschulniveau erfolgen und gemeinsame Kernbereiche umfassen soll. Problematisch sehe ich, dass wie vor 100 Jahren Ober- und UnterlehrerInnen geschaffen werden sollen: Voraussetzung für den Berufseinstieg soll der Bachelor-Abschluss sein, bestimmte Funktionen und Aufgaben an der Schule verlangen dann einen Master. Wenn wir den Beruf aufwerten wollen, braucht es den Masterabschluss für alle!
Eines sollten Schmied und Karl zudem bedenken: Lehrkräfte spielen die entscheidende Rolle, wenn es um die Reform des Schulwesens geht. Als Direktor eines altehrwürdigen Gymnasiums weiß ich, wovon ich spreche: Ohne die Bereitschaft, Neues zu denken und zu wagen, wäre viele Reformschritte nicht möglich gewesen. Ohne begeisterte und reformoffene Lehrkräfte läuft absolut nichts im Bildungswesen. Da habe ich an meiner Schule zum Glück sehr viele engagierte KollegInnen gehabt.
LehrerInnen müssen gut ausgebildet sein. Die Anforderungen an den Beruf wachsen: Lehrkräfte sollen alle SchülerInnen altersgerecht fördern, fachlich gut unterrichten, Lernprozesse begleiten, sie sollen erziehen und betreuen, Schulen entwickeln und ihre Arbeit evaluieren. LehrerInnen müssen also Experten für Lernen und Lehren sein, die mit der Unterschiedlichkeit der SchülerInnen umgehen können.
Ohne ein attraktives neues Dienst- und Besoldungsrecht werden wir für diese komplexen Aufgaben nicht die Bestqualifizierten bekommen!
29. November 2010

„Gute Bildungspolitik ist gute Familienpolitik!“

Es ist eigentlich eine Binsenweisheit: gute Bildungspolitik ist gute Familienpolitik. Unser Bildungssystem bewirkt leider, dass soziale Ungerechtigkeit eher verstärk als abgebaut wird. Kinder aus unteren sozialen Schichten haben in kaum einem Land so wenig Bildungschancen wie in Österreich. Die Schule muss sich ändern - wir müssen die Elementarbildung, also den Kindergarten, stärker als Bildungseinrichtung betrachten, wir müssen wegkommen vom Reproduzieren und den Lehrkräften die Möglichkeit geben, mit ihren Kindern offene Lernformen zu erproben. Dazu muss sich die Ausbildung der Lehrkräfte genauso ändern wir die Infrastruktur: Das Mittagessen ist in diesen Bildungseinrichtungen ebenso selbstverständlich wie kostenlos. Dass es zudem die Gemeinsame Schule bis zumindest zum 14. Lebensjahr braucht, sollte sich auch langsam herumsprechen.
Einen bemerkenswerten Kommentar zum Thema Bildungspolitik als Familienpolitik haben drei AutorInnen (Sonja Dörfler, Norbert Neuwirth, Christiane Rille-Pfeiffer) vom Österreichische Institut für Familienforschung an der Universität Wien veröffentlicht: „Familienpolitik-und-Bildungspolitik_eine-notwendige-Allianz (pdf, 19 KB)“.
Die Kernthesen: Die staatliche Unterstützung von jungen Menschen ist heute eher eine bildungspolitische als eine familienpolitische Herausforderungen, und die Diskussion um die Kürzung der Familienbeihilfe geht am eigentlichen Problem vorbei. Wir brauchen neue bildungspolitische Instrumente, die den unterschiedlichen Bildungswegen bzw. Lebensentwürfen von jungen Menschen Rechnung tragen.
25. November 2010

„Klassenkampf um die Schule!“

Mit RegierungsvertreterInnen über die Bildungsreform zu diskutieren, kostet Nerven. Gestern hatte ich in einer einstündigen Diskussionssendung auf ATV die Gelegenheit dazu. Hier zum Nachsehen: „Klassenkampf um die Schule: Rote Minister gegen schwarze Landesfürst
SPÖ-Bildungssprecher Elmar Mayer möchte ich attestieren, dass er um eine inhaltliche Diskussion bemüht ist. Von Lukas Mandl, dem neuen ÖAAB-Generalsekretär und ÖVP-Landtagsabgeordneter in Niederösterreich, kann man das leider nicht behaupten. Am sinkenden Vertrauen der ÖsterreicherInnen in das Bildungssystem sind vor allem er und seine KollegInnen aus der ÖVP schuld. Sie blockieren seit Jahren und Jahrzehnten mit ihrem ständigen „Njet“ jede Reform - allen voran Landeshauptmann Pröll. Mit allen Parteien kann man sprechen, sogar mit der FPÖ und dem BZÖ, nicht aber mit der ÖVP.
Wer ein Zeichen gegen den Stillstand im Bildungsbereich setzen möchte, hat die Möglichkeit dazu: „Petition gegen Provinzialisierung und Postenchacher im Schulbereich!“

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