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11. Oktober 2010

„Fachfremder“ Einsatz von LehrerInnen!

Es ist typisch für die Herablassung, mit der unsere Bildungspolitik die Lehrkräfte in den Hauptschulen seit Jahrzehnten behandelt: Egal, welche Fächer in der Pädagogischen Akademie oder jetzt Hochschule studiert wurden, unterrichten müssen sie alles. Das Motto dahinter: die Inhalte sind nicht so wichtig, Hauptsache ist, dass die „Erziehung zu einem handwerklichen Beruf“ funktioniert. „Vorbereitung für eine manuelle berufliche Tätigkeit“ - dafür war dieser Schulzweig ja ursprünglich gedacht.
Die „Presse“ hat dieses Thema heute in einem Beitrag aufgegriffen und ich konnte ausführlich Stellung beziehen: „Ausbildung der Hauptschullehrer "mangelhaft"
10. Oktober 2010

18 Jahre unschuldig in der Todeszelle

Zu diesem Thema gibt es am Dienstagabend in Feldkirch einen spannenden Vortrag von Amnesty International in Vorarlberg:
Dienstag, 12. Oktober um 20 Uhr
Schwurgerichtssaal im Landesgericht Feldkirch

Juan-MelendezZu Gast ist Juan Melendez. Er wurde 1984 in Pennsylvania für den Mord an Delbert Baker verhaftet und zum Tode verurteilt - für einen Mord, mit dem er nichts zu tun hatte. Basis des Urteils waren falsche Zeugenaussagen. Melendez verbrachte fast 18 Jahre in der Todeszelle, bis er seine Unschuld nachweisen konnte und freigelassen wurde. Ende 2000 tauchte ein Tonband mit dem Geständnis des wahren Mörders auf. Am 3. Januar 2002 wurde Juan Melendez aus dem Gefängnis entlassen. Er ist der 99. als unschuldig freigelassene Todesstrafenkandidat der USA seit 1973.
Amnesty International Österreich hat ihn eingeladen, im Rahmen der aktuellen Kampagne zur Todesstrafe in öffentlichen Vorträgen und Schuldiskussionen über seine Geschichte zu sprechen.
„Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, dass vier Personen wegen Mordes Ersten Grades zum Tode verurteilt worden sind, die später für unschuldig befunden wurden... lange, nachdem das Berufungsverfahren abgeschlossen worden war.“
Das sagte Richter Harry Fogle, der vorsitzende Richter des 6. Kreisgerichtes in Florida.
8. Oktober 2010

Schande für Österreich: Abschiebung von Kindern!

Nun schieben wir in Österreich also zwei achtjährige Mädchen ab, die drei Viertel ihrer Lebenszeit in Österreich verbracht haben (wo ist wohl deren „Heimat“?) und deren Mutter wegen Suizid-Gefahr in psychiatrischer Behandlung in einem Wiener Krankenhaus liegt. Die Zwillinge stammen aus dem Kosovo und sind „zur Sicherung der Abschiebung“ zuvor gemeinsam mit ihrem Vater in einem Gefängnis in Schubhaft gesessen.
Auch diese Familie war/ist bestens integriert, humanitäres Bleiberecht erhielt sie aus formalen Gründen nicht. Sie hätte statt im September 2004 schon im Mai 2004 einreisen müssen. So einfach ist das für Maria „ohne Gnade“ Fekter. Das Vorgehen der Behörde sei - so Fekter wörtlich - „familiengerecht“, sie gehe „rechtsstaatlich und korrekt vor“. Nicht nur für Menschen- und Kinderrechtsorganisationen widerspricht eine Schubhaft für Kinder der UN-Kinderrechtskonvention, sondern auch für jeden human empfindenden Menschen.
Rot (man denke an die peinliche Rolle Michael Häupls in dieser Sache) und Schwarz übernehmen zunehmend die Politik der Strache-FPÖ. Die „christliche Familienpartei“ ÖVP reißt also schon wieder eine intakte Familie auseinander. Eines der reichsten Länder der Welt gibt der hetzerischen Propaganda von Rechtsaußen nach, gibt jenen recht, die seit Jahren so tun, als sei „AsylwerberIn“ ein Synonym für „VerbrecherIn“. So schürt man Fremdenfeindlichkeit. Ich schäme mich für unsere Regierung! Und ich kann sie nicht mehr hören, jene „fortschrittlichen“ Kritiker der Grünen und „intellektuellen“ Besserwisser, die immer genau wissen, warum man „diesmal“ SPÖVP wählen müsse. Sie unterstützen in Wahrheit die Fektersche Inhumanität und in letztlich die FPÖ-Politik. Und ich bin stolz auf uns Grüne: Wir sind in Sachen Menschenrechte die einzige stabile und kompromisslose politische Kraft in diesem Land!
7. Oktober 2010

Wien-Wahl: „Lernfreude statt Schulangst“

Auch das steht am Sonntag in Wien zur Wahl: „Lernfreude statt Schulangst“! Alexander van der Bellen „zaubert“ ein neues Bildungssystem:
5. Oktober 2010

Wien-Wahl: Zeigt Strache die Grüne Karte!

Na bitte, es gibt sie doch - die Möglichkeit zum Bekenntnis: Strache und Martin Graf oder doch eher Vassilakou und David Ellensohn? Dieser Vergleich macht sicher!
Anti-Strache-Plakat
In den letzten Tagen war ich in Wien an mehreren Orten im Wahlkampfeinsatz - es ist beeindruckend und sehr motivierend, wenn man mitbekommt, was die Wiener Grünen da auf die Beine stellen!
4. Oktober 2010

WeltlehrerInnentag: Politik gefordert!

Lehrerinnen und Lehrer spielen eine entscheidende Rolle bei der längst fälligen Umgestaltung des österreichischen Schulwesens, daran sollten morgen - am WeltlehrerInnentag der UNESCO - jene denken, deren Hauptanliegen das LehrerInnen-Bashing ist.
Eines ist nämlich sicher: Derzeit gibt es in Österreich zu wenig Anerkennung für die wertvolle Arbeit der LehrerInnen und KindergartenpädagogInnen. Sie haben einen der wichtigsten Berufe überhaupt, bilden die nächste Generation aus und sichern damit die Grundlage für unseren Wohlstand und den sozialen Frieden in unserem Land.
Damit sie das erfolgreich tun können, sind wir als Gesellschaft gefordert. Und ist vor allem die Politik gefordert. Notwendig sind grundlegende Reformen im österreichischen Schulsystem - z.B. die Gemeinsame Schule der 10- bis 14-Jährigen oder die Möglichkeit zur Individualisierung des Unterrichts. All das funktioniert in der Praxis nämlich nur, wenn die LehrerInnen im Klassenzimmer diese Veränderungen mittragen. Jede Schulreform beginnt und endet mit den Lehrerinnen und Lehrern. Daher sind auch ein motivierendes neues Dienstrecht, eine leistungsgerechte Entlohnung und zeitgemäße und entsprechend ausgestaltete Arbeitsplätze unbedingt notwendig.
Wir müssen uns aber auch Gedanken machen über eine zeitgemäße Interpretation der Rolle von Lehrkräften. Ich verstehe diese weniger als „RichterInnen“, sondern eher als „Coaches“.
„Begleitmaßnahmen“ auf dem Weg dorthin sind der gänzliche Verzicht auf die Notengebung zumindest in der Volksschule und statt dessen eine differenzierte Beurteilung der Leistungsfortschritte, zumal in einer Gesamtschule der Sechs- bis Vierzehnjährigen die Leistungsbeurteilung in der vierten Klasse nicht mehr, wie bisher, die Weichen für die weitere Schullaufbahn stellen würde.
Bei allen internationalen Vergleichen von Schulsystemen sticht ein Ergebnis hervor: Jene Länder schneiden am besten ab, die in die Ausbildung der pädagogischen Kräfte im primären Bildungsbereich nicht weniger, auf jeden Fall gleich viel, wenn nicht mehr investieren, als in jene der Lehrkräfte im sekundären und tertiären Bereich. Und ein zweites Faktum: In diesen Ländern existiert ein System lebenslanger beruflicher Weiterbildung der Lehrkräfte. Sie sind aber auch für die Lernerfolge oder -misserfolge der Schülerinnen und Schüler mitverantwortlich.
Diese Mitverantwortung besteht in der rechtzeitigen Mobilisierung individueller Lernhilfe für jene, die zurückzubleiben drohen. Das bedeutet aber auch zusätzliche Zeit von Lehrkräften, mithin zusätzliche Personalressourcen und damit zusätzliche Finanzmittel.
Um die Kompetenz einer Lehrkraft und den Erfolg unterstützender Maßnahmen zu bewerten, bedarf es externer Bewertungen der Kompetenzen, des Kenntnisstandes und der Lernfortschritte der Schülerinnen und Schüler. Erst durch externe, also von der einzelnen Lehrperson unabhängige Evaluierungen sind Bewertungen und folglich auch Vergleiche der Leistungen von Lehrenden möglich. Solche objektivierenden Vergleiche sollten auch zwischen einzelnen Schulen vorgenommen werden. Dadurch lassen sich Defizite bei Lernenden und Lehrenden feststellen und Gegenmaßnahmen einleiten.
Bei uns wäre ein solches System gewöhnungsbedürftig. Doch eine Schule, die in erster Linie das Wohl der Kinder im Auge hat, sollte sich einer kritischen Bewertung der jeweiligen Fähigkeiten und Leistungen von Lehrkräften und der Einrichtung insgesamt nicht verschließen. Dabei können schulexterne Faktoren – etwa überdurchschnittlich viele SchülerInnen aus bildungsfernen Schichten und/oder mit nichtdeutscher Muttersprache – gut berücksichtigt werden.
2. Oktober 2010

Herr Schakfeh, nehmen Sie Stellung!

Anas Schakfeh und kein Ende! Immer wieder gerät der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) in die Schlagzeilen. Diesmal berichten die Tiroler Tageszeitung (Islamische Gemeinde soll Lehrer zum Mitgliederkeilen zwingen) und die ÖVP-Zeitung Neues Volksblatt davon, dass er in einer Rede vor Islam-LehrerInnen aus ganz Österreich von ihnen vor Schulbeginn gefordert habe, „in der ersten Woche nichts anderes zu tun, als Schülerinnen und Schüler und ihre Geschwister und ihre Eltern zu registrieren“ - oder mit anderen Worten, sie als Mitglieder für die IGGiÖ zu werben. Zur Klarstellung: ReligionslehrerInnen aller Konfessionen werden vom Staat bezahlt, um den SchülerInnen die jeweilige Religion zu vermitteln. Es ist nicht Aufgabe von vom Staat bezahlter ReligionslehrerInnen, Mitglieder zu werben. Laut Zeitungen habe Schakfeh auch klargestellt, dass die LehrerInnen nicht nur selbst IGGiÖ-Mitglied sein, sondern auch dafür sorgen müssten, dass die ganze Familie beitrete. Andernfalls, so Schakfeh, „werden sie ihren Posten verlieren“.
Schakfeh muss aus meiner Sicht sofort klarstellen, ob er die Rede in dieser Form gehalten hat. Falls er wirklich seine Funktion als Präsident der IGGiÖ missbraucht hat und aus seinen Islam-LehrerInnen Keiler für die Glaubensgemeinschaft machen wollte, dann ist er nicht mehr tragbar. Dann muss Schakfeh seine Drohungen gegenüber den ReligionslehrerInnen zurücknehmen, sich entschuldigen und sofort zurücktreten.
1. Oktober 2010

Erwin Kräutler: „Jogger nach dem Rosenkranz“

Selten habe ich jemandem lieber gratuliert: Bischof Erwin Kräutler hat bekanntlich am Donnerstag den Alternativen Nobelpreis erhalten. Er hat himmelschreiendes Unrecht immer konsequent angeprangert und sein ganzes Leben dem unerschrockenen Kampf für die Rechte von benachteiligten Menschen gewidmet. Kaum einer verdient diese Anerkennung so wie er. Und was mich persönlich freut: Als Direktor des Gymnasiums Feldkirch bin ich besonders stolz darauf, dass ein ehemaliger Schüler meiner Schule eine derartige Auszeichnung erhält. Kräutler saß übrigens mit einem anderen heutigen Bischof in der gleichen Klasse: Klaus Küng.
Kräutler ist es als Bischof gelungen, sowohl die Probleme der indigenen Bevölkerung über die Grenzen Brasiliens hinaus bekannt zu machen als auch die katastrophalen Auswirkungen der skrupellosen Ausbeutung der Natur. Sein Kampf für Rechte der Xingu und gegen Wahnsinnsprojekte wie das Mega-Wasserkraftwerk in Belo Monte haben weltweite Aufmerksamkeit erreicht. Bischof Kräutler wurde deshalb schon mehrfach mit dem Tod bedroht und hat 1987 ein Attentat schwer verletzt überlebt. Eine seiner Mitarbeiterinnen wurde 2005 sogar erschossen. Es bräuchte mehr unerschrockene und unbequeme Propheten wie Erwin Kräutler.
Im „Standard“ war er heute der „Kopf des Tages“ („Ein Jogger nach dem Rosenkranz am Rio Xingu“).

Kärchern für die Grüne Schule

Hier ein kleiner filmischer Nachschlag zu meinem gestrigen Blog-Eintrag zum Street-Branding für eine gerechte Schule:

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