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26. Juni 2014

Alternativschulen: schon wieder alles Geld den Reichen?

pk_26-6-2014Im März habe ich unter dem Titel (Privatschulen: alles Geld den Reichen?) einen Blogeintrag verfasst. Inzwischen hat sich die Schieflage im Förderbereich weiter verschlechtert.
Der ORF hat gestern ausführlich darüber berichtet (Eliteschule hätte Förderung wohl nicht nötig), heute habe ich in einer Pressekonferenz (Bild) nachgelegt.
Eines vorneweg: internationale Schulen sind ebenso wichtig wie die alternativen Privatschulen. Sie alle sollen in unserem Bildungssystem Platz haben und faire Bedingungen vorfinden.
Zu den Fakten: Die Vienna International School (VIS) erhält - alle öffentlichen Förderungen zusammengerechnet - über acht Millionen Euro Subventionen, dadurch können den Lehrkräften stolze Jahreseinkommen von bis zu 110.000,- € bezahlt werden, weil Eltern gleichzeitig ein Schulgeld von bis zu 17.500,- € pro Kind bezahlen müssen.
Nichts gegen Privatschulen, im Gegenteil: Ich kämpfe für eine gerechte Verteilung der öffentlichen Subventionen auf alle jene Schulen, welche die Standards erfüllen und Öffentlichkeitsrecht erhalten haben.
Ich habe heute darauf hingewiesen, dass auf die Bundesregierung noch einiges Ungemach zukommen wird: In einem Rechtsgutachten hat mit Dr. Karl Vrba ein ehemaliger Richter und Experte im Wettbewerbsrecht festgestellt, dass die Vorgangsweise der Regierung dem Gleichheitsgrundsatz ebenso widerspricht wie dem Transparenzgrundsatz und dem Nicht-Diskriminierungsgrundsatz. Falls die Regierung die jetzige Praxis nicht korrigiert, wird die Angelegenheit wohl seitens anderer Schulen vor Gericht eingeklagt werden. Das haben die bei meiner Konferenz anwesenden Geschäftsführer Franz Biber und Sabine Biber-Brussmann von der Danube International School bestätigt.
Meine Forderungen:
• Wir verlangen im Bereich der Förderung nichtkonfessioneller Privatschulen volle Transparenz und gleiche Chancen für alle Anbieter von Leistungen. Das gilt insbesondere für die Förderung an die VIS. Alle Anbieter gleicher Leistungen müssen sich in einem offenen Verfahren beteiligen können. Die einseitige Bevorzugung der VIS entspricht nicht dem österreichischen Recht.
• Auch die Beseitigung der finanziellen Benachteiligung von nicht konfessionellen gegenüber konfessionellen Privatschulen ist überfällig. Jedes Kind muss dem Staat gleich viel wert sein.
Für die „Grüne Schule“ gilt: „Kein Kind zurücklassen!“
25. Juni 2014

Ferien-Diskussion: SchülerInnen sind kein Erntehelfer!

FerienDie Diskussion um eine Neugestaltung der Ferienordnung taucht jährlich so sicher auf wie jene um das Ungeheuer von Loch Ness.
Ein paar Hinweis e von meiner Seite: Schul- und Ferienzeiten sollten nach pädagogischen Gesichtspunkten festgelegt werden und sich nicht an den Bedürfnissen des Tourismus oder einzelner Interessensgruppen orientieren. Lernpsychologen sprechen davon, dass ein Sechs-Wochen-Rhythmus ideal wäre. Die lange Arbeitsphase im Herbst sollte daher durch einwöchige Herbstferien entspannt, alle sechs Wochen eine Erholungsphase für die SchülerInnen vorgesehen werden.
Nicht pädagogische Erwägungen, sondern historische, traditionelle und wirtschaftliche Gründe liegen der geltenden Ferienordnung zu Grunde. Die langen Sommerferien habe schon Kaiserin Maria-Theresia eingeführt. Die SchülerInnen sollten bei der Feldarbeit in Erntezeiten helfen. Die Semesterferien – ursprünglich Energieferien – sollten während der Energiekrise der 70er Jahre die Heizkosten für Schulen eindämmen. Und die freien Dienstage nach Ostern und Pfingsten dienten der Anreise von LehrerInnen und SchülerInnen in die Internatsschulen nach den kirchlichen Feiertagen.
Die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich geändert, Kinder werden nicht mehr als Erntehelfer benötigt und in den Energieferien wird dank Tourismuswirtschaft mehr Energie verbraucht als im übrigen Jahr. Bei berufstätigen Eltern klafft inzwischen eine Betreuungslücke von 43 Tagen zwischen den Ferienzeiten und dem gesetzlichen Urlaubsanspruch. Besonders die schulautonomen Tage stellen für Eltern eine große Herausforderung dar, weil diese von Schule zu Schule unterschiedlich vergeben werden. Ich habe heute daher gefordert, dass an unterrichtsfreien Werktagen außerhalb der Ferien an den Schulen ein Betreuungsangebot durch FreitzeitpädagogInnen oder auch Vereine angeboten werden soll.
Für die „Grüne Schule“ gilt: „Kein Kind zurücklassen!“
24. Juni 2014

Kriegsklänge – Musik im 1. Weltkrieg!

1-WK_MusikDas Konzert der Wiener Philharmoniker in Sarajevo am kommenden Samstag (28. Juni) findet anlässlich des 100. Jahrestages der Ermordung von Thronfolger Franz Ferdinand statt. Die Programmwahl hat für Kopfschütteln gesorgt („Mit der Kaiserhymne im Gepäck nach Sarajevo!“). Dass die Philharmoniker ausgerechnet in Sarajevo den 2. Satz von Haydns Kaiserquartett ins Programm genommen haben, konterkariert nämlich die gute Absicht, eine Friedensbotschaft auszusenden.
Soweit so schlecht. Es gibt aber auch eine gute Botschaft: Seit heute gibt es eine spannende Homepage, die sich dem Thema Krieg und Musik am Beispiel des Ersten Weltkriegs annimmt, empfehlenswert vor allem für Lehrkräfte, StudentInnen und SchülerInnen: „Kriegsklänge – Musik und Musikbetrieb während der Kriegsjahre
Thematisiert werden Musik als Mittel der Propaganda, die patriotisch aufgeladene musikalische Rechtfertigung des Kriegseinsatzes und Musik als Mittel zur Hebung der Kampfmoral von Soldaten.
Auch der Musikbetrieb hatte sich auf den Krieg einzustellen. Viele Ensemblemitglieder waren eingezogen und konnten nicht ersetzt werden, weil die finanziellen Ressourcen nicht ausreichten oder weil die Repertoires den politischen Vorgaben anzupassen waren. Werke „feindlicher“ Komponisten mussten aus den Spielplänen gestrichen werden, darunter auch solche von Publikumsmagneten wie Verdi und Puccini.
23. Juni 2014

„Was ist eine gute Schule?“

Gruene-Schule1Kein schlechter Titel für eine Bildungsveranstaltung! Wer wird gefagt? Fachleute? Lehrerinnen und Lehrer? Eltern?
Nein - ausnahmsweise nicht. Die drei Berliner Schülerinnen der bekannten Evangelischen Schule Berlin Zentrum (geleitet von Margret Rasfeld) Lara-Luna Ehrenschneider, Jamila Tressel und Alma de Zárate (14, 15 und 16 Jahre alt) lesen aus ihrem gleichnamigen Buch, berichten über ihre außergewöhnliche Schule und diskutieren mit Wiener Schülerinnen und dem Publikum das Thema „Was ist eine gute Schule?“ aus Sicht der Schülerinnen.
Das Ungewöhnliche an der Zusammensetzung der Podiumsteilnehmerinnen: Es diskutieren ausschließlich Jugendliche.
• Moderation: Sibylle Hamann (Falter, Die Presse)
Veranstaltet wird die Diskussion von „Bildung grenzenlos“ in Kooperation mit der Hauptbücherei und der Arbeiterkammer Wien. Erwin Greiner - ehemaliger AHS-Direktor - appelliert an alle LehrerInnen: „Auch eure SchülerInnen sind natürlich herzlich willkommen!“
Eine Anmeldung zu der Veranstaltung ist nicht notwendig.
• Zeit: Dienstag, 24. Juni, 18:30 Uhr
• Ort: Hauptbücherei, Urban Loritz-Platz 2a, 1150 Wien
Für die „Grüne Schule“ gilt: „Kein Kind zurücklassen!“
22. Juni 2014

Schulsystem braucht eine Schulombuds-Stelle!

DenkerIn diesen Tagen werden die „blauen Briefe“ versendet. Viele SchülerInnen fühlen sich - nicht selten zu Recht - ungerecht behandelt. Sie und ihre Eltern wissen oft nicht, wie sie sich weheren können. Zu undurchdringlich erscheint ihnen unser Schulsystem. Sie fühlen sich ausgeliefert.
Gemeinsam mit dem Bildungsexperten Daniel Landau - von ihm stammt die Anregung - habe ich daher eine Initiative gestartet: Wir wollen die Schaffung von Schulombudsstellen in allen Bundesländern. Die Zeit im Bild hat gestern berichtet: Grüne schlagen Schul-Ombudsstellen vor.
In Wien gibt es das seit Jahren. Die Stelle wird von Eltern von SchülerInnen aller Schulstufen aufgesucht, um in Konfliktfällen mit LehrerInnen, Schulleitungen oder Behörden helfend einzugreifen. Weitere Tätigkeiten sind die Beratung von Elternvereinen und die Durchführung von Informationsveranstaltungen für Schulen. Zuletzt wurde die Schulombudsstelle in die Rechtsabteilung des Stadtschulrates eingegliedert, wodurch diese ihre Unabhängigkeit verloren hat. Dadurch kann es zu Interessenskonflikten innerhalb der Abteilung kommen.
In anderen Bundesländern bleibt Eltern und SchülerInnen im Fall von Konflikten nur der Weg zur Volksanwaltschaft oder – seit der Reform der Verwaltungsgerichtsbarkeit – die Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Vor allem letztere Möglichkeit ist bei Eltern und SchülerInnen vielfach noch nicht bekannt und mit hohen Hürden (kurze Beschwerdefrist, eventuell nötige Rechtsberatung) verbunden.
Für eine solche Tätigkeit muss die Schulombudsstelle als weisungsungebundene Stelle mit umfassenden Rechten wie z.B. der Akteneinsicht und Auskunftsrechten ausgestattet werden.
Die Arbeit der Schulombudsstelle ist vielfältig und breit gefächert. Um die ausreichende Erreichbarkeit und Begleitung der SchülerInnen und Eltern zu gewährleisten, sollten die Schulombudsstellen mit zumindest drei Personen (einer Ombudsperson und zwei MitarbeiterInnen) besetzt sein. Darüber hinaus muss sie die Möglichkeit haben, auf vorhandene Einrichtungen und Expertise in den Landesschulräten, im schulpsychologischen Beratungsdienst, auf SchulsozialarbeiterInnen oder bei der Kinder- und Jugendanwaltschaft zuzugreifen.
Es ist schließlich im Interesse aller Beteiligten, dass das System sich weiter verbessert und in unmittelbaren Not- und Konfliktsituationen sofort und möglichst unbürokratisch geholfen werden kann.
Einen entsprechenden Antrag habe ich im letzten Unterrichtsausschuss eingebracht.
Für die „Grüne Schule“ gilt daher: „Kein Kind zurücklassen!“
19. Juni 2014

Mit der Kaiserhymne im Gepäck nach Sarajevo!

haydn_kaiserNach langen internen Diskussionen haben die Wiener Philharmoniker einen neuen Vorstand und einen neuen Geschäftsführer gewählt: Gratulation an die gewählten Verantwortlichen!
Und sie könnten gleich eine „Altlast“ aufarbeiten: Das seit langem geplante Gastspiel der Philharmoniker unter der Leitung von Franz Welser-Möst in Sarajevo am 28. Juni anlässlich des 100. Jahrestages der Ermordung von Thronfolger Franz Ferdinand hat nämlich schon im Vorfeld wegen der Programmwahl („Konzert in Sarajevo“) für Kopfschütteln gesorgt.
Dass die Philharmoniker ausgerechnet bin Sarajevo den 2. Satz von Haydns Kaiserquartett ins Programm genommen haben, verstehe ich nicht. Haydn hat darin das Thema der Kaiserhymne aufgenommen und variiert, daher wird mit der Melodie natürlich auch die alte Kaiserhymne oder die deutsche Nationalhymne assoziiert. Man will mit dem Konzert eine Friedensbotschaft aussenden und benimmt sich dabei wie der Elefant im Porzellanladen!
Ich bin davon überzeugt, dass eine sensiblere Programmwahl ohne die Huldigungsmelodie für die Habsburgerkaiser, die bekanntermaßen seit 1922 auch noch zur deutschen Hymne geworden ist, aus historischer und aus gegenwärtiger Sicht sinnvoller gewesen wäre.
Man wundert sich, dass man nicht auf die schon früher geäußerten Bedenken des österreichischen Botschafters Martin Pammer reagiert und das Kaiserquartett aus dem Programm genommen hat. Immerhin hat man ja auch erst kürzlich die bosnische Nationalhymne und Beethovens Europahymne dem Programm hinzugefügt - wohl um vom Fauxpas mit dem Kaiserquartett abzulenken. Die Wiener Philharmoniker sind ein ausgezeichnetes Orchester, dessen Repertoire so groß ist, dass man auch andere, dem Anlass gemäß würdigere Stücke hätte finden können und müssen.
18. Juni 2014

Theater in die Schule: „teatro caprile“!



Heute mal etwas Erfreuliches. Ich möchte auf ein einzigartiges Angebot für Schulen und LehrerInnen hinweisen: Theaterfachleute - in diesem Fall vom „teatro caprile“ - in die Schule! Die Theatermacherin Katharina Grabher betont: „Wir haben gerade mit LehrerInnen sehr positive Erfahrungen gemacht haben, denen unsere Stücke von Kollegen oder Bekannten weiterempfohlen wurden.“ Und genau das mache ich auch!
Wer sich ein Bild machen möchte, kann das mit obrigem Video oder auf der Homepage: „teatro caprile“.
Im Video zu sehen ist eine stark gekürzte Version des Stücks „Der Lechner Edi schaut ins Paradies“ von Jura Soyfer. Sie wurde vom „teatro caprile“ in Varazdin (Kroatien) im März 2012 aufgeführt und ist ein Teil der Jura-Soyfer-Revue. Es spielen: David Czifer, Sandra Högl, Manfred Stadlmann, Andreas Kosek, Katharina Grabher und Andrea Nitsche. Dramaturgie und Regie: Andreas Kosek
Für die „Grüne Schule“ gilt: „Kein Kind zurücklassen!“
17. Juni 2014

Neuer Newsletter erschienen!

NewsletterSeit einigen Jahren gebe ich mehrmals im Jahr einen Newsletter mit Informationen über meine politischen Schwerpunkte der jeweils zurückliegenden Wochen heraus - das sind natürlich die Diskussionen aus der Bildungspolitik, immer sind aber auch Themen aus der österreichischen Geschichte mit dabei. Stichworte der letzten Jahre: Heldenplatz, Wiener Philharmoniker, Rehabilitationsgesetz, Austrofaschismus, Wehrmachtsdeserteure, Gedenkstätte Mauthausen ... Gestern habe ich den - vorletzten - Newsletter vor der Sommerpause herausgebracht. Die zentralen Punkte waren diesmal:
• Bifie und Zentralmatura
• Budgetkürzungen im Bildungsbereich
• Vertagt! Wie die Regierungsparteien sich vor Entscheidungen drücken und die öffentliche Diskussion vermeiden
• Ein kleiner Sieg und ein winziger Schritt in Richtung Inklusion
• Zukunft der Gedenkstätte Mauthausen
Es würde mich freuen, wenn mein Newsletter neue LeserInnen finden würde. Bestellen kann man ihn ganz einfach per Mail: Bitte hinzufügen: Ich bitte um Zusendung des Newsletters. Vielen Dank!
Für die „Grüne Schule“ gilt: „Kein Kind zurücklassen!“

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