Maly Trostinec - vergessener Ort der Vernichtung!
harald.walser | 28. Nov, 08:31 | 0 Kommentare
Ab heute findet im Wien-Museum am Karlsplatz ein zweitägiges Symposium über das bislang fast unbekannte Konzentrationslager Maly Trostinec bei Minsk in Weißrussland statt.An keinem anderen Ort sind so viele Österreicher und Österreicherinnen als Opfer der Shoa von den Nationalsozialisten ermordet worden wie in Maly Trostinec – es waren über 10.000! Dennoch ist dieser Ort in Österreich beinahe unbekannt. Und kaum jemand weiß, was dort passiert ist, weil in den vergangenen Jahren kaum jemand danach gefragt hat. Nun soll sich das ändern.
Heute, am 28.November 2011, ist der 70.Jahrestag der ersten Deportation von Wien nach Weißrussland. Und es wird – Dank einer privaten Initiative von Waltraud Barton – endlich erinnert: Während der zweitägigen Konferenz „Maly Trostinec erinnern“ - veranstaltet vom Verein „IM-MER“ in Kooperation mit dem Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien, VWI, und dem Wien Museum.
Die Namen der Ermordeten liegen vor, auch ihre Todesdaten, aber die Toten haben keine Gräber und ihre Namen stehen auf keinem Grabstein - nicht in Maly Trostinec und auch nicht in Wien, wo doch die meisten zuvor hier gewohnt haben. Schade, dass es bei uns immer so lange dauert, bis wir uns so einem wichtigen Thema überhaupt annehmen und uns erinnern. Schön, dass Menschen wie Frau Barton die Initiative übernehmen und das machen!
Es gibt Themen, die unser Land seit 1945 immer wieder beschäftigen. Zu einem davon habe ich heute Stellung bezogen. Unter dem Titel „
„Was ist nur mit den Grünen los?“ In Österreich jammern viele, dass die veröffentlichten Umfragen zur Sonntagsfrage nicht so sind wie in Deutschland (wo es keine rechtspopulistische Partei wie die FPÖ gibt, ja nicht einmal so etwas wie das BZÖ, wo die Regierung erst seit Fukushima von atomaren Irrweg ablassen will, wo es der CDU nie einfallen würde, sich mit Rechtsextremen ins Bett zu legen usw.), und in Deutschland können sich viele nicht damit anfreunden, dass es mit Winfried Kretschmann in Baden-Württemberg plötzlich so etwas gibt wie einen biederen „Grünen Landesvater“ und wo allen Ernstes über eine Grüne Kanzlerkandidatur spricht. Grüne in Opposition forever - das wollen etliche festschreiben. Gestaltungswille ist aber etwas anderes.
Es war ein besonderes Ereignis im österreichischen Parlament, als Ende 2009 die Rehabilitierung aller Opfer der Wehrmachtsjustiz beschlossen wurde. Das zwischen SPÖ und Grünen abgeschlossene Wiener Regierungsübereinkommen sieht die Errichtung eines Deserteursdenkmals vor und kommt damit einer langjährigen Forderung des Personenkomitees „Gerechtigkeit für die Opfer der NS-Militärjustiz“ nach. Unter dem Titel „Ein Denkmal für Deserteure“ findet am Montag in Wien eine spannende Diskussion statt:
Verkleiden Sie sich supersauber oder supernackt, gehen Sie hin - als Finanzminister, als Staatspolizist, als Julius Meinl, Walter Meischberger, Peter Hochegger, Alfons Mensdorff-Pouilly, Peter Westenthaler oder...
Reden, Anträge und Ausschussarbeit