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7. November 2010

Silbertal und die NS-Zeit

Im kleinen Ort Silbertal im Montafon ist man vor über drei Jahren damit konfrontiert worden, dass auf dem Kriegerdenkmal der Gemeinde unter anderem auch eines NS-Massenmörders „ehrend“ gedacht wurde: Josef Vallaster war ab April 1942 im Vernichtungslager Sobibor mitverantwortlich für die Ermordung von 250.000 Juden und hat zuvor im berüchtigten Schloss Hartheim in Oberösterreich am Vergasungstod von 18.000 Behinderten mitgewirkt.
„Was tun?“, lautete die Frage. Man bildete erst mal eine Kommission. Und ich gestehe, ich habe das damals in zwei Kommentaren in den „Vorarlberger Nachrichten“ heftig kritisiert, weil ich es darin ein Ablenkungsmanöver sah. 2010 wurde das Kriegerdenkmal - begleitet von neonazistischen Drohungen - entfernt. Gestern war ich bei der eindrucksvollen Einweihung eines „Erinnerungsplatzes“ mit dabei. Es wurde nach einem Konzept von Sarah Schlatter (Künstlerin), Elisabeth Gruber (Gartenarchitektin) und Reinhold Luger (Grafiker) gestaltet. Der intensive Erinnerungsprozess wurde von Bruno Winkler (Erinnerungsplatz-Silbertal (pdf, 1,527 KB)) moderiert. Der Umgang mit dem Denkmal hat allerdings tiefe Gräben in das Dorf gerissen, der Pfarrer nahm demonstrativ nicht an der Einweihung teil - als „Frontmann“ der Gegner.
5. November 2010

Entlassung wegen Kopftuch!

Das darf doch nicht wahr sein! Bei den Vorarlberger Kraftwerken (VKW) wurde eine neue Putzfirma engagiert, weil es „nicht so perfekt“ funktionierte, gabe es eine Manöverkritik. Dabei hat ein Vertreter der VKW gemeint, man wolle „bei den VKW keine Kopftücher“. Das führte zur Entlassung von zwölf Kopftuch tragenden Frauen durch eine Reinigungsfirma.
Unsere Landtagsabgeordnete Vahide Aydin hat umgehend reagiert: „Eine solche Handlungsweise ist eindeutig diskriminierend! Es ist unerhört, dass ein Mitarbeiter – in welcher Position auch immer – meint, Frauen wegen des Kopftuchs unter Druck zu setzen. Das widerspricht dem Antidiskriminierungsgesetz. Hier zählt nicht die Leistung der Frauen, sondern die Kleidung, in der diese Frauen leerstehende Büros reinigen.“
Hier scheinen langsam Dämme zu brechen. Natürlich muss jeder und jede in Österreich Verfassung und Gesetze respektieren. Das muss aber vor allem den VKW ins Stammbuch geschrieben werden. Das Positive an der Geschichte: Die VKW haben umgehend reagiert und sich entschuldigt (Putzfrauen Kopftuch untersagt). Vahide Aydin: „Ich appelliere an alle Betriebe in Vorarlberg: Schaut nicht auf die Kleidung, sondern darauf, was die Person für Ihren Betrieb leisten kann.“
3. November 2010

Gilt auch für die Schule: Die Zeiten ändern sich!

Eigentlich haben das ja auch schon die alten Römer gewusst: „Tempora mutantur!“ - „Die Zeiten ändern sich!“ Das Zitat geht übrigens noch weiter: „Tempora mutantur, et nos mutamur in illis“ - „... und wir ändern uns in ihnen!“ Nur die ÖVP-BildungspolitikerInnen wissen es noch nicht - und sie ändern sich nicht. Sehenswert ist diese etwas längere Video zum Thema:



Unser öffentliches Bildungssystem hat seine Grundlage im 18. Jahrhundert und entwickelte sich aus den Idealen der Aufklärung. Ökonomisch gesehen war es die Antwort auf die Industrialisierung. Das Video schildert anschaulich, warum unsere Schulen so aufgebaut sind, wie sie es nun einmal sind, und schildert den Zusammenhang zwischen den Erfordernissen der Industrialisierung und dem Schulsystem: Schulen sind organisiert wie die Fabriken im 19. Jahrundert (Schularchitektur, Schulglocke etc.). Ein Aspekt des Videos ist auch ein typisches Phänomen der Moderne: ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit, eine Hyperaktivitätsstörung).
Schlicht: Sehenswert!
2. November 2010

„Sehr geehrter Islam!“


Beleidigung des Islam oder Anstoß zur Auseinandersetzung mit einem wichtigen Thema? Dass alle Leo Lukas lustig finden, bezweifle ich. Aber: Kunst ist dazu da, unkonventionell Themen aufzugreifen. Und das ist hier ganz sicher der Fall! Comedy von der besten Sorte oder doch nur gelungene Provokation? Ich neige zu ersterem.
29. Oktober 2010

Pröll jun. für „Verbundesländerung“ der Schule!

Lehrer-LaempelAuch das noch! Jetzt mischt sich nach dem Onkel auch noch der Neffe ein: Josef Pröll antwortet im Presse-Interview (), ob alle Lehrer in die Länderkompetenz kommen sollen klar und eindeutig: „Bin absolut dafür!“
Da ist es einfach zu antworten: Ich bin absolut dagegen. Ich rede aber nicht der Zentralisierung das Wort, sondern wehre mich wie viele andere in unserem Lande gegen eine „Verbundesländerung der Schule“. Wir müssen die Verantwortung über Personalentscheidungen und Bildungsschwerpunkte dorthin verlagern, wo sie hingehören: an die Schule. So kann jede Schule pädagogische oder inhaltliche Schwerpunkte setzen, muss aber auch die Verantwortung für gefällte Entscheidungen tragen.
Die Länder beweisen Tag für Tag, dass es ihnen nicht um die Qualität der Schule, sondern um noch mehr Macht über die Lehrkräfte geht. Dass sie jetzt die offizielle Unterstützung des ÖVP-Obmannes bekommen, belegt die große Gefahr eines noch unverblümteren Postenschachers und einer noch stärkeren Provinzialisierung. Unsere Petition gegen die
Verbundesländerung des Schulwesens ist wichtiger denn je. Also anklicken und unterschreiben: „Finger weg von der Schule, Erwin!“
26. Oktober 2010

Schulpetition gegen Verländerung sehr erfolgreich!

Lehrer-LaempelLehrer Lämpel zeigt sich zufrieden. Die bösen Buben rund um Erwin geben derzeit Ruh. Dass sie brav geworden sind, darf allerdings bezweifelt werden.
Unsere Petition („Finger weg von der Schule, Erwin!“) gegen die Verländerung des österreichischen Schulwesen hat einen Beitrag zur momentanen Ruhe der Landesfürsten geleistet, denn die Resonanz ist erfreulich groß. Es ist immer wieder erstaunlich, dass sich Menschen trotz aller Widrigkeiten trauen, mit Namen und Adresse gegen Missstände aufzustehen.
Erfeulich auch die Resonanz in den Medien. Es gibt kaum eine Zeitung, die unsere Forderungen nicht inhaltlich anerkennen würde (leider eher selten unter Hinweis auf die Petition).
Eines ist nämlich allen klar: Das „System Pröll“ wäre teuer und würde einen Fleckerlteppich aus neun verschiedenen Schulsystemen zur Folge haben. Hier die näheren Erläuterungen unserer Petition_gegen_Provinzialisierung (doc, 34 KB) und hier der Link zum Unterschreiben: „Finger weg von der Schule, Erwin!“
25. Oktober 2010

Gedenken an die Deserteure am „Nationalfeiertag“!

Der Nationalfeiertag kann sehr unterschiedlich begangen werden. Das Bundesheer präsentiert morgen auf dem Heldenplatz eine „Leistungsschau“ und lässt Panzer rollen. Gleichzeitig gedenkt man auf dem Gelände des ehemaligen Militärschießplatzes Kagran jenen Deserteuren, Kriegsdienstverweigerer und „Wehrkraftzersetzern“, die einen wesentlichen Beitrag für die 2. Republik geleistet haben. Es handelt sich um Menschen, die sichunter schwierigsten Bedingungen geweigert haben, den Vernichtungskrieg der Wehrmacht mitzumachen. Dennoch ernteten sie dafür in der Zweiten Republik jahrzehntelang nur Verachtung.
Die Initiatoren der Ausstellung „Was damals Recht war“ haben in den letzten zwei Jahren mit großem Erfolg an der Korrektur dieses Bildes gearbeitet. Im September 2010 erschien darüber hinaus der österreichspezifische Dokumentationsband zur Ausstellung, „Da machen wir nicht mehr mit!“ Vor allem aber ist am 1.12.2009 nach 10-jährigem Kampf das Aufhebungs- und Rehabilitationsgesetz in Kraft getreten, mit dem numehr alle Opfer der NS-Militärjustiz, aber auch der Erbgesundheitsgerichte und des Volksgerichtshofs pauschal und umfassend rehabilitiert sind.
Treffpunkt: 26. Oktober, 11 Uhr, beim Gedenkstein im Donaupark (U1-Station Alte Donau, dann die Arbeiterstrandbadstraße rund 300 Meter nach Norden)
Es sprechen Richard Wadani, Wehrmachtsdeserteur und Ehrenobmann des Vereins „Personenkomitee Gerechtigkeit für die Opfer der NS-Militärjustiz“ und der Grüne Stadtrat David Ellensohn.
24. Oktober 2010

Bewirkt Lehrer Lämpel bei Erwin Pröll ein Umdenken?

Lehrer-Laempel„Also lautet der Beschluss, dass der Pröll was lernen muss. Dass das mit Verstand geschieht, dafür ihn das Volk beriet!“ Ich weiß, Wilhelm Busch würde das knackiger hinbringen.
Aber wie auch immer. Unter dem sachlichen Titel „Grüne mit Online-Petition gegen "System Pröll"“ muss doch was möglich sein in Österreich! Unter dieser Überschrift berichtete in der Wochenendausgabe „Der Standard“ über die am Freitag von uns gestartete Unterschriftenaktion.
Wer will schon der Provinzialisierung das Wort reden, wer will allen Ernstes den Landesfürsten um Erwin Pröll die Verantwortung über unsere Schulen und somit über unsere Kinder übertragen? Wer will aus Östereich einen Bildungs-Fleckerlteppich machen mit neun unterschiedlichen Schulsystemen? Wer will den Postenschacher weiterhin nicht nur akzeptieren, sondern sogar intensivieren?
Wehren wir uns gegen die Provinzialisierung der Schulen durch die Landesfürsten. Unterschreiben wir die Petition: „Finger weg von der Schule, Erwin!“

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