„Alte Nazis - junge Rechte“
harald.walser | 17. Mai, 10:40 | 0 Kommentare
Nicht zuletzt die Vorkommnisse vom 8. Mai rund um die rechtsextreme Kundgebung am Heldenplatz haben gezeigt, wie viel in Österreich noch an Aufklärungsarbeit über Nationalsozialismus und Rassismus zu leisten ist. Bevor der Wunsch auf dem Plakat von Klaus Staeck („Erleuchtung“: „Herr lass Hirn regnen auf diese Häupter“) wahr wird, mein Tipp an alle Lehrkräfte: Im Dezember findet in Wien ein Seminar „Alte Nazis - junge Rechte“ statt. Die Anmeldung ist nur noch bis Ende Mai möglich.Im Untertitel heißt es: „Von der mangelhaften Aufarbeitung der NS-Zeit nach 1945 zur aktuellen Konjunktur des Rechtspopulismus“.
• Zeit: 5. u. 6. Dezember 2011
• Ort: AK-Wien, Prinz Eugen Straße 20-22
Die Themenfelder sind breit gestreut:
• Die mangelhafte Entnazifizierung nach 1945 vor dem Kontext des Kalten Krieges und das Werben der beiden Großparteien um die Stimmen der ehemaligen Nationalsozialisten
• Kriegsverbrecherprozesse und exemplarische Karriereverläufe ehemaliger Nationalsozialsten (z.B. Murer-Prozess; Dr. Heinrich Gross)
Die Entwicklung der FPÖ von der VdU-Gründung über eine Kleinpartei zum Rechtspopulismus unter Haider und Strache. Die Rolle der FPÖ heute und das Verhältnis der anderen Parteien zu ihr.
Parlamentarischer und außerparlamentarischer Rechtsextremismus und Nationalismus heute: Charakteristika, Strategien, Gegenbewegungen.
• „Deutsch“- und „Österreich“–Nationalismus, Antisemitismus, Islamophobie und Alltagsrassismus im Wechselspiel.
• Jugend und Rechtsextremismus. Rechtsextreme Symbole, Codes, Musik.
• Geplant sind auch ein Besuch im Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes sowie die Vorstellung des Mauthausenkomitees Österreich.
• Überblick über rechtsextreme Bewegungen und Parteien in Europa.
• Literatur- Film- und Webtipps
Inskription über die Homepage der PH vom 1.–31. Mai 2011 (Inskriptionsnummer für das Schuljahr 2011: 126611PML055)
Man durfte annehmen, dass sich das medizinische Problem gelöst habe. Wenn Heinz-Christian Strache unterwegs ist, hört er Stimmen. „Heil Hitler!“ zum Beispiel. Und dann beschuldigt er gern andere. Etwa den anwesendne ORF-Redakteur Eduard Moschitz. Dieser habe ihm Provokateure untergejubelt – leider hat damals allerdings außer Strache niemand diese Stimmen gehört und auch auf den diversen Tonbändern ist nichts davon zu hören („
War Strache wieder beim Spielen? Das Bild aus dem „Standard“ zeigt laut Strache ein harmloses Paintball-Spiel. Wir erinnern uns: 2007 gab es schwere parteiinterne Querelen zwischen FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache und seinem damaligen Noch-(oder doch schon eher Nicht-mehr-?)Parteifreund Ewald Stadler. Die Frage war: Sind auf dem Foto Wehrsportübungen im rechtsextremen Milieu zu sehen oder doch nur „harmlose“ Painballspiele (im ebenfalls rechtsextremen Milieu)? Letzteres scheint in Österreich ja nicht so problematisch zu sein - rechtsextrem hin oder her.
Am vergangenen Sonntag hat der Vorkämpfer für alles was Rechts ist, Heinz-Christian Strache, gefehlt. Nein, nicht mir, sondern den Rechtsextremen auf dem Heldenplatz. Dort haben sie die Niederlage Hitler-Deutschlands betrauert. Und sie wollten Strache „vorführen“. Dieser hätte vor den Ewig-Gestrigen nationale Buße tun sollen für seinen Besuch in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem und vor der Klagemauer (Bild). Das ist damals – im Dezember 2010 – nicht gut angekommen beim deutschnationalen Flügel in der FPÖ. Von einem „Kniefall vor den Juden“ war nicht nur hinter vorgehaltener Hand zu hören.
Die FPÖ in der Vorarlberger Landeshauptstadt tobt. Unser Grüner Vizebürgermeister Gernot Kiermayr soll sie in einer Stadtvertretungssitzung als „rechtsradikale Drecksnutten und Arschlöcher“ bezeichnet haben. Gernot reagiert trocken und gelassen: „Die mir unterstellten Beschimpfungen habe ich nie und nimmer geäußert. Das ist nicht mein Stil.“ Und er kündigt zu Recht die Prüfung rechtlicher Schritte an.
Seit 1989 organisiert Hannes Schwantner Fortbildungsseminare für LehrerInnen mit dem Titel „Ideologie und Wirklichkeit des Nationalsozialismus - Hermann Langbein Symposium“. Heuer findet es vom 4.-8. April in Linz (Pädagogische Hochschule, Kaplanhofstraße 40) statt.
Reden, Anträge und Ausschussarbeit