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22. Januar 2014

Neue Mittelschule: „Notendruck in den Volksschulen nicht gesunken“

Gruene-Schule1Das sind bemerkenswert ehrliche Aussagen des zuständigen Koordinators für die Neuen Mittelschulen in Vorarlberg! Christian Kompatscher gibt zu, dass das Ziel des Schulversuchs, den Selektionsruck auf die Volksschulen zu senken, nicht erreicht worden sei: „Der Notendruck in den Volksschulen ist nicht gesunken!
überraschend ist die Ehrlichkeit der Behörden, nicht das Ergebnis. Denn genau auf diese Problematik und die schlechteren Chancen der NMS-AbsolventInnen habe ich bei der Einführung der NMS hingewiesen und letztes Jahr noch einmal eine Anfrage dazu an Ministerin Claudia Schmied geschickt: „Schlechte Chancen für PflichtschulabsolventInnen beim Eintritt in gymnasiale Oberstufen
Damals fasste eine Mutter mir gegenüber ihre Erfahrungen bei der Anmeldung ihres Kindes so zusammen: „Mir fiel auf, dass es ein 2-Klassen Schulsystem gibt, das schon am Ende der Volksschule beginnt.“
Ich füge hinzu: Die „Zweiklassengesellschaft“ ist extrem ungerecht. Die Fachzeitschrift „Erziehung und Unterricht“ berichtet von einer Studie über die Gerechtigkeit von Noten in der Volksschule. Die Ergebnisse sind zum Teil sehr „erstaunlich“: SchülerInnen, die in „Deutsch, Lesen, Schreiben“ ein Sehr gut im Semesterzeugnis hatten, verfügten beim Test über die unterschiedlichsten Kompetenzen: 17 Prozent der „Sehr Gut“-Schüler machten im Rechtschreibtest keinen Fehler, praktisch gleich viele aber gleich sechs Fehler oder mehr. Was in der einen Klasse noch zu einem Sehr gut reicht, kann in einer anderen zu einem Genügend führen.
Das Zeugnis der 4. Klasse Volksschule - bzw. sogar das „Semesterzeugnis“ - entscheidet aber über die Bildungschancen der Betroffenen! Nur mit einer leistungsfähigen und modernen Gemeinsamen Schule bis zum 14. Lebensjahr können wir diese Ungerechtigkeit beseitigen!
Für die „Grüne Schule“ gilt: „Kein Kind zurücklassen!“
21. Januar 2014

Steiermark: heute schulpolitischer Lackmustest für SPÖVP!

Gruene-Schule1Heute ist Lostag in Sachen Modellregion Gemeinsame Schule: Die steirischen Grünen bringen im Landtag eine Dringliche Anfrage ein und zwingen ÖVP - aber auch SPÖ - dazu, Farbe zu bekennen: Meinen sie die positiven Äußerungen für eine Modellregion zur Gemeinsamen Schule ernst oder nicht? Ausreden gelten jetzt nicht mehr: „Modellregionen zu Gesamtschule: Grüne drängen ÖVP zu Zusage“.
Neben Tirol, Salzburg, Vorarlberg und Wien haben sich in der ÖVP ja vor allem die Steirer weit hinausgelehnt: „Unmut in Steirer-ÖVP: "Gebe Spindelegger noch sechs Monate"“.
Die logische Folge ist die Zustimmung! Oder? Unsere steirische Bildungssprecherin Abg. Ingrid Lechner-Sonnek fasst zusammen: „Parteiübergreifender Initiative steht nichts mehr im Wege, es gibt keinen Grund mehr zuzuwarten! In den letzten Tagen hat die steirische ÖVP sich öffentlich für eine Modellregion für die gemeinsame Schule der 10- bis 14-Jährigen in der Steiermark ausgesprochen. Nachdem auch die SPÖ als Partei die Einführung dieser Schulform vertritt, ist im Landtag Steiermark eine große Mehrheit von BefürworterInnen zumindest einer Modellregion gegeben.“ Mehr dazu hier.
Für die „Grüne Schule“ gilt: „Kein Kind zurücklassen!“

Atommüll und der „sicherste Ort der Erde“!

AKW_ReiseZumSicherstenOrtderErdeWebPlakatDieser Film müsste zur Pflicht für alle BefürworterInnen der Atomkraft werden: „Die Reise zum sichersten Ort der Erde“.
Es handelt sich um eine schockierende Dokumentation des Schweizer Regisseurs Edgar Hagen. Er stellt sich selbst eine ganz einfache Frage: Wohin mit den mehr als 350.000 Tonnen (!) hochradioaktiven Atomabfällen, die sich in den letzten 60 Jahren rund um die Welt angesammelt haben? Man dürfte eigentlich annehmen, dass diejenigen, die seit Jahren als Befürworter der Atomenergie ihren Einfluss geltend machen, darauf eine Antwort hätten. Haben sie aber nicht.
Und die Europäische Union spielt das schmutzige Spiel mit. Zitat aus dem „Tagesspiegel“ (Europäische Union will Subventionen für Atomkraftwerke erleichtern): „Atomkraftwerke lassen sich nicht wirtschaftlich betreiben. Jedenfalls nicht in einem freien Markt. Doch weil Großbritannien und andere Europäer an der Kernenergie festhalten wollen, sollen nun neue Subventionen erlaubt werden.“
Noch immer gibt es bekanntlich kein sicheres Endlager, gleichzeitig ist von einem Ende des atomaren Wahnsinns keine Rede. Im Gegenteil: die Produktion von atomarem Restmüll wird ungebrochen fortgesetzt. In Großbritannien wird gar - hochsubventioniert - der weitere Ausbau von AKWs in Angriff genommen.
Regisseur Edgar Hagen hat mit vielen Experten gesprochen und viele Orte besucht: dicht besiedelte Gebiete in der Schweiz, eine Nomadenfamilie in der chinesischen Wüste Gobi, ein heiliger Berg in einem atomverseuchten Indianerreservat, Demonstranten im Wald von Gorleben ...
An all diesen Orten werden Vernunft, Demokratie und wissenschaftliche Redlichkeit durch Sachzwänge, Strategien und Ängste auf die Probe gestellt. Die brisante Frage am Schluss: Kann und darf man im Notfall ein Endlager-Projekt gegen den Willen der Bürger durchsetzen? Droht der Atomstaat?
Der Film läuft seit 17. Jänner in den österreichischen Kinos!
18. Januar 2014

Bodensee: „Fracking“ verbieten!

Fracking„Fracking“ beschäftigt uns – leider – seit längerer Zeit. Man müsste glauben, dass angesichts der Unwägbarkeiten und bereits feststellbaren verheerenden Auswirkungen („Veranstaltung in Bludenz: Stoppt Fracking!“) das Thema vom Tisch sein sollte. Das Gegenteil ist der Fall.
Die Lobby scheint erfolgreiche Arbeit geleistet zu haben. Insbesondere im Bodenseeraum aber formiert sich zum Glück länderübergreifend der Widerstand.
Werden zerstörte Landschaften und vergiftetes Grundwasser auch bei uns im Bodenseeraum Realität? Johannes Rauch hat mit den Vorarlberger, Schweizer und süddeutschen Grünen eine Initiative ins Leben gerufen. Wer sich unseren Forderungen zum Schutz des Trinkwasserreservoirs Bodensee anschließen möchte, ist eingeladen, die Petition zu unterzeichnen. Jede Stimme zählt!
Nur drei der zentralen Forderungen:
1. Die unkonventionelle Gasförderung von Schiefergas (Fracking) europaweit nicht zulassen! 2. Das Freihandelsabkommen zwischen USA und der EU verhindern, weil dadurch in der EU bestehende Umweltstandards unterlaufen und ausgehöhlt werden
3. Dem Grundwasserschutz absoluten Vorrang vor allen anderen Interessen einzuräumen und dem Trinkwasserreservoir Bodensee besonderen Schutz angedeihen zu lassen.
Auch die Vorarlberger Nachrichten organisieren derzeit eine Unterschriftenkampagne gegen das Fracking am Bodensee: „Nein zu Fracking am See
17. Januar 2014

Kein Rechtswalzer in der Hofburg!

burschenschaftsball_wien_2009Die FPÖ macht Österreich wieder einmal zum Tummelplatz der europäischen Rechten und möchte in der rechtsextremen Szene Europas offenkundig die führende Rolle spielen („FPÖ macht Österreich zum Tummelplatz des europäischen Rechtsextremismus“).
Es gibt in der demokratischen Zivilgesellschaft kein Verständnis für das provokante politische Spiel mit dem Feuer: Bislang haben sich die europapolitischen Aktivitäten von Heinz-Christian Strache darauf beschränkt, die Brenner-Grenze infrage zu stellen.
Jetzt möchte er Wien zum Zentrum rechter Salon-Extremisten machen und fügt damit dem Ansehen Österreichs erneut schweren Schaden zu.
Ich verweise in diesem, Zusammenhang darauf, dass die FPÖ in letzter Zeit verstärkt versucht, mit rechtsextremen und antisemitischen europäischen Parteien in Europa zu kooperieren und den Ball in der Hofburg zum wiederholten Mal dazu verwendet, die führenden Köpfe der rechtsextremen Szene in Wien zu versammeln. Die Hofburg ist der Sitz des österreichischen Bundespräsidenten, in zwei Jahren wird sie für eine Übergangszeit auch zum Sitz des österreichischen Nationalrats.
Wir wollen keinen Rechtswalzer in der Hofburg. Diesen Ort zum Tummelplatz für die FPÖ und ihren ewiggestrigen Kameradinnen und Kameraden aus dem In- und Ausland zu machen, ist eine weitere inakzeptable Provokation. Zu erinnern ist an die Teilnahme von Marine Le Pen, Filip Dewinter vom rechten belgischen Vlaams Belang oder dem wegen Volksverhetzung verurteilten NPD-Funktionär Jörg Hähnel.
In Sachen Rechtsextremismus ist Österreich kein Sonderfall, hier ist aber die gesellschaftliche Akzeptanz des Rechtsextremismus leider besonders groß: Die Konservativen in Europa - egal ob in Frankreich, Belgien oder Deutschland - lehnen Koalitionen mit den Rechtsaußenparteien ab. Leider gilt dies nicht für Österreich. Das ist unser gesellschaftspolitisches Hauptproblem, nicht die tanzenden Rechtsextremisten.
Wer wie die FPÖ in seinen Aussendungen abgewandelte Zitat aus dem verbotenen Horst-Wessel-Lied verwendet, hat sich für eine verantwortungsvolle Rolle in dieser Republik selbst disqualifiziert.
Kein Verständnis haben wir Grüne daher für das Pächterkonsortium der Hofburg, zu dem die Eigentümer namhafter Luxushotels wie dem Imperial, dem Sacher oder dem InterContinental gehören. Sie sollten sich ein Vorbild an der Innsbrucker Stadtregierung nehmen, die heuer ein Treffen rechtsextremer Burschenschafter in stadteigenen Sälen verhindert hat. Wir wollen mit der Zivilgesellschaft die parteiübergreifende Initiative „Jetzt Zeichen setzen“ den friedlichen Protest gegen den FPÖ-Ball am 24. Jänner unterstützen. Das ist ein wichtiges Zeichen gegen ein Europa des Rechtsextremismus und Antisemitismus.
15. Januar 2014

Gemeinsame Schule: SPÖVP mit Angst vor der eigenen Courage!

Gruene-Schule1 Ist es „nur“ die Angst vor der eigenen Courage? Gehorcht man dem Befehl Michael Spindeleggers? Faktum ist jedenfalls, dass jene VertreterInnen von SPÖVP, die noch vor Wochenfrist für die Einrichtung von Modellregionen zur Gemeinsamen Schule gesprochen haben, jetzt - nach der ÖVP „Nicht-Krisen-Sitzung“ am Sonntag allesamt den Mut verloren haben und Rückzugsgefechte liefern.
Im Mittagsjournal gestern („ÖVP: Gesamtschule bleibt Zündstoff“, hier das Audiofile) und heute in den Vorarlberger Nachrichten („Kaum Hilfe für Walser“) rudern sie zurück: „Gesamtschule: ÖVP-, SPÖ- und FPÖ-Abgeordnete unterstützen Antrag nicht.“
Wen es genauer interessiert, hier sind die zustimmenden Zitate führender ÖVP-PolitikerInnen nachzulesen: „ÖVP auf bildungspolitischer Geisterfahrt!“. Ähnlich argumentierten SPÖ und FPÖ.
Gestern im Mittagsjournal und heute in den Vorarlberger Nachrichten (und somit kurz nach der Nicht-Krisen-Sitzung) klang das leider ganz anders:
• Michael Spindelegger auf Ö1: „Das Gymnasium ist unverzichtbar. Das sagen alle in der Volkspartei.“ Alle?! Jedenfalls gilt das offensichtlich für die Vorarlberger ÖVP. Oder doch nur für die Vorarlberger ÖVP-Abgeordneten im Nationalrat? Gibt es da irgendwann eine Klärung durch Landeshauptmann Markus Wallner?
• Ehrlich argumentiert mein sozialdemokratischer Kollege Elmar Mayer: „Gestern winkte auch der ehemalige SPÖ-Bildungssprecher Elmar Mayer ab: Walsers Antrag sei "begründet und richtig", so der 60-jährige Abgeordnete. Allerdings verbiete ihm eine Koalitionsvereinbarung eine Unterstützung.“
• Auch in der FPÖ gibt es Turbulenzen. Noch im Dezember haben die Freiheitlichen dem Antrag für eine Modellregion im Vorarlberger Landtag zugestimmt, heute ist alles anders: „Keine Freude damit, dass Walser schon jetzt einen Entschließungsantrag vorgelegt hat, hat auch FPÖ-Nationalrat Bernhard Themessl: Beim derzeitigen Zustand der ÖVP sei es "absolut kontraproduktiv, durch überzogene Forderungen eine gute Idee endgültig sterben zu lassen".“
Doch es kommt weiteres Ungemach auf SPÖVP zu: Die Grünen werden am nächsten Dienstag im steirischen Landtag einen eine Dringliche Anfrage einbringen. Das wird eine auch bundespolitisch spannende Landtagssitzung, denn auch in der Grünen Mark haben sich führende SPÖVP-PolitikerInnen für eine Modellregion ausgesprochen und müssen jetzt Farbe bekennen: Wollen sie das umsetzen, was sie angekündigt haben. Die Frage an die Landesregierung lautet schlicht und einfach: „Werden Sie an die Bundesregierung herantreten, um die Genehmigung für eine Modellregion für eine Gesamtschule der 10- bis 14-Jährigen zu erlangen?“
Wobei es Hoffnung gibt, denn gestern hat ÖVP-Generalsekretär Blümel offiziell das parteiinterne Nachdenken erlaubt. Halt nur - so wörtlich „im Einzelfall intern“, aber immerhin: „Über Schulversuche darf im Einzelfall intern diskutiert werden“.
Für die „Grüne Schule“ gilt: „Kein Kind zurücklassen!“
13. Januar 2014

„New York Times“ und der Grüne „Party leader“

Staatsoper_NSIn den angelsächsischen Ländern ist das Interesse an der Geschichte der Wiener Philharmoniker deutlich ausgeprägter als hierzulande. Auf die Berichterstattung der Nachrichtenagentur Reuters kurz vor Weihnachten bin ich auf diesem Blog eingegangen: „Wiener Philharmoniker und die NS-Zeit - eine endlose Geschichte?
Auch auf die sehr präzise Aufarbeitung durch den deutschen Musikwissenschaftler Ralph Braun habe ich hingewiesen: „Neujahrskonzert im "Dienst der Kriegsführung"“.
Nun haben auch die „New York Times“ aus führlich berichtet: „Waltzing Right Past History in Austria“.
Nach den letztjährigen Jubelmeldungen in der Presse über die angeblich aufgearbeitete Orchester-Geschichte, darf ich auf folgende Passage verweisen: „In response to the uproar last year, the orchestra hired three historians, said to be independent, to look closely at its Nazi past in its entirety.“
Ganz so toll und unabhängig scheint man die historische Aufarbeitung der Geschichte bei den Philharmonikern in diesem Weltblatt nicht zu finden!
Innerhalb des Grünen Parlamentsklubs hat es für mich viele ironische Glückwünsche und tiefe Verneigungen gegeben. Der Grund? Eine Passage aus dem Artikel, in dem ich doch glatt zum Parteichef gemacht werde: „But critics of the orchestra, notably the Greens, a left-liberal political party led in the Austrian parliament by Harald Walser, have …“
Eva Glawischnig muss keine Sorgen haben: Nach den aktuellen Obmann-Querelen in der ÖVP wird es bei den Grünen keine Obfrau-Debatte geben!
10. Januar 2014

ÖVP auf bildungspolitischer Geisterfahrt!



Nach meiner heutigen Pressekonferenz („Gesamtschule: Walser sieht Land vor Weichenstellung“) ging es turbulent zur Sache. Während die ÖVP in Tirol und der Steiermark massiv Druck in Richtung Reformen macht, scheint die Brüskierung des Vorarlberger Landeshauptmanns durch ÖVP-Obmann Michael Spindelegger Wirkung zu zeigen: Plötzlich wollen anscheinend auch die Vorarlberger ÖVP-Abgeodneten nichts mehr wissen von ihren eigenen Forderungen der letzten Tage („Gesamtschule: Kopf nun mit mehr Zurückhaltung“). Ist Michael Spindelegger wirklich so stark? Wohl nur in Vorarlberg, denn die Tiroler („Platter will Pilotversuch durchziehen“) und Steirer („Amon fordert Schluss bei Blockade“, die steirische ÖVP-Wissenschaftslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder gibt angesichts bildungspolitischer ÖVP-Linie zu Protokoll, ihr sei „der Kragen geplatzt“) legen sogar noch eins drauf.
Bislang galt auch in Vorarlberg: Landeshauptmann Wallner fordert eine Modellregion, Karlheinz Kopf fordert das, Norbert Sieber fordert das.
Einige Zitate:
o ORF-Homepage: „Dass sich die Bundesregierung gegen den Modellversuch einer gemeinsamen Schule in Vorarlberg ausgesprochen habe, sei bitter und enttäuschend, so die zuständige Landesrätin Bernadette Mennel (ÖVP) am Donnerstag im Vorarlberg heute-Interview. Nichtsdestotrotz werde man nicht aufgeben.“
o Kopf: „… gut, wenn der Bund Modellregionen zur Gemeinsamen Schule zulasse.“ Ö1 Abendjournal, 5.1.2014
o Wallner: „Sehr ärgerlich, dass der Bund blockiert, wenn sich Bundesländer eine innovative Weiterentwicklung der Schule überlegen.“ Der Standard, 8.1.2014
o Sieber zu meinem Antrag: „Ich sage klipp und klar ja dazu.“ Ein gemeinsames Vorgehen der Vorarlberger Mandatare sei „möglich“.“ VN, 8.1.2014
Und wenige Tage später ist eine Modellregion nicht mehr sinnvoll? Ich nehme an, die ÖVP-WählerInnen verstehen das. Ich nicht.
Für die „Grüne Schule“ gilt: „Kein Kind zurücklassen!“

Modellregion Gemeinsame Schule - alle Parteien dafür?

Gruene-Schule1Im Rahmen einer Pressekonferenz habe ich heute eine weitere Initiative gestartet. Bis Mitte Februar müssen sich Eltern und Kinder wie jedes Jahr wieder überlegen, wie es nach der Volksschule weitergeht. Meine Erfahrungen als AHS-Direktor in Vorarlberg: Ein „Gut“ zu viel eines noch nicht einmal zehnjährigen Kindes kann entscheidend sein für dessen weiteren Bildungsweg: AHS oder NMS? Das ist ein steinzeitpädagogischer Irrsinn und eine Stressphase für alle Beteiligten - am meisten für die Kinder.
• Eltern und SchülerInnen haben ein Recht auf eine nach pädagogischen Kriterien aufgebaute kinder- und jugendgerechte Schule!
• LehrerInnen haben ein Recht auf eine moderne Schule mit einer entsprechenden Organisations- und Infrastruktur!
• Die Wirtschaft hat ein Recht auf eine leistungsfähige Schule!
Handlungsbedarf ist eigentlich seit Jahrzehnten unbestritten, die derzeit feststellbare Bewegung in der ÖVP daher sehr erfreulich. Ich habe einen Antrag vorbereitet und die Abgeordneten aller Parteien eingeladen, diesen als gemeinsamen Antrag einzubringen. Im Kern geht es ausschließlich darum, dass eine Modellregion überhaupt ermöglicht (!) wird (Modellregion-Gemeinsame-Schule1 (pdf, 84 KB)), also keine Angst, meine Damen und Herren von SPÖVP: durch eine Beschlussfassung im Nationalrat wird noch gar nichts eingeführt, sondern nur etwas ermöglicht.
Ein paar Bemerkungen und wichtige Zitate zu den Stellungsnahmen der letzten Tage. Insbesondere LH Markus Wallner hat sich weit aus dem Fenster gelehnt, in letzter Zeit aber etwas an der Sache vorbei geredet. Oder - positiv formuliert - seine Einwände sind leicht zu entkräften.
• „Walser tut so, als könne man die Gemeinsame Schule über Nacht einführen. Das ist unseriös. Wenn man das tut, ist alles zum Scheitern verurteilt. Daher haben wir ein wissenschaftliches Projekt gestartet.“ (VN, 9.1.2013)
• „(Blockade) kommt von allen Seiten, die größte Hürde ist aber die für einen Schulversuch erforderliche Zweidrittelmehrheit im Nationalrat.“ Der Standard, 8.1.2014
Beides ist falsch. Erstens weiß ich als Praktiker, wie lange eine Umstellung dauern wird, nachdem (!) sie beschlossen ist. Und zweitens stehen die Grünen für eine Reform zur Verfügung und für eine Zweidrittelmehrheit zur Verfügung.
Tirols Bildungslandesrätin Beate Palfrader (im Ö1-Morgenjournal vom 18.1.) wird in der Tiroler Tageszeitung eso zitiert: „(Palfrader) will, dass der Landesschulrat oder vergleichbare Gremien über Modellregionen entscheiden können die Möglichkeit für Schulversuche in größeren Regionen oder einem ganzen Bundesland.“
Ich verstehe die Probleme der ÖVP: Sie steht eventuell vor einer Zerreißprobe, die parteiinternen Fronten verlaufen unklar: West-Ost, Bund-Länder, Reform-Beton …
Und die SPÖ? Sie hat sich überhaupt aus einer gestaltenden Rolle verabschiedet. BK Werner Faymann meint, „Streitereien braucht man nicht“ und : Die „Forcierung der Gesamtschule … (ist) nicht das Thema.“ (Standard, 8.1.)
Mein Antrag sollte dennoch Chancen auf eine mehrheitliche Beschlussfassung haben, denn er wäre nichts anederes als die Umsetzung dessen, was viele in der ÖVP fordern:
• Karlheinz Kopf („… gut, wenn der Bund Modellregionen zur Gemeinsamen Schule zulasse.“ Ö1 Abendjournal, 5.1.)
• Markus Wallner („Sehr ärgerlich, dass der Bund blockiert, wenn sich Bundesländer eine innovative Weiterentwicklung der Schule überlegen.“ Der Standard, 8.1.2014),
• ÖVP-Nationalrat Norbert Sieber auf die Frage, ob er meinen Antrag unterstützen werde: „Ich sage klipp und klar ja dazu.“ Ein gemeinsames Vorgehen der Vorarlberger Mandatare sei „möglich“.“ VN, 8.1.2014
• Elmar Mayer auf dieselbe Frage: „Ich unterstütze den Antrag mit ganzer Kraft.“
Ich habe mit SPÖ und ÖVP für nächste Woche Gespräche ausgemacht: Packen wir es an!
Für die „Grüne Schule“ gilt: „Kein Kind zurücklassen!“
8. Januar 2014

Gemeinsame Schule: ÖVP-interne Schlammschlacht!

Gruene-Schule1Wir erleben derzeit bildungspolitische Chaos-Tage in der ÖVP. Das ist zwar unterhaltsam, angesichts der dringend notwendigen Reformschritte im Schulbereich aber nur schwer zu ertragen.
Gestern noch hatte Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner vollmundig verkündet, er akzeptiere die Blockade-Haltung der Bundes-ÖVP nicht („Wallner: Bund blockiert Schulreform“), heute nun wird er in harscher Form von Bundesparteiobmann Michael Spindelegger zurückgepfiffen („ÖVP lässt Wallner abblitzen“).
Spindelegger blamierte damit seinen Parteikollegen und Vorarlberger Landeshauptmann, indem er ihn daran erinnerte, dass auch Wallners Unterschrift unter den Koalitionsvertrag steht. Und der sieht nun mal keine Modellregion vor. „Peinlicher geht es nicht mehr!“, kommentierte das unser Landessprecher Johannes Rauch.
In einem Interview mit den „Vorarlberger Nachrichten“ konnte ich heute meine Position darlegen. Artikel und Interview können leider nicht verlinkt werden, daher hier der Artikel (OeVP-im-Bund-wie-die-Tea-Party (pdf, 123 KB)) und das Interview (Walser-will-Modellregion-auf-parlamentarischer-Ebene-durchsetzen (pdf, 68 KB)) als Download.
Einerseits gibt es in der ÖVP starke konstruktive Kräfte mit dem ehrlichen Bemühen um eine moderne und gerechte Schule, im entscheidenden Moment setzen sich andererseits aber immer die Ideologen mit ihrer Vorstellung einer Steinzeit-Pädagogik durch.
Ich habe den Regierungsparteien heute daher erneut eine bildungspolitische Reformpartnerschaft angeboten: Damit ist die Ausrede Wallners vom Tisch, die von ihm als dringend notwendig bezeichnete Reform scheitere an der notwendigen parlamentarischen Zwei-Drittel-Mehrheit. Nachdem SPÖ und Grüne für die Reform sind, scheitert diese ausschließlich an Wallners eigener Partei!
Für die „Grüne Schule“ gilt: „Kein Kind zurücklassen!“

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