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20. September 2011

New York - and the bike lane!

Zum Schmunzeln? Auch. Aber auch wieder nicht. Denn das folgende Video bildet leider eine Realität ab, die nicht auf New York beschränkt ist:



Übrigens ein weiteres Ergebnis Grüner Regierungsbeteiligung: In Wien gibt es ab November jemanden, der den RadfahrerInnen das Leben erleichtern soll („Wien hat einen Ober-Radfahrer“). Martin Blum ist für die Sammlung und Entwicklung von Ideen und Konzepten zur Erhöhung und Verbesserung des Radverkehrs zuständig.
Die derzeitige Gesetzeslage in Österreich: Fahrradstreifen oder -wege („Radfahranlagen“) sind laut § 68 StVO für Radfahrer (außer Rennfahrer) ohne Ausnahme zu benutzen. Zu den „Radfahranlagen“ im Sinn der StVO gehören nach § 2 Abs. 1 Z. 11b. „Radfahrstreifen“, „Mehrzweckstreifen“, „Radwege“, Geh- und Radwege und „Radfahrerüberfahrten“. Das kann also auch bei uns gefährlich werden ...
18. September 2011

Es ist ganz einfach: Grün wählen, Menschheit retten!

Na also: Jetzt wissen wir endlich, wie die Welt vor dem drohenden Untergang gerettet werden kann:

16. September 2011

Bildungsreform: Vorbild Polen!

Nein, blicken wir für einmal nicht nach Finnland, sondern nach Polen. Für uns Österreicher ist das besonders interessant, denn die Polen waren vor eineinhalb Jahrzehnten bildungspolitisch in einer Situation, die unserer heute vergleichbar ist. Der Unterschied: Die Politik hat damnals in Polen die Probleme erkannt, reagiert und eine grundlegende Schulreform gewagt. Mit Erfolg: Jahr für Jahr holt das Land im internationalen Vergleich auf. Die Grundzüge der Reform gleichen jenen, die wir anstreben: die Pflichtschulzeit wurde um ein Jahr verlängert (indem man die achtjährige Grundschule um zwei Jahre verkürzte und das dreijährige „Gimnazjum“ einführte), die Lehrpläne wurden modernisiert, es gibt landesweite, standardisierte Prüfungen am Ende der Grundschule, am Ende des Gimnazjums und als Zentralmatura. Das Ergebnis: „Jetzt reüssieren sie in Rankings wie Pisa. Belegten sie im Jahr 2000 beim Lesen noch Platz 24, erreichten sie 2009 schon Platz zwölf – somit kletterten sie vom hintersten ins vorderste Drittel. Österreich hingegen rutschte von Platz 19 auf Platz 31 ab. Hierzulande kämpft jeder vierte Schüler damit, den Inhalt eines Textes zu verstehen.“
Nachzulesen ist das alles in einem lesenswerten „Falter“-Artikel, aus dem auch das Zitat stammt: „Nation der Streber
Übrigens: Umgesetzt haben diese Reformen die Konservativen. Es gab heftigen Streit mit den LehrerInnen und die Wahlen wurden verloren. Die Verantwortung für das Land war den polnischen Konservativen aber mehr wert als jene für die Partei. Die ÖVP ist am besten Weg, die Bildungsreform zu verlieren und die kommenden Wahlen.
Für Polen scheint zu gelten, was bei uns erst umgesetzt werden muss: „Kein Kind zurücklassen!“
15. September 2011

Quin schädigt Ansehen der AHS-LehrerInnen!

Eckehard Quin ist Gewerkschafter und sollte eigentlich die Interessen der AHS-LehrerInnen vertreten. In Wirklichkeit betreibt er ÖVP-Parteipolitik auf tiefstem Niveau und scheut auch vor persönlichen Verunglimpfungen nicht zurück. Soweit das meine Person betroffen hat, habe ich dazu weitgehend geschwiegen. Nun aber ist das Maß des Erträglichen erreicht.
Das letzte Woche präsentierte hervorragende Bildungsprogramm der Caritas (Caritas fordert Gemeinsame Schule!) nutzt Quin auf seinem Blog zu einer untergriffigen persönlichen Attacke auf Caritas-Präsident Franz Küberl („Zum Kübe(r)ln“): „... Lüge oder Dummheit? Wie dem auch immer sei, das Bildungskonzept der Caritas ist jedenfalls zum Kübe(r)ln.“ Schaut so das Niveau aus, auf dem ein AHS-Vertreter sich öffentlich äußert?
Die Caritas und viele AHS-LehrerInnen haben die Herausforderungen für unser Bildungssystem längst erkannt. Eckehard Quin leider nicht. Die Gemeinsame Schule bis zum Ende der Schulpflicht und der verpflichtende und gebührenfreie Kindergarten in den letzten beiden Jahren vor der Schule sind richtige Reformschritte. Auch ein flächendeckendes Angebot an ganztägigen Schulen mit verschränktem Unterricht ist ein wichtiger Beitrag, um Chancengerechtigkeit herzustellen und soziale Unterschiede auszugleichen. Das aber ist nichts für einen Stillstandsfetischisten wie Quin. Ihn als „obersten AHS-Lehrervertreter“ zu bezeichnen, grenzt jedenfalls an eine Rufschädigung für den Berufsstand.
So mutig Herr Quin übrigens in seinem Blog auftritt, so wenig traut er sich sonst zu. So fehlt ihm der Mut, seine bildungspolitischen Vorstellungen in einem Streitgespräch mit mir zu verteidigen. Trauen Sie sich doch, Herr Quin. Wenn Ihre Ideen tatsächlich so gut sind, wie Sie schreiben, dann haben Sie nichts zu befürchten. Es gibt genügend Medien, die unser Gespräch gerne berichten würden. Wie ich weiß, sind Sie diesbezüglich auch schon kontaktiert worden, haben aber abgelehnt.
Wie auch immer, für uns gilt: „Kein Kind zurücklassen!“
14. September 2011

Sind die Lehrer schuld?

Karikatur_LehrerFür viele PolitikerInnen und die Boulevard-Presse ist klar, wer die schuld am miesen Abschneiden Österreichs bei allen internationalen Bildungsstudien trägt: die LehrerInnen. Heute wurde das wieder offenkundig, weil die OECD gestern Österreichs Schulsystem ein schlechtes Zeugnis ausgestellt hat. Doch daran ist nichts neu. Wir weisen seit Jahren darauf hin, fordern eine umfassende Reform des Schulsystems und legen konkrete Konzepte vor (siehe etwa „Modulsystem in der Oberstufe? – Ja, aber richtig!“ oder „Aufsteigen mit einem Fünfer!“).
Wie jedes Jahr werden auch diesmal wieder Schuldige gesucht. Nicht etwa bei der Regierung oder der Blockade-Brigade um Pröll den Älteren oder Fritz „ich beweg mich nicht“ Neugebauer („Rücktritt statt Rückschritt!“ sollte deren Motto lauten), nein: Die LehrerInnen sind schuld. Nun ist dieser Schluss angesichts des sogenannten „obersten LehrerInnenvertreters“ Neugebauer oder des AHS-Gewerkschafters Ekkehard Quin nachvollziehbar. Denn die geben der LehrerInnenschaft tatsächlich ein denkbar schlechtes Image. Aber die vielen engagierten LehrerInnen, die es glücklicherweise trotz aller Widrigkeiten gibt, belegen: die Blockierer sind eine aussterbende Art. Das wird auch das Bildungsvolksbegehren zeigen.
Die die vorwärtsblickende LehrerInneninitiative COOL („COOL“: das braucht die Schule!) kann ein Lied davon singen, mit welchen Schwierigkeiten reformorientierte Kräfte in unserem Schulsystem zu kämpfen haben. Am Willen und Engagement scheitert es nicht. Viel zu oft sind aver die Beharrungskräfte zu groß.
Die richtigen Schlüsse aus dem schlechten Zeugnis der OECD sind für Österreich daher schnell zu ziehen. Sie müssen aber in die Richtung Reform statt Lehrerbashing gehen. Konkret benötigen wir
- Autonomie für die einzelnen Schulstandorte inklusive Personalhoheit
- Bundeskompetenz für alle Schulen, um sie vom Einfluss der LandesfürstInnen und der Regionalkaiser zu befreien
- höhere Einstiegsgehälter für JunglehrerInnen, um die besten Köpfe für den Beruf zu motivieren
- offene Schultore den ganzen Tag und Betreuung - statt FreizeitpädagogInnen
Das Bildungsvolksbegehren wird ein kräftiges Zeichen für Veränderung setzen. Die Unterrichtsministerin tut nicht gut daran, darauf zu warten. Sie muss jetzt handeln!
Für uns gilt: „Kein Kind darf zurückbleiben!“
13. September 2011

Lehramt „Türkisch“ ist überfällig!

Was an den Universitäten Duisburg-Essen oder Hamburg sehr gut funktioniert, muss endlich auch in Österreich möglich werden: Die Einführung eines Lehramtsstudiums für Türkisch ist überfällig.
Wir müssen endlich die vorhandene sprachliche Vielfalt an unseren Schulen nutzen. Immerhin leben in Österreich 263.000 Menschen mit türkischem Migrationshintergrund. Viele aus der zweiten und dritten Generation können zwar noch Türkisch sprechen, aber nicht lesen oder schreiben.
Das Fremdsprachenangebot an österreichischen Schulen ist mager und wird der vielsprachigen Realität unserer Gesellschaft nicht gerecht. Neben den autochtonen Sprachen und den Klassikern Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch wird nur noch Russisch als lebende Fremdsprache angeboten. Für ein Land im Zentrum Europas ist das zu viel wenig. Der Wirtschaftsstandort Österreich braucht gut ausgebildete und vielsprachige junge Menschen.
Insgesamt haben 17 Prozent der heimischen SchülerInnen nicht-deutsche Umgangssprache. Die derzeitige Praxis, wonach viele SchülerInnen aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse in Sonderschulen abgeschoben werden, müsse sofort gestoppt werden. Das ist ein Auftrag zur Förderung und Qualifizierung im österreichischen Schulsystem. Mit der Abschiebung in Sonderschulen werden vor allem türkisch-stämmige Kinder zu Bildungsverlierern.
Kinder profitieren von erfolgreichen Lernvorbildern. Wir brauchen daher dringend auch mehr LehrerInnen mit Migrationshintergrund. Insgesamt müssen unsere Lehrkräfte besser auf die Herausforderung der Vielsprachigkeit vorbereitet werden und Schulen mit den notwendigen Ressourcen ausgestattet werden. Das Maturafach Türkisch als zweite lebende Fremdsprache ist ein erster Schritt in Richtung Qualitätsoffensive Sprachen.
Denn für alle SchülerInnen in unseren Schulen hat zu gelten: „Kein Kind zurücklassen!“
12. September 2011

Rechtsextremismus: Warum die Alarmglocken schrillen!

AlarmglockeNach den Vorkommnissen an diesem Wochenende in Diepoldsau („Neonazi-Treffen verhindert!“ und „Gewalttätige Neonazis bleiben unbehelligt!“) ist vielen bewusst geworden, warum in unserer Zivilgesellschaft die Alarmglocken schrillen sollten.
In Österreich stoßen wir bei der Suche nach den Hintergründen für die steigende Akzeptanz rechtsextremer Ansichten unweigerlich auf die FPÖ. Diese Partei tut sich extrem schwer bei der Abgrenzung zu Rechtsaußen. Vielleicht deshalb, weil die Grenzen verschwimmen? Ich möchte in diesem Zusammenhang nur an ein paar Ereignisse der letzten Zeit erinnern:
• Zum Fall des freiheitlichen Nationalratsabgeordneten Werner Königshofer nur ein paar Zitate aus einem Manifest auf seiner Homepage: „Tat oder Tod - Es liegt in der Hand der Tiroler. Das Recht ist unzweifelhaft auf ihrer Seite und ist ein Notwehrrecht. "Es ist 10 Minuten nach 12.00 Uhr"“ oder „Bleiben die Moslems im Lande, werden sich die Tiroler langfristig den Moslems unterwerfen müssen oder sie müssen bald etwas dagegen tun“.
• In der Gemeinde Götzis wurden zu Beginn dieses Jahres während einer Hausdurchsuchung bei einem FPÖ-Mitglied ein ganzes Waffenarsenal und zahlreiche NS-Devotionalien gefunden.
• Ein zweiter FPÖ-Mandatar hat - wie bekannt wurde. ebnfalls einschlägige Kontakte.
• „Von Museln als Nazi bezeichnet zu werden empfinde ich als Auszeichnung. Dann wissen sie wenigstens zu was man noch fähig sein wird und auch fähig sein muss. Es gibt europaweit nur mehr die Gewaltoption.“ Das sind die Worte (inklusive Problemen mit der Satzzeichensetzung) eines - dann zurückgetretenen - Kandidaten der FPÖ für die Gemeinderatswahl in Bludenz. Und noch eins: „Es ist den Museln jetzt sehr gut anzuraten ja still zu sein und sich nicht zu mucksen. Wie heißt es so schön. Ist die Kugel aus dem Lauf, hält sie nur der Teufel auf.“
• Und der Chef der FPÖ in Vorarlberg? Dieter Egger wurde bekannt durch seinen unverhohlenen Antisemitismus. Er bezeichnete den Direktor des Jüdischen Museums in Hohenems als „Exil-Juden aus Amerika“ und wusste später zu berichten, „dass diese Kritik und diese Provokation immer von jüdischer Seite kommen in jedem Wahlkampf.“
Wir tun gut daran, diese Herrschaften ernst zu nehmen!
11. September 2011

Neonazi-Treffen verhindert!

VerbotsgesetzGestern hat die Sachlage zum „Neonazi-Treffen“ in der Schweiz zugegebenermaßen nicht sehr freundlich ausgeschaut. Heute nun kommen erfreuliche Nachrichten.
Einerseits hat die Polizei nach ihrer Untätigkeit bei den Neonazi-Attacken in Dieplodsau gegen friedliche österreichische Demonstranten („Gewalttätige Neonazis bleiben unbehelligt!“) am Abend dann doch den Rechtsstaat durchgesetzt und das Rechtsextremen-Treffen in Einsiedeln verhindert. Die Holocaust-Leugner wollten sich gewaltsam Zutritt zu dem Gebäude zu verschaffen, bei der Auseinandersetzung gab es erneut Verletzte. Zwei Organisatoren wurden wegen Hausfriedensbruch verhaftet („Jähes Ende für Rechtsextremen-Treffen“).
Die zweite erfreuliche Botschaft: Die Kantonspolizei St. Gallen kritisiert das Verhalten der vier untätigen Polizisten gestern in Diepoldsau ebenfalls in deutlichen Worten. Ich zitiere bewusst eine neutrale Quelle (ORF-Vorarlberg): „Der Sprecher der Kantonspolizei St. Gallen Hanspeter Krüsi sagte, auch er hätte erwartet, dass die Polizei einschreitet. Warum das nicht passiert sei, werde man nun genau untersuchen. Aufgrund von Filmaufnahmen hoffe man, die Täter bald ausfindig zu machen.“

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