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9. Februar 2011

„Alle in den Gulag!“

Der FPÖ-Abgeordnete Harald Stefan ist Rechtsausleger in seiner Partei, Mitglied der extrem rechten Burschenschaft „Olympia“ und ruft bei einem Sieg der deutschen Nationalmannschaft schon mal „Wir Deutschnationale haben gewonnen!“ Interessanterweise ist Stefan auch so etwas wie die personifizierte Schwarz-Blau-Ansage: Privat ist der dreifache Familienvater nämlich mit der Tiroler ÖVP-Nationalratsabgeordneten Karin Hakl liiert.
Blaue Abgeordnete fallen im Parlament ja praktisch nie durch politische Forderungen auf - vom stupiden „Ausländer-raus“ mal abgesehen. Weder in die Budgetdebatte noch in die Bildungsdiskussion, ja nicht einmal in die Bundesheer-Debatte haben sie sich wirklich eingebracht.
Dafür fallen sie durch braune und andere unflätige Rülpser auf: Stefan etwa brachte den BZÖ-Abgeordneten Stefan Petzner ins pädophile Eck („Hoffentlich hast du nichts mit Kindern zu tun gehabt.“) oder forderte für uns Grüne laut Protokoll: „Alle in den Gulag!“ Und dann wäre da noch der FPK-Landesrat Christian Ragger. Bekanntlich wird das „No Problem Orchestra“ auf der Hochzeit von Prinz William und Kate Middleton spielen. Laut Management des Orchesters soll der FPK-Soziallandesrat (!) über die Band gesagt haben: „Was wollen die Behinderten dort? Die wissen doch eh nicht, wo sie sind!“ Gibt es noch ein Land in Europa, in dem ein Politiker nach einer derartigen Entgleisung nicht umgehend zurücktreten müsste? Weißrussland vielleicht? Oder Moldawien? Oder tue ich denen jetzt vielleicht Unrecht?
Aber es gibt Positives zu berichten: „Das No Problem Orchestra“ hat den Landesrat angezeigt. Ein Beispiel für Zivilcourage.
8. Februar 2011

PISA-Diskussion am Mittwoch in Feldkirch

Das könnte spannend werden: „Was tun nach dem PISA-Schock?“ So lautet der Titel einer Diskussion, zu der die „Vorarlberger Nachrichten“ einladen:
• Pädagogische Hochschule Feldkirch, Hörsaal A
• Mittwoch, 9. Februar 2011, 19 bis 20.30 Uhr
Ich diskutiere das Thema mit Schullandesrat Siegi Stemer, der Volksschullehrerin Gabriele Milz, BAKIP-Direktor Gerhard Frontull und Lehrlingsausbildner Otto Bechter. Der VN-Stammtisch wird auch live im Internet unter www.vol.at übertragen.
Worin liegen die Ursachen für das PISA-Debakel? Immerhin gibt es ein Drittel RisikoschülerInnen, wenige Spitzenleistungen, große Niveauunterschiede, die gleichzeitig ein krasses Abbild der sozialen Verhältnisse sind und insgesamt Ergebnisse deutlich unter dem OECD-Schnitt. Leider gilt das auch für Vorarlberg, das eine eigene Auswertung in Auftrag gegeben hat.
„Wenn jetzt alles richtig gemacht wird, werden wir uns bis 2018 wesentlich verbessern“ , meint Günter Haider, der PISA-Verantwortliche für Österreich. Aber was ist denn nun richtig und wichtig? Darüber scheiden sich die Geister. Ich werde an diesem Abend versuchen, unser Zukunfstkonzept deutlich zu machen: die „Grüne Schule“.
Für uns alle hat in der Bildungspolitik jedenfalls zu gelten: „Kein Kind zurücklassen!“
7. Februar 2011

„Kreativ, leistungsorientiert, entscheidungsstark“

„Kreativer, leistungsorientierter, entscheidungsstarker und wirtschaftskompetenter Gestalter der österreichischen Politik“ - Nein, das erraten Sie nicht! Gemeint ist nämlich der ehemalige Verkehrsminister Hubert Gorbach (FPÖ oder doch BZÖ oder am Ende doch gar nichts?). Und in Szene gesetzt wurde mein Landsmann („The world in Vorarlberg is too small“) vom Lobbyisten Peter Hochegger: Gorbach sei eine „Kristallisationsfigur“. „profil“ berichtet heute über die „mediale Inszenierung“: Peter Hocheggers geheime Telekom-Konzepte. Hochegger ist bekannt geworden durch seine enormen Einkünfte im Zuge der schwarz-blauen Regierung: Telekom Austria soll Lobbyisten Hochegger 25 Mio. Euro gezahlt haben.
Er hat auch für Größen wie den ehemaligen FPÖ-Verkehrsminister Mathias Reichhold gearbeitet, mit dabei übrigens ein alter Buwog-Bekannter: Walter Meischberger. Nach Karl-Heinz Grasser die Nummer 2 im Ranking jener, gegen die die Staatsanwaltschaft ermittelt und für die „die Unschuldsvermutung“ gilt.
Bezahlt wurde Hochegger vom Verkehrsministerium. Die Umsetzung des Reichhold-Konzepts kostete „irgendwo bei 150.000 Euro“ – Hochegger hatte ursprünglich 197.760 Euro veranschlagt. Der Preis der Gorbach-Strategie ist nicht angeführt.
Ob sie uns lieb sind, bezweifle ich. Teuer waren sie uns auf jeden Fall!
6. Februar 2011

Fünf Maßnahmen gegen das Pisa-Desaster!

Vorarlbergs Landeshauptmann Herbert Sausgruber weist den Weg aus dem Vorarlberger Pisa-Desaster mit einem „Zwei-Punkte-Programm“. Auf der ORF-Homepage liest sich das so: „Sausgruber kündigte an, dass Lesen wieder Volkssport werden müsse. ... Eine Änderung der Vorarlberger Bildungspolitik aus Anlass des PISA-Ergebnisses sei nicht notwendig, da die Grundkonzeption richtig sei.“ Wie bitte? Eine richtige Grundkonzeption? Immerhin spricht er von Frühförderung. Unsere Vorarlberger Bildunssprecherin Katharina Wiesflecker hingegen vermag wirklich zu überzeugen. Sie präsentierte heute ein „Fünf-Punkte-Programm“:
1. Ausbau der Sprachförderung im Kindergarten
2. Mehr Beachtung des Schuleingangsbereichs und ein System mit zumindest 1,5 Lehrpersonen-Stellen in den ersten beiden Klassen
3. Ein Masterplan zum Ausbau der Ganztagsschulen und entsprechende Budgetmittel
4. Lesefreude fördern (Lesenächte etc.)
5. Schritte zur Gemeinsamen Schule
Am Mittwoch habe ich bei einem VN-Stammtisch an der Pädagogischen Hochschule in Feldkirch Gelegenheit, über die Ursachen des Pisa-Desasters und diese Punkte mit Landesrat Stemer zu diskutieren. Wir brauchen eine tiefgreifende Bildungsreform und mehr als nur kosmetische Maßnahmen, damit auch wirklich gilt: „Kein Kind zurücklassen!“
4. Februar 2011

Schule: Schluss mit der Defizitorientierung!

Schule_ist_kuhl„Ich sehe schon, dass du das kannst. Kommen wir zur nächsten Frage“, so oder so ähnlich geht es zu in unseren Schulen. Unser ganzes System ist darauf ausgerichtet zu entdecken, was ein Kind in der Schule eventuell nicht weiß oder kann. Statt dass wir das in den Vordergrund stellen, was Kinder können und sie dadurch motivieren: „Schön, dass du das kannst Du. Erzähl mir mehr davon!“
Nun gibt es eine Studie der Psychologin Brigitte Sindelar von der Sigmund-Freud-Uni in Wien, die genau das bestätigt, was wir in unserem Bildungsprogramm (hier als Download: Bildungsprogramm (pdf, 481 KB)) fordern: Wir müssen weg von der Defizitorientierung, denn das ständige Anstreichen von Fehlern in der Schule führt zu schlechten Leistungen. SchülerInnen hingegen, deren richtige Lösungen anstelle der Fehler markiert werden, lernen mehr. Das Projekt nennt sich „Fehlerkiller“. Hier nähere Informationen als Download Sindelar_Studie (pdf, 40 KB).
LehrerInnen an Wiener Volksschulen markierten vier Jahre bei 250 Kindern alles, was diese beim Schreiben, Rechnen und Lesen richtig gemacht hatten. Der Vergleich mit 380 traditionell bewerteten SchülernInnen zeigt, dass „Fehlerkiller“-Kinder viel bessere Leistungen erbringen und wesentlich motivierter sind. Das sagt ja auch die Hirnforschung und wird von der Projektleiterin Sindelar bestätigt: „Wenn man das Richtige markiert, wird auch das Richtige im Gedächtnis abgespeichert!“ Umgekehrt führe das Anstreichen von Fehlern dazu, dass sich Schülerinnen das falsche Wortbild einprägten. Also: Fehler anstreichen ist kontraproduktiv!
Für uns gilt: „Kein Kind zurücklassen!“
3. Februar 2011

Bildungsvolksbegehren ohne Reizworte?

Nun ist die Katze also aus dem Sack. Hannes Androsch will ein „breit angelegtes“ Bildungsvolksbegehren „ohne Reizworte“. Das scheint ihm zu gelingen, denn wer zahlt, der schafft bekanntlich auch an.
Seine Initiative ist sehr zu begrüßen, die konkrete Entwicklung aber sehe ich zunehmend skeptisch. Heute nun wurde jener Text präsentiert, der nach langen Verhandlungen auch unsere Grüne Zustimmung erhalten hat (Text_Bildungsvolksbegehren (pdf, 286 KB)), obwohl wir vieles anders formuliert hätten und einiges durchaus problematisch ist. Der Kern aber passt: „Wir fordern ein sozial faires, inklusives Bildungssystem, in dem die Trennung der Kinder nach ihren Interessen und Begabungen erstmals am Ende der Schulpflicht erfolgt.“ Somit ist die gemeinsame Schule der 10- bis 14-Jährigen zwar nicht ausdrücklich angesprochen, aber de facto gefordert.
Das ist - auch - unser Erfolg. Mir ist aber klar: Noch ist dieser Erfolg nicht in trockenen Tüchern, denn erst wenn der Einreichtext vorliegt, ist klar, ob es nicht doch ein Wischiwaschi-Volksbegehren wird. Einer weiteren Verwässerung werden wir ganz sicher nicht zustimmen! Erst der Einreichtext ist das, was die Leute dann auch wirklich unterschreiben.
Und dass dieser entscheidende Text noch immer nicht präsentiert werden kann, beweist, dass offenkundig von ÖVP-Seite noch massiv interveniert wird. Hier zeichnet sich wohl eine unheilige Allianz zwischen der Betonfraktion im ÖAAB und der Industriellenvereinigung ab. Wenn man dieser Regierung in Sachen Schulreform Beine machen will, muss die jetzige klare Formulierung für eine gemeinsame Schule der 10- bis 14-Jährigen im Einreichtext vorkommen.
Für uns gilt: „Kein Kind zurücklassen!“
2. Februar 2011

Bildungsvolksbegehren: Es geht ans Eingemachte!

Das von Hannes Androsch initiierte Bildungsvolksbegehren geht heute in die entscheidende Phase. Wir Grüne sind sehr froh darüber, dass hier von einem prominenten Industriellen eine Initiative ausgeht, haben aber ebenso klar und deutlich ausgesprochen, dass wir für ein regierungskompatibles Volksbegehren nicht zur Verfügung stehen. Ich habe das gestern gegenüber der Presse auch deutlich zum Ausdruck gebracht: „Politik von innen: Krach ums Bildungsvolksbegehren“. Aus unserer Sicht muss natürlich die Forderung nach einer Gemeinsamen Schule Bestandteil eines solchen Volksbegehrens sein. Teile der ÖVP wollen das unbedingt verhindern, weil sich die Regierung wohl keine weitere Großbaustelle leisten kann. Unverständlich, denn in Sachen Gemeinsame Schule bröckelt sogar in der FPÖ der Bildungsbeton. Die Vorarlberger Freiheitlichen haben heute im Landtag eine entsprechende Forderung unterstützt (PISA: Opposition übt Kritik an ÖVP). Nur noch die ÖVP beharrt stur auf einem Schulsystem, dessen Grundkonzept ins 19. Jahrhundert reicht.
Bei den Initiatoren und UnterstützerInnen hingegen scheint sich mit folgender Formulierung eine Lösung abzuzeichnen: „Wir fordern ein sozial faires Bildungssystem, in dem die Trennung der Kinder nach ihren Interessen und Begabungen erstmals am Ende der Schulpflicht erfolgt.“ Das ist die Forderung nach einer Gemeinsamen Schule bis zum 14. Lebensjahr. Heute Abend werden wir beim „Vernetzungstreffen“ über diese Formulierung diskutieren und den Text für das Volksbegehren mit den übrigen UnterstützerInnen abstimmen. Wenn die Formulierung in dieser Klarheit bleibt, ist das für uns als Kompromiss tragbar und wäre ein schöner Erfolg unserer Hartnäckigkeit. Morgen Donnerstag wird Hannes Androsch dann den Text in einer Pressekonferenz öffentlich vorstellen.
Für uns alle hat in Sachen Schule zu gelten: „Kein Kind zurücklassen!“
1. Februar 2011

Karl Heinz Grasser - zu schön, zu jung, zu intelligent!

Die Hatz gegen Karl Heinz Grasser ist ja unerträglich. Warum das so ist, steht in einem Brief. Und es ist Karl Heinz Grasser dafür zu danken, dass er diesen Brief einer interessierten Öffentlichkeit auch zugänglich macht. Um es kurz zu machen: Karl Heinz Grasser ist zu schön, zu jung, zu intelligent für diese ach so böse Welt!

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