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Bildung

25. November 2009

„Entscheidungsgesellschaft“ und gemeinsame Schule!

Am vergangenen Sonntag hat der Klagenfurter Mathematiker und Philosoph Rudolf Fischer auf dem Zukunftskongress der Grünen einen spannenden Vortrag gehalten. Es ging um die „Entscheidungsgesellschaft“.
Fischer hatte gleich eine gute Nachricht parat: Entscheiden kann gelernt werden. Indem man es tut - und das möglichst gemeinsam. Unser gegenwärtiges Bildungssystem nimmt den Menschen Entscheidungen allerdings weitgehend ab. Es gibt ein paar Verzweigungsentscheidungen, sonst wird man an der Hand geführt, von einer Wichtigkeit zur nächsten. Die wichtigsten Entscheidungen im Bildungsprozess betreffen die Gestaltung desselben. Hier sind die Mitwirkungsmöglichkeiten der Lernenden nach Alter unterschiedlich - von Kindergartenkindern kann man nicht so viel Gestaltungsverantwortung erwarten wie von Studenten. Die Möglichkeiten sind aber weit größer, als derzeit realisiert wird.
Der Ort, an dem die Heranwachsenden verpflichtend mit Fremdheit konfrontiert werden, ist die Schule, eventuell bereits der Kindergarten. Heutzutage erfolgt diese Konfrontation in einem Ausmaß, wie das seit Einführung der Schulpflicht noch nie der Fall war. Schule und Kindergarten stellen Übungsfelder für den Übergang von Fremdheit zu Nähe dar. Fischer hat auf einen wesentlichen Umstand hingewiesen: „Es kann dabei auch zu Überforderungen kommen, daher ist behutsam vorzugehen. Niemandem, der sich gegen diese Überforderungen wehrt, sollte man deswegen vorschnell einen Vorwurf machen, z. B. den der Fremdenfeindlichkeit.“ Dem kann ich nur zustimmen, denn zu Empathie kann niemand gezwungen werden. Jede(r) hat ihre/seine Empathie-Grenze. Es geht darum, Verständnis zu schaffen.
Fischer hat auch gesagt, dass dies ein (!!) Grund sei, warum er für eine gemeinsame Schule der Schulpflichtigen ist: In dieser Schule kann (!) eine Integrationsleistung erbracht werden: „Vielfach werden der Gedanke der schulischen Integration und der Gedanke der Begabungs- und Begabtenförderung bzw. Elitenbildung gegeneinander ausgespielt. Ich habe eine durchaus positive Einstellung zur Vorstellung, dass Eliten gebraucht werden. Allerdings: Eliten, die durch Absonderung erzeugt bzw. gefördert werden müssen, die sich möglicherweise dann dadurch auszeichnen, dass sie nur miteinander können, aber nicht mit anderen – ich nenne sie in Analogie zu Fach-Idioten Elite-Idioten – brauchen wir weniger dringend als Kommunikations- und Verantwortungseliten, die mit anderen gemeinsam etwas zustande bringen.“
24. November 2009

Personalvertretungswahlen im öffentlichen Dienst

Am Mittwoch und Donnerstag finden die Personalvertretungswahlen für den Öffentlichen Dienst statt. Insbesondere bei den LehrerInnen sind in einigen Bereichen spannende Ergebnisse zu erwarten. Gelingt es der schwarzen Mehrheitsfraktion, die vorhandene Unsicherheit für ihre Zwecke zu nutzen oder werden jene Kräfte gestärkt, die zukunftsweisende Konzepte präsentieren und für die das strikte „Nein“ für alle Reformvorschläge kein erstrebenswerter Zustand ist?
Schon jetzt sind viele PädagogInnen am Ende ihrer Kräfte, weiterzumachen wie bisher ist daher verantwortungslos. Zudem kommen auf Lehrerinnen und Lehrer aller Schulformen und Schulstufen in den nächsten zehn Jahre große Änderungen zu. Der allgemeine Trend zu mehr ganztägig geführten Schulen bedeutet eine wesentliche Änderung für das Berufsbild. Der künftig notwendige individualisierte Unterricht in stark heterogenen Klassen braucht entsprechende Vorbereitung. In großen Klassen ohne Unterstützung durch BegleitlehrerInnen ist diese Herausforderung nicht zu meistern.
Die Modularisierung in höheren Schulen bedarf einer neuen Art der Arbeits- und Jahresplanung. Kurse müssen semesterweise geplant werden. LehrerInnen werden zu Coaches, die SchülerInnen bei der Zusammenstellung ihrer individuellen Lernpläne zur Seite stehen.
Insgesamt steigen die Anforderungen an die Schulen gewaltig. Die Zusammensetzung der SchülerInnenpopulation ist im steten Fluss, immer mehr Erziehungsaufgaben werden in die Schule verlagert. Schulen müssen daher zu attraktiven Lebensräumen für SchülerInnen und LehrerInnen ausgebaut werden. Was brauchen wir noch, damit die LehrerInnen diese Herausforderungen gewachsen sind?
• Ein Dienstrecht, welches die vielfältigen Aufgaben der LehrerInnen berücksichtigt
• ein Besoldungsrecht, welches bereits BerufseinsteigerInnen ein faires Gehalt zugesteht
• schulische Infrastruktur, die einen vollwertigen Arbeitsplatz in der Schule ermöglicht
• Unterstützung durch SozialarbeiterInnen, PsychologInnen, ErziehrInnen, TrainerInnen etc.
• Zeit für die Vorbereitung und Abwicklung von Teamunterricht, Projekten und Jahresplanung
• Fortbildungsmöglichkeiten, um beruflich flexibel zu sein und eigene Kompetenzen auszuweiten
• Forschung an Schulen, um pädagogische Arbeit effizient weiter entwickeln zu können
• eine Ausbildung, die den Wechsel und Weiterqualifizierung in andere pädagogische Berufe unter Anrechnung bereits abgeschlossener Ausbildungsmodule ermöglicht
23. November 2009

„Feuer am Dach“ der Kindergärten!

An ihrer Entschlossenheit zum Kampf ließen die KindergartenpädagogInnen keinen Zweifel aufkommen. Am Samstag haben sie zum zweiten Mal innert kurzer Zeit die Ringstraße gefüllt und ihre Forderungen mit der gebotenen Deutlichkeit formuliert: Es braucht deutlich bessere Rahmenbedingungen, etwa bundeseinheitliche Rahmenbedingungen, besserer Bezahlung der PädagogInnen und kleineren Gruppen mit mehr Personal.
Kindergartendemo_21-11-2009Auf den Transparenten waren Parolen wie „Bildung fängt viel früher an, jetzt ist der Kindergarten dran“ und „Wir haben keine 25 Hände“ zu lesen. Ich habe das natürlich - wie viele KollegInnen im Parlamentsklub - unterstützt. Qualität im Kindergarten läuft derzeit über Selbstausbeutung der PädagogInnen oder das Einkommen der Eltern, die sich teure Privatkindergärten leisten können. Auch die Postleitzahl und die Weltanschauung der BürgermeisterInnen spielt eine Rolle, wenn es um den Standard in den Kindergärten geht.
Wir wollen österreichweit einheitliche Standards festschreiben, leider haben die Regierungsparteien letzte Woche im Parlament unserem Fristsetzungsantrag für ein Bundesrahmengesetz in der Kinderbetreuung abgelehnt. Da müssen wir uns auf einen langen Kampf vorbereiten!
19. November 2009

Geld für Boulevard statt für die Schule

Zu Schuljahresbeginn häuften sich merkwürdig positive Berichte über die Ministerin in den Wiener Boulevardmedien. Ich habe auf Verdacht hin eine Anfrage an die Ministerin gestellt. Die Antwort hat es in sich: Es handelte sich um bezahlte, meist aber nicht gekennzeichnete Werbung. Die Gesamtkosten für die Einschaltungen betrugen im Zeitraum von 1. September bis 15. September – also in nur zwei Wochen – 458.443,23 Euro. Inhaltlich handelt es sich Eigenlob zu bereits erfolgten Verbesserungen und Lobhudelei zum Etikettenschwindel der Neuen Mittelschule sowie hehre Pläne für die Zukunft, deren Umsetzbarkeit noch in den Sternen steht. Außer den Boulevardmedien haben praktisch alle anderen ausführlich berichtet: „Schmied leistete sich einen teuren Schulbeginn
Zu den Begünstigten gehören vor allem Kronenzeitung, „heute“, „Österreich“ und Kurier. Besonders ärgerlich ist, dass die Anzeigen großteils als solche schwer erkennbar sind, weil sie in Form redaktioneller Artikel und Interviews abgedruckt wurden. Wenn Ministerin Schmied politische Bildung ernst nimmt, sollte gerade sie konsequent auf einer Trennung von Werbung und redaktionellen Beiträgen bestehen.
Auffallend ist übrigens, dass kritischen Stellungnahmen zur ministeriellen Bildungspolitik genau in diesen Medien kaum oder gar nicht zur Kenntnis genommen worden sein. Ein Schelm, wer Böses denkt!
18. November 2009

Wir brauchen Visionen: „Schule der Zukunft!“

In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit unseren Vorarlberg Landtagsabgeordneten Katharina Wiesflecker und Vahide Aydin habe ich unser auf drei Säulen beruhendes Modell einer „Schule der Zukunft“ vorgestellt.
Wir haben enorme gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderungen zu bewältigen:
  • vollkommen veränderte Familienkonstellationen
  • Demographie mit Tendenz zur Überalterung der Gesellschaft
  • unser Schulsystem produziert eine viel zu große Gruppe von bildungsfernen Jugendlichen
  • die höchste Arbeitslosigkeit seit der Nachkriegszeit
  • nach jahrelangem Versäumnis: hohe Anforderungen an Integration
Eine Vision „Schule der Zukunft für Vorarlberg“ ist im Sinne des Nichtverlierens vieler junger begabter Menschen dringend notwendig, ist aufgrund der gesellschaftlichen Veränderungen notwendig und ist für den Wirtschaftsstandort Vorarlberg notwendig.
Die Schule der Zukunft in Vorarlberg basiert auf 3 Säulen: Ausbau der Frühpädagogik, der gemeinsamen Schule der 6- bis 14-Jährigen und der Ganztagsschule. Dafür braucht es Geld, keine Frage.
Aber: Geld in die Bildung heißt nicht Kosten, sondern bedeutet Investition im zentralsten Bereich unserer Gesellschaft, Geld für die Bildung ist Investition in die Zukunft!
11. November 2009

„Zockerkunde“ als Unterrichtsfach?

Zum merkwürdigen Vorschlag von Finanzminister Pröll beim Forum Alpach auf Einführung eines eigenen Unterrichtsfaches „Financial Education“ also „Finanz- und Wirtschaftserziehung“, hinter dem Markus Weigl, Vorstandsmitglied und Manager der Anlagefirma Superfund, steht, habe ich heute einen Anfrage an Pröll (ANFRAGE-Zockerkunde-bmf (doc, 28 KB)) und eine Anfrage an die Unterrichtsministerin (ANFRAGE-Zockerkunde-bmukk (doc, 25 KB)) eingebracht.
Pröll macht mit seinem Vorschlag nämlich den Bock zum Gärtner. Er behauptet: „Das fehlende Finanzwissen ist ein wichtiger Faktor der derzeitigen Krise und vor allem für die schnelle Ausweitung dieser mitverantwortlich. Nur wenn das Vertrauen in die Finanzmärkte wieder steigt, wird auch wieder investiert werden.“ Superfund in Person von Herrn Weigl hat in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Präsidenten des Forums Alpbach Erhard Busek folgende Ziele: „Gesteigertes Bewusstsein und Vertrauen in Finanzprodukte und Finanzunternehmen durch Vermittlung von Finanzwissen.“ Weigl hat sich auch gleich als externer Anbieter für Wissensvermittlung im Bereich Anlage-, Aktien und Wertpapiere angeboten.
Das aber war die Ursache (!) der gegenwärtigen Krise. Man hat den Zockern in den Fondsgesellschaften und an den Börsen vertraut. Von Pröll und Schmied möchte ich daher unter anderem wissen, ob es sinnvoll sein kann, das Unterrichtsfach „Finanz- und Wirtschaftserziehung “ durch Finanzdienstleistungsunternehmen anstatt durch LehrerInnen für Wirtschaftkunde abhalten zu lassen. Außerdem scheint mir interessant zu sein, ob sie die Überzeugung vertreten, "dass Angestellte oder ManagerInnen von Finanzdienstleistungsunternehmen die notwendigen pädagogischen Kenntnisse und die Objektivität zur Vermittlung von „Finanz- und Wirtschaftserziehung“ mitbringen".
10. November 2009

Wahlkampf ist - der ÖAAB treibt´s bunt!

Die schwarzen Damen und Herren sind vor den bevorstehenden Personalvertretungswahlen nervös. Verständlich. Mit Neugebauer, Amon & Co an der Spitze würde ich auch nicht gerne in einen Wahlkampf ziehen. Weniger verständlich ist alerdings, dass zunehmend mit Halb- und Unwahrheiten gearbeitet wird.
Letztes Beispiel: Der Herr Hofrat Norbert Schaller, Direktor des BG/BRG Ramsauerstraße Linz, macht von seinem Schulcomputer aus Wahlwerbung, indem er ausschließlich für Dienstzwecke vorgesehene Adressen-Dateien verwendet und gegen die Grünen agitiert.
Besonders beliebt ist beim ÖAAB die Agitation gegen die - teilweise anonym eingebrachten - Thesen für den Zukunftskongress der Grünen. Dem Herrn ist natürlich egal, dass es sich bei diesen Thesen - und das hat Eva Glawischnig ausdrücklich betont - um Vorschläge von Menschen aus dem grünen Umfeld handelt und nicht um unser grünes Programm. Das gilt speziell für den Bildungsbereich, wo wir unser Bildungsprogramm ja gerade erst verabschiedet haben. Dass einzelne Menschen aber auch über anderes diskutieren wollen, ist verständlich und gut. Ich halte als Bildungssprecher der Grünen allerdings fest - und habe das in den Medien und auf diesem Blog schon Ende Oktober gemacht -, dass ich einen Großteil dieser Thesen für nicht umsetzbar, utopisch und zum Teil auch nicht für wünschenswert halte („Ganzjahresschule“, individuelle Ferienregelung etc.). Es wird nichts nutzen, ich weiß. Verstehen die Herren vom ÖAAB das nicht und gilt, was der Wiener SPÖ-Chef und Bürgermeister Michael Häupl gesagt hat? Er meinte: „Wahlkampf ist die Zeit der focussierten Unintelligenz.“
Oder versuchen die Herrschaften bewusst, ein falsches Bild entstehen zu lassen. Jeder kann sich selbst eine Reim darauf machen.
8. November 2009

ÖAAB missbraucht Schulen für den Wahlkampf

Direktoren an unseren Pflichtschulen haben anderes zu tun, als ÖVP-Wahlwerbung für die Personalvertretungswahlen zu machen. Könnte man meinen. Der ÖAAB sieht das offenkundig anders. Ein Email von ÖAAB-Mann Christoph Wund im Namen des Zentralausschusses der Personalvertretung der Pflichtschullehrer macht nun Wahlwerbung für die kommenden PV-Wahlen.
Gerichtet ist das Schreiben an alle Vorarlberger Pflichtschul-Direktoren mit der Aufforderung, ein Flugblatt auszudrucken und an alle LehrerInnen weiterzugeben und auszuhängen. Somit sollen die einzelnen Schulstandorte sogar noch die Kosten für die schwarze Wahlwerbung bezahlen.
Inhalt des Flugblatts ist eine entstellte Darstellung meiner Forderung nach einer Ganztagsschule mit verschränktem Unterricht und der Arbeitszeitregelung der LehrerInnen. Ich habe klar und deutlich gesagt, dass angesichts der Belastung unserer PädagogInnen eine Arbeitszeiterhöhung derzeit nicht infrage kommt und darf mich daher selbst zitieren: „Die Belastung von PädagogInnen ist schon jetzt gewaltig, eine Verschlechterung der Urlaubsregelung derzeit daher abzulehnen (was wir im Parlament übrigens bei einem BZÖ-Antrag auch gemacht haben).“ Das interessiert die schwarzen WahlwerberInnen natürlich nicht. Gerne bin ich aber bereit, diese Diskussion mit dem ÖAAB zu führen und freue mich auf eine Einladung zu einer öffentlichen Diskussion.
Ich habe allerdings wenig Hoffnung, dass es dazu kommt: Seit Jahrzehnten reiht sich die schwarze Lehrervertretung nahtlos in die die schwarze Reformverweigerungsfront ein, entzieht sich der Diskussion und blockiert längst notwendige Reformen.
Übrigens. Versendet wurde das Flugblatt unter dem Namen „Deine PV“. Dadurch wollen die schwarzen PersonalvertreterInnen offensichtlich die ganze Personalvertretung vereinnahmen und tun so, als sprächen sie im Namen aller.
4. November 2009

Schule der Zukunft funktioniert schon jetzt!

Montessorischule-Pragerstrasse_3-11-2009Es gibt auch Motivierendes zu berichten aus dem österreichischen Schulwesen. Sowohl in öffentlichen als auch im privaten Schulen gibt es erstaunlich positive Beispiele. Das motiviert. Einen solchen Motivationsschub habe ich gestern in der Montessorischule Pragerstraße in Wien erhalten. Hier kann man hautnah erleben, was engagierte PädagogInnen schon jetzt erreichen. Diese Montessori-Schulen wird als Volksschule und Sekundarschule geführt und wird von der Gründerin Mag. Brigitta Weninger geleitet. Tolle und meist selbst hergestellte Materialien, SchülerInnen, die selbstständig einen ganzen Tag arbeiten, LehrerInnen, die 38,5 Stunden in der Woche an der Schule sind und danach auch wirklich frei haben (keine Korrekturen oder Vorbereitungen zuhause etc.). In der Pragerstraße gibt es keine unbegrenzte Freiheit, sondern klare Regeln, Freiraum unter klaren Rahmenbedingungen. Selbstdisziplin und Verantwortung - diese Ziele der Montessori-Pädagogik spürt man hier.
In einem abschließenden Gespräch mit SchülerInnen hauptsächlich der 12. Schulstufe, Eltern und LehrerInnen konnte ich mich von der Reife der hier ausgebildeten Jugendlichen überzeugen. Da wird nichts als gegeben hingenommen, da wird nachgefragt, da werden aber auch die Regeln einer Diskussion beachtet. Ja, hier sind im Sinne von Maria Montessori wirklich selbstbewusste und eigenverantwortliche Persönlichkeiten herangewachsen. Schule kann funktionieren, Schule kann für LehrerInnen und SchülerInnen spannend sein, Schule muss auch nicht Stress bedeuten - aber man muss sie von bürokratischen Fesseln befreien!
3. November 2009

„Bildung statt Ausbildung“

Unter diesem Motto protestieren StudentInnen gegen die Bildungspolitik. Und sie sind nicht allein. Vor einigen Tagen waren es die KindergärtnmerInnen, die in einer großen Demonstration in Wien massiv auf den Reformstau im vorschulischen Bereich hingewiesen haben. Proteste von Eltern und LehrerInnen sind schon fast an der Tagesordnung. Und derzeit sind es die StudentInnen, die ihren Protest zurecht nicht an einzelnen Problemen aufhängen, sondern eine große Bildungsdiskussion einfordern. Im Kindergarten, im Schulwesen und im Bereich der Universitäten – überall weisen internationale Studien Österreich massiven Investitions- und Nachholbedarf nach. Demonstrationen sind offensichtlich das einzige Mittel, um die Missstände auch hierzulande aufzuzeigen.
Und es ist die „Basis“, die da protestiert: Das Institut für Jugendkulturforschung hat eine Umfrage veröffentlicht, die zeigt, dass die Proteste zu Dreiviertel von Studierenden getragen werden, die keiner hochschul- oder parteipolitischen Organisation angehören. Es ist also offensichtlich, dass die ÖH und die StudentInnenorganisationen kaum einen Einfluss auf das Geschehen im Audimax der Universität Wien haben. Es handelt sich um eine spontane Bewegung von Betroffenen, die nicht auf ihre Interessensvertretung warten, sondern selbst das Heft des Handelns in die Hand nehmen. Im Zentrum der Kritik steht die Bildungspolitik der Europäischen Union, die das Studium „in erster Linie den Verwertungsinteressen der Wirtschaft unterordnet und auf die persönlichen Bildungsinteressen und Bildungsziele des Einzelnen“ vergesse. Auch dem zunehmenden Einfluss großer Unternehmen auf die Universitäten (man denke an die „Drittmittelforschun “) stehe die große Mehrheit der Protestierenden ablehnend gegenüber: „Verlangt wird eine vom Staat ausfinanzierte und damit von der Wirtschaft unabhängige Universität. Daneben sind das Verhindern von Zugangsbeschränkungen und die langfristige Verhinderung von Studiengebühren die wichtigsten Forderungen der Basis der Bewegung.“
Bildung ist nämlich mehr als nur „Ausbildung“ - und auch um deren Zustand ist es in Österreich nicht eben gut bestellt.

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