8. Juli 2010
harald.walser | 8. Jul, 16:17 | 0 Kommentare
Nein, es handelt sich leider nicht um die ÖVP, sondern um die CDU in Thüringen. Nach langen Debatten hat dort die Regierung die Weichen in Richtung eines neuen Schulgesetzes gestellt. Damit könnte die Gesamtschule schon bald Realität sein:
Thüringer Kabinett bringt Gemeinschaftsschule auf den Weg
Die CDU-Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht scheint jedenfalls ganz begeistert zu sein und hat von einem „Aufbruch zu neuen Ufern in Thüringen“ gesprochen, obwohl auch dieser Vorstoß - wie im verlinkten Artikel ausgeführt - aus meiner Sicht nur als halbherzig zu bezeichnen ist. Übrigens: Der Vorstoß ist auch deshalb interessant, weil Thüringen in der deutschen Bildungslandschaft eine Spitzenposition einnimmt und bei der letzten PISA-Studie gemeinsam mit Sachsen an der Spitze lag (
Pisa-Studie: Sachsen und Thüringen diesmal an der Spitze). Ob das die Betonfraktion in der ÖVP zum Nachdenken anregen wird? Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
2. Juli 2010
harald.walser | 2. Jul, 10:28 |
4 Kommentare
Schulschluss in einigen Bundesländern, nächste Woche folgen die restlichen. Zeit für einige grundsätzliche Gedanken. Dazu habe ich heute im „Standard“ einen „Kommentar der anderen“ verfasst, der - nachdem die Schule ja eigentlich für die Kinder da sein sollte - auf die wesentlichste aller Fragen eingeht: „
Warum tun wir das unseren Kindern an?“
Unser Schulsystem produziert zwei völlig überflüssige Stressfaktoren für die Kinder, ihre Eltern und ihre Familien: die Selektion mit zehn Jahren, die über den Aufstieg ins Gymnasium entscheidet, und die Selektion durch Sitzenbleiben. Näheres im Artikel selbst. Hier soll nur ein Aspekt besonders hervorgehoben werden: Das System ist auch volkswirtschaftlich unsinnig, kostet doch allein das Wiederholen der Schulstufe - also das Sitzenbleiben - den Staat Jahr für Jahr etwa 300 Millionen Euro, Folgekosten durch einen verspäteten Berufseintritt nicht mitgerechnet. Andere Staaten vermeiden diesen Unsinn und haben trotzdem bessere Ergebnisse: Finnland liegt bei allen internationalen Tests im Spitzenbereich und bringt die größte Zahl an Spitzenschülern hervor. In Finnland müssen nur 0,4 Prozent eine Klasse wiederholen - immer auf freiwilliger Basis und meist aus gesundheitlichen Gründen. Österreich hingegen setzt die Kinder schon in der 3. und 4. Volksschulklasse unter den immensen Stress der bevorstehenden Selektion und produziert außerdem zehnmal mehr Repetenten: „Warum tun wir das unseren Kindern an?“
29. Juni 2010
harald.walser | 29. Jun, 11:05 |
14 Kommentare
Schülerinnen und Schüler bringen nach einem Besuch einer Tagesschule bereits nach zwei Schuljahren deutlich bessere Leistungen. Vor allem ihre Sprachkompetenzen werden gefestigt, das Sozialverhalten ist signifikant positiver und auch die Alltagsfertigkeiten sind besser als bei anderen Kindern in der Halbtagsschule. Das ist das Ergebnis einer breit angelegten Schweizer Studie, die vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) unterstützt wurde. Die logische Konsequenz: Die Autoren der Studie fordern, die Schweiz solle Ganztagsschulen von hoher pädagogischer Qualität einrichten. Näheres dazu auf dem Blog von Liesi Märk „
Schweizer Studie belegt eindrücklich die Vorteile der Ganztagesschule“ beziehungsweise im Buch der Autorin Marianne Schüpbach. Sie hat gemeinsam mit Walter Herzog, beide arbeiten als ErziehungswissenschaftlerIn an der Universität Bern, die Studie erstellt. Die beiden haben untersucht, wie sich die verschiedenen Schulformen auf die schulischen Leistungen und die sozio-emotionale Entwicklung der Kinder auswirken. Marianne Schüpbach: „
Ganztägige Bildung und Betreuung im Primarschulalter: Qualität und Wirksamkeit verschiedener Schulformen im Vergleich“.
Die Studie ist natürlich repräsentativ, verglichen werden Kinder, die mindestens dreimal pro Woche während 7,5 Stunden in einer Ganztagsschule verbringen und in unserer traditionellen Halbtagsschule. Die Längsschnittstudie bezieht 521 am Anfang ihrer Schulzeit stehende Primarschulkinder aus elf Deutschschweizer Kantonen mit ein. Die Kinder verteilten sich auf 70 Klassen und 56 Schulen aus mehrheitlich städtischen Gebieten und Agglomerationen; die Tagesschulkinder stammten aus zehn Klassen.
25. Juni 2010
harald.walser | 25. Jun, 13:31 |
6 Kommentare
Das ist natürlich kein Zufall. Wer aus dem kirchlichen Bereich kommt, weiß um die Bedeutung der „Zehn Gebote“. Nun gibt es allerding etwas Neues: Die „Neun Gebote für eine Schule der 10- bis 14/15-Jährigen“.
Sie stammen vom langjährigen Rektor der Pädagogischen Akademie der Diözese Linz Rupert Vierlinger. Er ist ein beeindruckender Mann, mit dem ich in Villach auch schon einmal öffentlich diskutiert habe. Inhaltlich sehen wir die Situation sehr ähnlich, daher möchte ich seine „Neun Gebote“ hier auch gerne zur Diskussion stellen. Entstanden sind sie meines Wissens in Oberöstereich auf der Werkstatt für Frieden und Solidarität. Seinen Neun Geboten für eine menschenfreundliche Schule der 10- bis 14/15-Jährigen schließe ich mich ebenso wie die parteiunabhängigen AHS-LehrerInnen von der ÖLI an:
1. Du sollst nicht Ungerechtigkeit treiben!
2. Du sollst keinem Schüler und keiner Schülerin das Gefühl geben, dass er/sie unerwünscht ist!
3. Du sollst dem Lernenden nicht das Vorbild rauben!
4. Du sollst dem Lehrer und der Lehrerin kein Alibi für uniformierenden Unterricht geben!
5. Du sollst die LehrerInnen keinen unpädagogischen Systemzwängen aussetzen!
6. Du sollst die LehrerInnen vor Verhältnissen schützen, die ihr pädagogisches Taktgefühl schädigen!
7. Du sollst nicht zur Hoffart verführen! (Das ständische Denken! Mein Kind nicht neben …)
8. Du sollst deinen SchülerInnen und ihren Eltern nicht erlauben, sich auf Kosten anderer Vorteile zu verschaffen!
9. Du sollst dich dafür einsetzen, dass per Gesetz allen SchülerInnen die Chancengerechtigkeit garantiert wird!
22. Juni 2010
harald.walser | 22. Jun, 11:15 |
4 Kommentare
Das kann man nur unterstützen und da sollte man auch beitreten: Auf facebook hat sich eine Initiative für eine Gemeinsame Schule für alle Kinder bis 14 Jahren gegründet („
Gemeinsame Schule bis 14“). Ihr Programm:
- eine gemeinsame Schule aller Kinder bis zum 14. Lebensjahr, damit alle Kinder in Österreich die gleichen Möglichkeiten und Bildungschancen haben
- gegen eine frühe Selektion in begabte und „unbegabte“ Kinder
- für eine Förderung der Begabungen unserer Kinder als Basis für den weiteren Ausbildungs- und Bildungsweg und als Voraussetzung für eine florierende Gesellschaft
Das kann doch wohl nur recht und billig sein - würde man meinen. Am Donnerstag haben sich im Plenum des Nationalrats jedenfalls die meisten ParlamentarierInnen dazu bekannt. Nur die FPÖ ist strikt gegen eine solche Reform, die ÖVP verwickelt sich in dieser Frage in einen bildungspolitischen und rhetorischen Slalom - und das mitten im Sommer.
Aber das darf die Reform nicht noch weitere Jahre oder gar Jahrzehnte be- und verhindern, der Druck auf die „Betonierer“ muss wachsen: Wir brauchen eine moderne Schule, in der SchülerInnen mit Freude und ohne Angst lernen und individuell gefördert werden, in der man ihre Stärken und Begabungen erkennt, in der sie Selbstvertrauen tanken können. Es ist auch eine Schule, in der man Hausaufgaben und schwere Schultaschen nicht kennt und in der SchülerInnen trotzdem - oder gerade deshalb - ihre ganz persönliche Bestleistung erbringen können. Es wird aber noch ein bisschen dauern bis dahin. Damit es nicht mehr allzu lange geht: Jetzt aktiv werden und diese Plattform unterstützen!
15. Juni 2010
harald.walser | 15. Jun, 11:37 |
4 Kommentare
Die Wogen gehen hoch in St. Johann im Pongau. Eine katholische Privatschule hat festgehalten, dass auf dem Schulgelände nur Deutsch gesprochen werden soll (
HBLA: Parteien für Deutschpflicht an Schule). SPÖ, ÖVP und FPÖ sind sich einig: Die bekannt gewordene Praxis an der HBLA in St. Johann ist richtig: Auf dem Schulgelände muss Deutsch gesprochen werden.
Ist das so? Keine Sprache darf abgewertet werden, das sollte man prinzipiell den Scharfmachern im „Salzburger Sprachenstreit“ entgegen. Auf dem Rücken der Kinder darf es nicht zu einem Kulturkampf kommen, wir brauchen an unseren Schulen eine Kultur des Miteinanders und nicht eine der Ausgrenzung. Zwar ist es sinnvoll, wenn alle Schülerinnen und Schüler in Österreich auf Deutsch untereinander kommunizieren, mit Verboten kommen wir aber nicht weiter - auch wenn sie als „Gebote“ getarnt sind. Verbote sind sogar kontraproduktiv: Kinder lernen eine Sprache dann schlecht, wenn sie negative Gefühle damit verbinden. Genau das erreicht man aber an Schulen, wenn man nicht im Konsens nach vernünftigen Lösungen sucht. Eine solche Vorgangsweise möchte ich der HBLA in St. Johann nicht unterstellen, dazu weiß ich zuwendig über die Hintergründe der Maßnahme. Ich plädiere in solchen Fällen für ein Übereinkommen zwischen den Eltern, Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern: Regeln müssen verstanden und akzeptiert werden, wenn sie eingehalten werden sollen.
9. Juni 2010
harald.walser | 9. Jun, 12:32 | 0 Kommentare
Zumindest ist man versucht, auf diesen Film zu verweisen. Denn die Diskussion wiederholt sich derzeit immer wieder mit tagtäglich den gleichen Argumenten.
Jetzt ist ÖVP-Obmann Josef Pröll gefordert. Er muss in der Bildunsgdiskussion endlich Farbe bekennen: Ist er wie bisher weiter auf der Seite der grauen Betonfraktion oder gibt er auch in seiner Partei den zart sichtbaren bunten Reformpflänzchen eine Chance.
Bislang hat der ÖVP-Obmann gemeinsam mit Gewerkschaftsboss Fritz Neugebauer ja nur Beton angerührt und es dem Wirtschaftsflügel überlassen, Reformvorschläge zu machen. Prölls Untertauchen in dieser wichtigen Frage ist unverantwortlich. Wir brauchen noch vor dem Sommer eine Richtungsentscheidung: Wollen wir eine moderne Schule mit individueller Förderung für alle Kinder oder wollen wir das jetztige ungerechte, leistungsfeindliche und starre Schulsystem weiter aufrecht erhalten?
Als ersten Reformschritt schlage ich die gemeinsame Ausbildung aller Lehrkräfte vor: Zentral ist in diesem neuen Ausbildungssystem die Vorbereitung auf die Schule der Zukunft mit neuen Lehr- und Lernmethoden. Nur das kann gewährleisten, dass alle Kinder in der Schule entsprechend ihren Fähigkeiten individuell gefördert werden.
7. Juni 2010
harald.walser | 7. Jun, 12:14 |
3 Kommentare
Das „Gymnasium für alle“ von Wissenschaftsministerin Beatrix Karl ist keine Alternative zur Gemeinsamen Schule, hat aber eine Diskussion ausgelöst.
Wir brauchen eine Schule, die die Förderung jedes einzelnen Kindes in den Mittelpunkt stellt. Voraussetzung dafür ist eine einheitliche Lehrerausbildung. Und wir brauchen Leitungspersonen mit Führungsqualität, die nach fachlichen Kriterien bestellt werden.
Der oberösterreichische Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer scheint das erkannt zu haben (
Neue Diskussion über die Gesamtschule). Er fordert die Einführung der gemeinsamen Schule der 10- bis 14-Jährigen. Ich beglückwünsche ihn zu seinen klaren Worten. Er hat erkannt, dass bildungsnahe und bildungsferne Schichten immer weiter auseinanderdrifteten (https://ooe.orf.at/stories/448025/).
Die ÖVP wäre gut beraten, ihre Blockadehaltung gegen eine grundlegende Schulreform endlich aufzugeben. Offensichtlich läuft jetzt schon die Schulverwaltung ins Reformlager über. Da wird es eng für die schwarze Betonfraktion um Pröll und Neugebauer. Es ist höchst an der Zeit, dass die ÖVP die ideologische Brille abnimmt und in eine sachliche Diskussion eintritt.
Die soziale Auslese muss endlich beendet werden. Das selektive Schulsystem richtet großen Schaden an: an den Kindern, die unter seine Räder kommen, am sozialen Zusammenhalt in der Gesellschaft und am Wirtschaftsstandort.
3. Juni 2010
harald.walser | 3. Jun, 13:34 |
9 Kommentare
Volle Beschäftigung an einem Gymnasium plus Überstunden und dann insgesamt ein Nettogehalt von 1.233,68 €? Da steckt doch der Wurm drin! Solche Lehrkräfte sind zu bewundern, wenn sie ihren Job auch noch mit viel Engagement ausüben. Es besteht Handlungsbedarf! Und da kommt die Politik ins Spiel.
Unterrichtsministerin Claudia Schmied hat ja viele gute Ideen. Wenn da nicht auch noch die Umsetzung wäre ... Eine der guten Ideen ist, dass es für unser „System Schule“ gut wäre, wenn wir mehr qualifizierte Personen aus der Privatwirtschaft, aus Kunst und Kultur für einen Job im Lehrbereich gewinnen könnten. Das erfordert allerdings auch die Entwicklung und Verwirklichung von Umstiegs- und Ausstiegsszenarien für PädagogInnen und eine entsprechende Gehaltskurve. Damit schaut es derzeit aber trist aus.
Gestern war ein Lehrer mit seinem Gehaltszettel bei mir. Er unterrichtet an einem Wiener Gymnasium Musik, ist fachlich hervorragend qualifiziert, hat eine akademische Ausbildung, ist seit 2007 im Beruf und sein Job gefällt ihm. Dienstrechtlich wird er als „Vertragslehrer IIL“ eingestuft, weil er kein Lehramtszeugnis hat. Was er allerdings hat, ist ein „Lehrbefähigungs-Zeugnis“ des Joseph-Haydn-Konservatoriums und weitere Diplome. Dem Amtsschimmel reicht das nicht, den SchülerInnen schon. Das Entlohnungsschema II L ist für Vertragslehrer wie ihn vorgesehen, sie unterrichten ausschließlich sogenannte „nicht gesicherte Stunden“ und müssen jeden Sommer um ihren Job zittern: Wir er verlängert? Wird er nicht verlängert?
Immerhin hat der Kollege einen Job, könnte man einwenden. Richtig, wenn da nicht die beschriebenen Finanzen wären. Denn er muss noch länger warten, bis er auf einen gerechten Lohn kommt. Der Kollege unterricht nicht nur voll, er hat sogar fast drei Überstunden (genau sind es 2,581), ist fleißig und betreut zusätzlich noch das Kustodiat, was extra bezahlt wird. Das führt insgesamt (!) zu einem Bruttolohn von 1.774,39 € und zu einem Nettogehalt von 1.233,68 €. Und das nach drei Jahren Unterrichtstätigkeit zur vollsten Zufriedenheit von SchülerInnen und Vorgesetzten! Übrigens: Letztes Jahr hat er sogar erfolgreich die Matura abgenommen.
Ein zusätzliches Problem: Im Gehaltszettel des Kollegen steht zwar die Gehaltsstufe 12, aber das ist leider falsch. In seinem Schema (II-L/L2b1) gibt es nämlich keine Gehaltsstufen. Er wird also über sein jetziges Einkommen nicht hinauskommen, bekommt in den nächsten Jahren aber vielleicht einen sogenannten Artikel-10-Vertrag, der wieder nur befristet ist. Dieser neue Vertrag kann nach nach zehn Jahren auf Dauer ausgestellt werden (muss aber nicht). Ob die Ministerin da noch viele qualifizierte Menschen aus der Privatwirtshaft, aus Kunst und Kultur bekommt, ist wohl mehr als fraglich.
Falls es weitere Betroffene gibt, bitte melden! Ich glaube, es wäre an der Zeit, eine gesetzliche Initiative zur Besserstellung zu starten.
31. Mai 2010
harald.walser | 31. Mai, 14:01 |
1 Kommentar
Das ist wirklich provokant. Eine Studie unter Leitung des deutschen Kriminologen Christian Pfeiffer (
Hauptschule-und-Jugendkriminalitaet (pdf, 1,498 KB)) kommt zum Schluss, dass die Trennung der Kinder in verschiedene Schultypen Jugendkriminalität fördere. Nun muss man wissen, dass in Deutschland die Hauptschule neben Gymnasium und Realschule der dritte Schultyp ist und nur bedingt mit der österreichischen Hauptschule verglichen werden kann. Insbesondere in größeren Städten aber ist die Zusammensetzung der HauptschülerInnen in Österreich und Deutschland vergleichbar. Die Forscher begründen ihre Ansicht so: Die Hauptschule sei ein „Verstärkungsfaktor für Jugendgewalt“, weil sich dort die „zusammengeballten sozialen Verlierer“ gegenseitig „negativ hochschaukeln“. Auch der Soziologe Dirk Baier unterstützt diese These und meint, dass sich die Hauptschüler „gegenseitig anstecken, Dinge zu tun, die man eigentlich nicht tun sollte“. Insgesamt fehle es oft an positiven Vorbildern. Die Wissenschaftler haben für ihre Studie rund 45.000 Jugendliche befragt. Die drei Hauptfaktoren für Jugendkriminalität seien selbst erlebte Gewalt durch die Eltern, Alkoholkonsum und Hauptschulbesuch. Das gilt insbesondere für migrantische Jugendliche. Die höchste Gewaltrate unter ihnen gibt es dort - etwa in München - wo die meisten in die Hauptschule gehen. Wenig überraschend: Je höher die besuchte Schule desto niedriger die Gewaltrate.
Interessant ist die Schlussfolgerung des Kriminologen: „Die Abschaffung des gegliederten Schulsystems wäre ein kriminalpräventiver Akt“, weil die „Gemeinsame Schule die Verdichtung sozialer Randgruppen verhindert“.